LAVES klar

Speiseeis aus Niedersachsen - Kalt, süß und intensiv kontrolliert

Das Speiseeis in den Eisdielen Niedersachsens wird intensiv kontrolliert, um den Verbrauchern einen möglichst ungetrübten Genuss ihres Eisbechers zu ermöglichen. Bei den mikrobiologischen Untersuchungen wird besonderes Augenmerk auf Krankheitserreger, wie z. B. Salmonellen, und Hygieneparameter gelegt.



Untersuchungen des LAVES

Wie in jedem Jahr wird Speiseeis in Niedersachsen intensiv mikrobiologisch kontrolliert. Während der Frühjahr- und Sommermonate senden die Lebensmittelüberwachungsbehörden regelmäßig zahlreiche Eisproben zur Untersuchung in die Lebensmittel- und Veterinärinstitute des LAVES in Braunschweig/Hannover und Oldenburg ein.

Das Speiseeis wird dabei auf Salmonellen, präsumtive Bacillus cereus, koagulase-positive Staphylokokken, Enterobacteriaceae und E. coli sowie stichprobenweise auf Listeria monocytogenes untersucht.

Bisher wurden im Jahr 2017 im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg und im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover Standort Hannover des LAVES 604 Proben untersucht. Erfreulicherweise wurden in keiner der Proben krankmachende Keime, wie z. B. Salmonellen gefunden.

Die Speiseeisproben wurden insbesondere aus dem Thekenbereich entnommen. Von den insgesamt 604 Proben waren 102 (17 %) Proben mikrobiologisch auffällig. Nachgewiesen wurden Keime, die auf hygienische Mängel und Schwachstellen im Herstellungs- und Verarbeitungsprozess im Betrieb bzw. bei der Abgabe an den Verbraucher hindeuten. In solchen Fällen wird der Betrieb hinsichtlich der Wirksamkeit seiner vorbeugenden Maßnahmen überprüft und es werden gegebenenfalls Maßnahmen zur Verbesserung der Hygienesituation eingeleitet.

Auch der seit 2014 in das Untersuchungsspektrum aufgenommene Parameter präsumtive Bacillus cereus wurde im Rahmen der Untersuchungen in 21 (3,5 %) Proben nachgewiesen. Bei diesem Keim handelt es sich um einen potentiellen Krankheitserreger, der Durchfall und Erbrechen auslösen kann. Zu Erkrankungen kommt es in der Regel erst ab relativ hohen Keimzahlen von über 100.000 Keimen pro Gramm Lebensmittel, sofern es sich um einen Toxin bildenden Stamm handelt. Die nachgewiesenen Keimgehalte lagen in den genannten Proben unter diesem Bereich.

E. coli, ein Indikator für fäkale Verunreinigungen, wurde in zwei Proben nachgewiesen.

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 881 Proben mikrobiologisch untersucht. Erfreulicherweise wurden auch hier in keiner der Proben krankmachende Keime, wie z. B. Salmonellen gefunden.

Von den insgesamt 881 Proben waren 206 (23,4 %) mikrobiologisch auffällig.

Der präsumtive Bacillus cereus wurde im Rahmen der Untersuchungen in 33 (3,7 %) Proben nachgewiesen. Die nachgewiesenen Keimgehalte lagen in den genannten Proben unter dem Bereich von 100.000 Keimen pro Gramm Lebensmittel.

E. coli wurde in drei Proben nachgewiesen.

Im Jahr 2015 wurden 802 Proben mikrobiologisch untersucht. Insgesamt waren 201 Proben (25 %) mikrobiologisch auffällig. Bacillus cereus wurde in 21 (2,6 %) Proben nachgewiesen. Die Keimgehalte waren insgesamt jedoch so gering, dass keine gesundheitliche Gefahr für den Verbraucher bestand. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 wurde Bacillus cereus in 23 (1,7 %) Proben nachgewiesen.

Insgesamt wiesen die im Jahr 2014 untersuchten Speiseeisproben ähnliche Ergebnisse auf: bei 1.334 mikrobiologisch untersuchten Proben überschritten 250 Proben (19 %) die Grenzwerte für Hygieneparameter und wurden daher als mikrobiologisch auffällig eingestuft.


Die nachgewiesenen Keime sind gesundheitlich zumeist unbedenklich

Die festgestellte Belastung mit Keimen ist ein Indikator für mangelnde Hygiene in dem jeweiligen handwerklichen Betrieb. Die Keime können etwa von schlecht gereinigten Geräten stammen, wie von einem Eisportionierer, der in verschmutztes Wasser getaucht oder an einem kontaminierten Lappen bzw. Schwamm abgetrocknet wird. Auch Zutaten wie Schokoladenstücke, die nicht erhitzt werden, bevor sie in das Eis gelangen, können zu einem Eintrag von Mikroorganismen führen. Eine Rolle spielt ebenfalls die Personalhygiene. Wäscht sich beispielsweise das Personal nicht gründlich die Hände, kann das Eis mit Keimen belastet werden.

Die niedersächsischen Verbraucher müssen sich aber beim Genuss ihres Eisbechers keine Sorgen machen. Zwar ist der Anteil mikrobiologisch auffälliger Speiseeisproben wie auch in den vorangegangenen Jahren relativ hoch, doch eine gesundheitliche Gefährdung der Verbraucher ist nahezu ausgeschlossen. Speiseeis unterliegt in Niedersachsen intensiven Kontrollen. Die mikrobiologischen Anforderungen sind sehr streng. Sind im Rahmen der mikrobiologischen Untersuchungen Auffälligkeiten vorhanden, so werden durch die Lebensmittelüberwachungsbehörden vor Ort entsprechende Maßnahmen ergriffen, um die Hygiene in dem Betrieb zu verbessern. Grundsätzlich können die Verbraucher in Niedersachen also aus hygienischer Sicht getrost ihr Eis genießen.

Während der nächsten Wochen werden im LAVES weitere Proben Speiseeis mikrobiologisch untersucht. In den Sommermonaten senden die Lebensmittelüberwachungsbehörden jährlich weit mehr als 1.000 Eisproben zur Untersuchung in die Lebensmittel- und Veterinärinstitute Braunschweig/Hannover - Standort Hannover und Oldenburg.




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