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Speiseeis aus Niedersachsen - Kalt, süß und intensiv kontrolliert

Das Speiseeis in den Eisdielen Niedersachsens wird intensiv kontrolliert, um Verbraucherinnen und Verbrauchern einen möglichst ungetrübten Genuss ihres Eisbechers zu ermöglichen. Bei den mikrobiologischen Untersuchungen wird besonderes Augenmerk auf Krankheitserreger, wie zum Beispiel Salmonellen, und Hygieneparameter gelegt.



Untersuchungen des LAVES

Wie in jedem Jahr wird Speiseeis in Niedersachsen intensiv mikrobiologisch kontrolliert. Während der Frühjahr- und Sommermonate senden die Lebensmittelüberwachungsbehörden regelmäßig zahlreiche Eisproben zur Untersuchung in die Lebensmittel- und Veterinärinstitute des LAVES in Braunschweig/Hannover und Oldenburg ein.

Das Speiseeis wird dabei auf Salmonellen, präsumtive Bacillus cereus, koagulase-positive Staphylokokken, Enterobacteriaceae und E. coli sowie stichprobenweise auf Listeria monocytogenes untersucht.

2019 wurden bisher 293 Proben untersucht. Erfreulicherweise wurden in keiner Probe krankmachende Keime wie beispielsweise Salmonellen gefunden. 59 Proben (20,1 %) waren mikrobiologisch auffällig. Nachgewiesen wurden Keime, die auf hygienische Mängel und Schwachstellen im Herstellungs- und Verarbeitungsprozess im Betrieb beziehungsweise bei der Abgabe an die Verbraucher/-innen hindeuten. In solchen Fällen wird der Betrieb hinsichtlich der Wirksamkeit seiner vorbeugenden Maßnahmen überprüft und es werden gegebenenfalls Maßnahmen zur Verbesserung der Hygienesituation eingeleitet.

Auch der seit 2014 in das Untersuchungsspektrum aufgenommene Parameter präsumtive Bacillus cereus wurde im Rahmen der Untersuchungen in 12 (4,1 %) Proben nachgewiesen. Bei diesem Keim handelt es sich um einen potentiellen Krankheitserreger, der Durchfall und Erbrechen auslösen kann. Zu Erkrankungen kommt es in der Regel erst ab relativ hohen Keimzahlen von über 100.000 Keimen pro Gramm Lebensmittel, sofern es sich um einen toxin-bildenden Stamm handelt. Die nachgewiesenen Keimgehalte lagen in den genannten Proben unter diesem Bereich.

Der Gehalt an E. coli, ein Indikator für fäkale Verunreinigungen, war in drei Proben auffällig. In einer Probe wurden koagulase-positiven Staphylokokken nachgewiesen. Hierbei handelt es sich um Keime, die Haut und Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raumes besiedeln. Sie sind ein Indiz für Verunreinigungen, die auf mangelnde Personalhygiene hindeuten.

Im Jahr 2018 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg und im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover Standort Hannover des LAVES 845 Proben untersucht. In keiner der Proben wurden krankmachende Keime gefunden.

Die Speiseeisproben wurden insbesondere aus dem Thekenbereich entnommen. Von den insgesamt 845 Proben waren 181 (21,4 %) Proben mikrobiologisch auffällig. Nachgewiesen wurden Keime, wie Enterobacteriaceen, die auf hygienische Mängel bei der Herstellung oder der Abgabe an die Verbraucherinnen und Verbraucher hindeuten.

Präsumtive Bacillus cereus wurden in 35 (4,1 %) Proben nachgewiesen. Die Keimgehalte lagen bei diesen Proben unter 100.000 Keimen pro Gramm Lebensmittel.

Der Gehalt an E. coli, ein Indikator für fäkale Verunreinigungen, war in keiner Probe auffällig. In zwei Proben wurden jedoch erhebliche Gehalte an koagulase-positiven Staphylokokken nachgewiesen.

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 604 Proben mikrobiologisch untersucht. Krankmachende Keime, wie beispielsweise Salmonellen wurden in keiner Probe gefunden.

Von den 604 Proben waren 102 (17 %) mikrobiologisch auffällig.

Der präsumtive Bacillus cereus wurde in 21 Proben (3,5 %) nachgewiesen. Die Keimgehalte lagen in diesen Proben unter dem Bereich von 100.000 Keimen pro Gramm Lebensmittel.

E. coli wurde in zwei Proben nachgewiesen.

Im Jahr 2016 wurden 881 Proben mikrobiologisch untersucht. Krankmachende Keime wurden auch hier in keiner der Proben gefunden. Insgesamt waren 206 Proben (23,4 %) mikrobiologisch auffällig. Präsumtive Bacillus cereus wurden in 33 (3,7 %) Proben nachgewiesen. Die Keimgehalte waren insgesamt jedoch so gering, dass keine gesundheitliche Gefahr für Verbraucher/-innen bestand.


Die nachgewiesenen Keime sind gesundheitlich zumeist unbedenklich

Die festgestellte Belastung mit Keimen ist ein Indikator für mangelnde Hygiene in dem jeweiligen handwerklichen Betrieb. Die Keime können etwa von schlecht gereinigten Geräten stammen, wie von einem Eisportionierer, der in verschmutztes Wasser getaucht oder an einem kontaminierten Lappen bzw. Schwamm abgetrocknet wird. Auch Zutaten wie Schokoladenstücke, die nicht erhitzt werden, bevor sie in das Eis gelangen, können zu einem Eintrag von Mikroorganismen führen. Eine Rolle spielt ebenfalls die Personalhygiene. Wäscht sich beispielsweise das Personal nicht gründlich die Hände, kann das Eis mit Keimen belastet werden.

Einen Grund zur Sorge gibt es in Niedersachsen aber nicht. Zwar ist der Anteil mikrobiologisch auffälliger Speiseeisproben wie auch in den vorangegangenen Jahren relativ hoch, doch eine gesundheitliche Gefährdung der Verbraucher/-innen ist nahezu ausgeschlossen. Speiseeis unterliegt in Niedersachsen intensiven Kontrollen. Die mikrobiologischen Anforderungen sind sehr streng. Sind im Rahmen der mikrobiologischen Untersuchungen Auffälligkeiten vorhanden, so werden durch die Lebensmittelüberwachungsbehörden vor Ort entsprechende Maßnahmen ergriffen, um die Hygiene in dem Betrieb zu verbessern. Grundsätzlich können Verbraucherinnen und Verbraucher in Niedersachen aus hygienischer Sicht getrost ihr Eis genießen.





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