Pflanzenschutzmittelrückstände in Birnen (PDF, nicht barrierefrei)
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Pflanzenschutzmittelrückstände in Birnen?
Insgesamt wurden 32 Proben Birnen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Jahr 2025 untersucht, darunter drei Proben aus Bioanbau. In 28 Proben waren Rückstände nachweisbar. Es wurde keine Höchstgehaltsüberschreitung festgestellt.
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| Birne – rundes Früchtchen mit vielen leckeren Sorten für jeden Geschmack! Die Birne gehört zu den Kernobstgewächsen. Es gibt eine allein in Deutschland mehr als circa 700 Birnensorten, hierbei sind vor allem die Sorten Alexander Lucas, Conference und Williams Christ beim Anbau beliebt. Birnen sind sehr druckempfindlich, achten Sie beim Einkauf auf eine unbeschädigte Schale und kaufen Sie nur Birnen ohne faule Stellen oder Druckstellen. Birnen enthalten wenig Fruchtsäure, daher schmecken sie auch süßer als Äpfel. Doch sie sind nicht nur lecker sondern liefern viele Vitamine, neben den Vitaminen A und der B-Gruppe enthält die Birne vor allem Vitamin C. Zudem ist er reich an wertvollen Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und wichtigen Ballaststoffen wie Pektin mit verdauungsfördernder und cholesterinsenkender Wirkung. Die meisten Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe sind in der Birnenschale oder direkt darunter. Deshalb ist es wichtig, das Obst nach Möglichkeit mit Schale zu genießen. Die Birne gehört zu den Früchten, die zum Zeitpunkt der Ernte eine Mindestreife aufweisen, die dann, nach einer gewissen Lagerung, ihren Reifeprozess bis zum Erreichen der Vollreife fortsetzen. Birnen sollten möglichst kühl (circa 1 bis 3°C) gelagert werden. Sie verströmen das natürliche, farblose, leicht süßlich riechende „Reifungsgas“ Ethen/Ethylen. Es lässt bestimmte Obst- und Gemüsearten in ihrer Nähe schneller reifen und somit auch schneller verderben. Daher Birnen immer separat oder mit Abstand zu ethenempfindlichen Arten wie beispielsweise Bananen, Kiwi und Tomaten lagern. |
Untersuchungsergebnisse des LAVES
Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden im Jahr 2025 insgesamt 32 Proben Birnen (Tafelbirnen) auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Drei Proben hiervon kamen aus biologischem Anbau.
Angegebene Herkunftsländer der Birnenproben waren achtmal Belgien, achtmal Italien, sechsmal Deutschland, viermal Niederlande und dreimal Portugal. Bei drei weiteren Proben blieb das Herkunftsland mangels Angaben unbekannt.
Unter diesen Proben waren zwei Bioproben aus Deutschland und eine Bioprobe aus Italien.
Keine Rückstände wurden in vier Birnenproben (= 12,5 Prozent) festgestellt. Hierbei handelte es sich um alle drei Bioproben und eine Probe konventionell erzeugter Birnen aus Deutschland.
Rückstände von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen konnten in 28 Birnenproben (= 87,5 Prozent) nachgewiesen werden.
Kein Pflanzenschutzmittelrückstand in den Proben überschritt den jeweils zulässigen Höchstgehalt.
Auch waren Rückstände unzulässiger Wirkstoffe in den Birnen aus deutschem Anbau nicht nachweisbar.
In Abbildung eins ist die Rückstandsverteilung auf die Herkunftsländer zusammengefasst.
In Abbildung zwei ist die Anzahl der Rückstände in den Birnenproben je Herkunftsland dargestellt.
In 27 Proben (= 84 Prozent) waren Mehrfachrückstände enthalten, das heißt mindestens zwei Rückstände je Probe. Am häufigsten (sechsmal) waren fünf Rückstände pro Probe enthalten.
Die deutschen Birnenproben enthielten maximal vier verschiedene Pflanzenschutzmittelrückstände, die portugiesischen sieben, die niederländischen und belgischen jeweils neun und die Birnenproben ohne Angabe zehn.
Als Maximum waren Rückstände aus 16 verschiedenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffen in einer Birnenprobe aus Italien bestimmbar.
Abbildung drei zeigt das Spektrum der in den Proben festgestellten Rückstände.
Insgesamt wurden 25 unterschiedliche Pflanzenschutzmittelrückstände in den Birnenproben bestimmt. Mit 27-mal am häufigsten waren Rückstände des Fungizids Captan nachweisbar, gefolgt von dem ebenfalls fungizid wirkenden Pestizid Fludioxonil (22-mal).
Der tabellarische Vergleich der zusammengefassten Ergebnisse von 2025 mit früheren Untersuchungen zeigt eine kaum veränderte Rückstandssituation bei Tafelbirnen.
Es ist hierbei zu berücksichtigen, dass sich in den aufgeführten Untersuchungszeiträumen die Anzahl der Proben, die Herkunftsländer sowie der Anteil Bioproben unterscheiden.
|
Anzahl |
2025 |
2024 |
2023 |
2022 |
2019 |
|
- Proben |
32 |
86 |
115 |
90 |
29 |
|
- davon Nashi-Birnen |
0 |
0 |
1 |
1 |
3 |
|
- davon Bio |
3 (= 9 %) |
6 (= 7 %) |
6 (= 5 %) |
2 (= 2 %) |
1 (= 3 %) |
|
- Proben mit Rückständen |
28 (= 87,5 %) |
80 (= 93 %) |
109 (= 95 %) |
88 (= 98 %) |
27 (= 93 %) |
|
- Proben mit Mehrfachrückständen |
27 (= 84 %) |
71 (= 83 %) |
102 (= 89 %) |
83 (= 93 %) |
23 (= 79 %) |
|
- Mehrfachrückstände |
2-16 |
2-9 |
2-13 |
2-11 |
2-12 |
|
- unterschiedlicher Rückstände |
25 |
27 |
42 |
31 |
31 |
|
- Überschreitungen von Höchstgehalten |
0 (= 0 %) |
0 (= 0 %) |
1 (= 1 %) |
0 (= 0 %) |
1 (= 3 %) |
Fazit:
Wie in früheren Jahren hat auch die Untersuchung von 2025 gezeigt, dass Birnen weiterhin stark mit Pflanzenschutzmittelrückständen behaftet sind und diese größtenteils als Mehrfachrückstände enthalten sind.
Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

