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Vegane Produkte – frei von tierischen Bestandteilen?

Vegane und vegetarische Lebensmittel liegen im Trend und haben einen ständig wachsenden Marktanteil. Laut ProVeg e.V. (Vertretung für Vegetarier und Veganer) ernähren sich in Deutschland rund acht Millionen Menschen vegetarisch und 1,3 Millionen Menschen vegan. Täglich kommen laut Schätzungen des Vereins etwa 2.000 Vegetarierinnen und Vegetarier sowie 200 Veganerinnen und Veganer hinzu. Die Gründe sind unterschiedlicher Natur. Neben dem Tierwohl steht der Umweltschutz und der gesundheitliche Aspekt immer stärker im Vordergrund.
Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES werden deshalb regelmäßig vegane und vegetarische Lebensmittel untersucht. Im Jahr 2019 und im ersten Halbjahr 2020 wurden insgesamt 110 Proben veganer und vegetarischer Lebensmittel auf tierische Bestandteile geprüft.

Definition „vegan“ und „vegetarisch“

Zurzeit gibt es weder auf EU-Ebene noch in Deutschland rechtsverbindlichen Kriterien, die vegane und vegetarische Lebensmittel erfüllen müssen. Dies führt sowohl bei Verbrauchern als auch bei Herstellern zu Unsicherheit. Die Verbraucherschutzminister der Länder haben im April 2016 einen Vorschlag für die Definition der Begriffe „vegan“ und „vegetarisch“ beschlossen. Demnach sind Lebensmittel vegan, die

  • keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und
  • bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe, die tierischen Ursprungs sind, zugesetzt oder verwendet worden sind.
  • Eine unbeabsichtigte Verunreinigung mit Spuren tierischer Substanzen steht einer veganen Auslobung nicht entgegen, sofern diese bei Einhaltung der guten Herstellungspraxis unvermeidbar sind.

Bei vegetarischen Lebensmitteln können, abweichend von dieser Definition, auch Milch, Kolostrum, Farmgeflügeleier, Bienenhonig, Bienenwachs, Propolis oder Wollfett/Lanolin (aus von lebenden Schafen gewonnener Wolle) oder daraus gewonnene Erzeugnisse eingesetzt werden.

Zusätzlich wurden im August 2018 die Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel mit Ähnlichkeit zu Lebensmitteln tierischen Ursprungs verabschiedet und am 04. Dezember 2018 (BAnz AT 20.12.2018 B1, GMBl 2018 Seite 1174) veröffentlicht.

Untersuchungen im LAVES

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover wurden im Jahr 2019 und ersten Halbjahr 2020 insgesamt 110 Proben veganer und vegetarische Lebensmittel in unterschiedlichen Projekten auf tierische Bestandteile untersucht. Zusätzlich wurden viele dieser Proben auf das Vorhandensein von gentechnisch veränderten Organismen untersucht. Je nach Auslobung der Proben wurde auch auf Soja, Gluten sowie verschiedene Nüsse und Erdnüsse analysiert.

Erfreulicherweise waren die Erzeugnisse ohne auffälligen Befund.

Die Verteilung der Proben auf verschiedene Warengruppen zeigt folgendes Diagramm:
Verteilung der veganen/vegetarischen Proben: 23 Fleischersatz zum Grillen, 1 Gemüsebratling, 1 Nussriegel, 10 Aufschnitterzeugnisse, 6 Milchersatz, 24 Würstchen, 16 Ersatzbestandteile für Fleisch Wurst Geflügelsalate, 11 Eis, 18 herzhafte Brotaufstri   Bildrechte: ©LAVES
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