LAVES klar

Gemüse mal anders – Bratlinge, Puffer, Rösti

LAVES untersucht Gemüsebratlinge auf tierische Bestandteile


In der veganen und vegetarischen Küche sind Gemüsebratlinge, -puffer oder -rösti beliebt. Häufig gibt es sie bereits vorgefertigt gekühlt oder tiefgefroren zu kaufen.
Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover hat verschiedene Produkte genauer unter die Lupe genommen und sie auf tierische Bestandteile überprüft.


In der veganen und vegetarischen Küche sind Gemüsebratlinge beliebt. Als fleischlose Alternative zu Frikadelle und Co. kommen sie in vielen verschiedenen Varianten auf den Tisch, zum Beispiel als Gemüserösti- oder puffer, in Wraps oder Burgern. Häufig gibt es Bratlinge, Puffer oder Rösti bereits vorgefertigt gekühlt oder tiefgefroren zu kaufen. Doch sind die Inhaltsstoffe wirklich vollständig frei von Fleisch und anderen nicht auf der Verpackung deklarierten tierischen Produkten? Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover hat im Jahr 2015 vegetarische Produkte und im Jahr 2017 außerdem verschiedene vegane Produkte genauer unter die Lupe genommen und sie auf tierische Bestandteile überprüft.


Untersuchungsergebnisse der veganen Produkte

Im Jahr 2017 waren insgesamt 20 Proben für das Projekt geplant. Neun Proben wurden von den Niedersächsischen Lebensmittelüberwachungsbehörden eingereicht, jedoch enthielten zwei der Proben laut Zutatenverzeichnis Milch und erfüllten somit nicht die Projektanforderungen. Die sieben restlichen veganen Proben wurden unter anderem auf tierische Bestandteile und die Kennzeichnung untersucht. Die Bratlinge basierten hauptsächlich auf Soja, Getreide (Bulgur, Hirse) oder Gemüse.

Alle Proben waren mikrobiologisch unauffällig. In zwei Proben wurde Schweine-DNA nachgewiesen. Da es sich nur um einen qualitativen Nachweis handelt, kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob eine Zutat vom Schwein verwendet wurde oder ob es sich um eine unbeabsichtigte Kontamination handelt. Es wurde daher empfohlen, den Sachverhalt vor Ort zu prüfen.

Zwei Proben waren gleichzeitig als vegan und als vegetarisch ausgelobt. Vegane Lebensmittel sind immer auch vegetarisch, vegetarische Lebensmittel jedoch nicht unbedingt vegan, da sie tierische Bestandteile wie Milch und Ei enthalten können. Aus diesem Grund wurde die Kennzeichnung als für den Verbraucher nicht eindeutig beurteilt und empfohlen, sie entsprechend anzupassen.

Drei Proben wurden als irreführend beurteilt, da die deklarierten Fett- bzw. Salzgehalte stark von den analytisch bestimmten Werten abwichen.

Bei vier Proben entsprach die Kennzeichnung nicht den Rechtsvorschriften. Kennzeichnungsmängel waren unter anderem unzulässige nährwertbezogene Angaben, eine zu geringe Schriftgröße der Pflichtangaben und der fehlende Hinweis, dass ein tiefgefrorenes Lebensmittel nach dem Auftauen nicht wieder eingefroren werden darf.



Untersuchungsergebnisse der vegetarischen Produkte

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 14 Proben untersucht. Das positive Ergebnis: Keines der Produkte enthielt tierische Bestandteile, die nicht deklariert waren. Die Kennzeichnung hält in diesem Fall, was sie verspricht.

Für die vegane Ernährung aber auch für Allergiker sind diese Produkte oftmals nicht geeignet, da sie auch tierische Bestandteile, wie zum Beispiel Ei als Bindemittel oder Milch enthalten.

Von den 14 untersuchten Proben wiesen sechs Proben Kennzeichnungsmängel auf. Es fehlten zum Beispiel die Hervorhebung von Allergenen (z. B. Eier oder Milch), die Anzahl der Portionen pro Packung, die Schriftgröße war zu gering und die Kennzeichnung zu undeutlich.


Gemüsebratlinge

Seit dem 13. Dezember 2014 gilt eine neue Lebensmittelinformationsverordnung (VO (EU) 1169/2011), die eine verpflichtende Nährwertangabe für alle verpackten Lebensmittel, die Mindestschriftgröße der Pflichtangaben auf dem Etikett, eine klarere Kennzeichnung von Lebensmittelersatzstoffen, eine optische Hervorhebung allergener Zutaten im Zutatenverzeichnis vorverpackter Lebensmittel sowie die Allergenkennzeichnung bei unverpackter Ware regelt.

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