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Eis-Kreationen aus dem Supermarkt

LAVES untersucht Zusammensetzung und Kennzeichnung von Speiseeis aus dem „Premium-Bereich“


Wenn draußen die Temperaturen steigen, ist ein Eis zur Abkühlung sehr beliebt. Wer ein Eis zu Hause genießen möchte, findet in den Kühltruhen der Supermärkte eine sehr große Auswahl - beispielsweise Eis ohne Fettzusatz wie Frucht- oder Wassereis oder Eis mit Milchfett wie Milcheis oder Eiscreme.

Leitsätze für Speiseeis

Vorgaben für die Zusammensetzung der verschiedenen Eise sind in den „Leitsätzen für Speiseeis“ aufgeführt. Die Leitsätze spiegeln die allgemeine Verkehrsauffassung wider. Weitere Informationen zu den Qualitätskriterien und der Geschichte des Speiseeis gibt es im Artikel Speiseeis - Kühler Genuss in der Sommerzeit.


Der Markt bietet zudem eine große Auswahl an verschiedenen Eiskreationen. Dies können Mischungen von verschiedenen Eissorten mit Zutaten wie Keksstückchen, Schokostückchen und den verschiedensten Saucen sein. Oft enthalten solche Eiskreationen besondere Verzierungen - auch Toppings genannt - beispielsweise in Form von Schokoladenflocken, Karamellstückchen oder Mandelblättchen.

Nicht nur bei den Eissorten und Eiskreationen, sondern auch bei den Preisen gibt es große Unterschiede. Im höherpreisigen „Premium-Bereich“ wird häufig Eiscreme - also Eis mit einem hohen Anteil an Milchfett wie beispielsweise Sahne - angeboten. Weiterhin steht bei teurerem Eis teilweise das Handwerkliche im Vordergrund und die Verwendung von nur wenigen „natürlichen“ Zutaten - möglichst ohne Zusatz von Verdickungsmitteln und Emulgatoren.


Bildrechte: LAVES/Moorth und Rolfe

Untersuchungen des LAVES

Im Jahr 2020 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES 22 höherpreisige Speiseeisproben untersucht. Die untersuchten Fertigpackungen wurden zumeist in höheren, runden Bechern zum Kauf angeboten.

Dabei handelte es sich in 18 Fällen um Eiskreationen - also um Eis mit Sauce, mit Toppings und/oder Zusätzen wie beispielsweise Keks- oder Kuchenstückchen (acht Proben). Lediglich eine Bio-Vanilleeiscreme, eine Pistazieneiscreme, ein Erdbeer-Minze-Sorbet und ein Kakaoeis hatten keine weiteren Extra-Zutaten.

17 der 22 Eisproben wurden unter der Bezeichnung „Eiscreme“ in den Verkehr gebracht. Eine Eiscreme muss mindestens zehn Prozent Milchfett enthalten.

Bei einer Probe handelte es sich um ein „Sorbet“, das keinen Fettzusatz und auch keine Milch oder Milchbestandteile enthalten darf. Vier weitere Proben wurden mit „Eis“ bezeichnet, für diese Bezeichnung sehen die Leitsätze keine Anforderungen vor.

Die eingesandten Proben wurden auf ihren Fett-, Zucker- und Eiweißgehalt untersucht, um die Nährwertkennzeichnung zu überprüfen. Weiterhin wurden wertgebende Bestandteile, wie beispielsweise der Milchfettgehalt oder die Anwesenheit von natürlichem Vanillearoma bei Vanilleeis, untersucht.

Untersuchungsergebnisse

Hinsichtlich ihrer Zusammensetzung konnten in keiner Probe Mängel festgestellt werden. Jedoch wiesen 10 der 22 Eisproben (45 Prozent) unter anderem kleinere Kennzeichnungsmängel (22 Prozent) oder irreführende Angaben (ebenfalls 22 Prozent) auf. Zwei Proben enthielten sowohl Kennzeichnungsmängel als auch irreführende Angaben.

Als Kennzeichnungsmangel fehlte beispielweise bei einem Zutatenverzeichnis der Klassenname „Emulgator“, es war lediglich die Bezeichnung des Emulgators aufgeführt.

Bei den irreführenden Angaben handelte es sich überwiegend um widersprüchliche Bezeichnungen wie beispielsweise die Bezeichnung „Vanilleeiskrem (8 Prozent Milchfett)“. Ein Eis mit acht Prozent Milchfett darf nicht als Eiscreme bezeichnet werden, da Eiscreme üblicherweise mindestens zehn Prozent Milchfett enthält. Die richtige Bezeichnung eines solchen Eises wäre „Milcheis Vanille“.

Fazit:

Bei der Zusammensetzung der „Premium“-Eise konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Teilweise müssen jedoch die Kennzeichnung und die Angaben der Bezeichnungen verbessert werden.

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