LAVES klar

Geschnittene Melonen sind mikrobiologisch anfällig

In Segmente geschnittene Melonen, wie sie häufig in den Sommermonaten im Einzelhandel angeboten werden, sind mikrobiologisch anfällig, insbesondere wenn sie ungekühlt gelagert werden. In den vergangenen Jahren waren solche Melonen immer wieder an lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen beteiligt.

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES wurden aufgeschnittene Melonen insbesondere auf Salmonellen und Listerien untersucht. Zusätzlich wurden die Lagertemperaturen im Einzelhandel überprüft.


Melonen werden in den Sommermonaten gerne als erfrischender Snack verzehrt. Die Melonen werden entweder als ganze Früchte oder bereits in Segmente oder Scheiben geschnitten im Einzelhandel angeboten. In den letzten Jahren waren Melonen immer wieder an lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen beteiligt. Es ist bekannt, dass dabei unter anderem Salmonellen eine Rolle spielen. In der Regel befinden sich die Bakterien auf der Schale der Melone und gelangen beim Anschneiden auf das Fruchtfleisch. Insbesondere an Melonen mit rauer Oberfläche (z. B. Cantaloupe) können Keime gut anhaften. Werden die angeschnittenen Melonen dann auch noch über längere Zeit ungekühlt gelagert, so können sich beispielsweise Salmonellen vermehren und zu Erkrankungen beim Menschen führen.


Untersuchungen des LAVES

In den Jahren 2016/2017 hat das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover - Standort Braunschweig des LAVES insgesamt 38 Proben aufgeschnittener Melonen untersucht. 22 dieser Proben wurden auf die pathogenen Parameter Salmonellen und Listerien überprüft. Bei den Proben handelte es sich insbesondere um aufgeschnittene Wassermelonen (17-mal halbiert oder geviertelt, 1-mal in Scheiben geschnitten und 1-mal in Würfel geschnitten). Vereinzelt wurden auch geschnittene Honigmelonen oder Cantaloupe-Melonen (3-mal Melonen Mix, 1-mal Galiamelone) untersucht. In keiner der Proben wurden Salmonellen oder Listerien nachgewiesen.

Darüber hinaus wurden 16 Proben geschnittener Melonen (Scheiben, Würfel) aus dem Einzelhandel mikrobiologisch nicht nur auf Salmonellen und Listerien sondern zusätzlich auf Hygieneparameter untersucht.

Auch hier die erfreuliche Nachricht: In keiner Probe konnten krankmachende Keime wie Salmonellen oder Listerien nachgewiesen werden.

Eine Probe (Wassermelone in Scheiben) fiel in der sensorischen Prüfung durch einen säuerlichen, gärigen Geruch auf. In dieser Probe waren die Gehalte an Enterobacteriaceae und Hefen sowie die Gesamtkeimzahl erhöht. Der sensorische Befund in Verbindung mit dem mikrobiologischen Befund führte dazu, dass die Probe als nicht geeignet für den menschlichen Verzehr beurteilt wurde.

Die Kontrollbehörden vor Ort waren aufgefordert, im Rahmen der Probennahme die Lagertemperatur der aufgeschnittenen Melonen zu erfassen. Aufgeschnittene Melonen gehören zu den leichtverderblichen Lebensmitteln die bei einer Temperatur bis max. 7 °C gelagert werden sollen. Insgesamt wurden in zehn Fällen die geschnittenen Melonen im Einzelhandel ungenügend oder ungekühlt gelagert. Bei diesen Proben erging ein Hinweis an den Lebensmittelunternehmer, dass aufgeschnittene Melonen gekühlt bei einer maximalen Temperatur von 7 °C gelagert werden müssen.


Fazit

Die mikrobiologischen Ergebnisse sind erfreulich, da insbesondere keine pathogenen Keime in den verarbeiteten Melonen nachgewiesen wurden. Trotz des guten Ergebnisses ist jedoch grundsätzlich von einer potentiellen Gefahr durch pathogene Mikroorganismen bei verarbeiteten Melonen auszugehen. Deshalb ist beim Lagern derartiger Melonen im Einzelhandel auf eine ausreichende Kühlung zu achten. An dieser Stelle besteht noch Handlungsbedarf, da die Lagertemperatur von max. 7 °C oftmals nicht eingehalten wurde.


Empfehlungen beim Aufschneiden von Melonen

Beim Aufschneiden der Melonen ist die Einhaltung von Hygieneregeln sehr wichtig, damit es nicht zu einer Kontamination des Fruchtfleisches kommt. So sollte insbesondere auf saubere Hände, Messer sowie Arbeitsflächen geachtet werden. Das vorherige Waschen der Melonenoberfläche ist hingegen nicht empfehlenswert. Literaturhinweise zeigen, dass hierdurch die Gefahr einer Verschleppung von Krankheitserregern eher noch erhöht wird.

Im Lebensmitteleinzelhandel, in Gastronomiebetrieben und in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung sollten nur solche Mengen aufgeschnitten werden, die innerhalb von zwei Stunden an die Kundschaft abgegeben werden können. Werden Melonenstücke ungekühlt gelagert, so sollten diese nach zwei Stunden entsorgt werden, um Infektionen zu vermeiden.

Aufgeschnittene Melonen sollten entweder rasch verzehrt oder schnell gekühlt werden. Um eine Keimvermehrung zu minimieren, sollten geschnittene Melonen bei max. 7 °C aufbewahrt werden.


Link:

Wassermelone
Weitere Informationen:

 Untersuchungsergebnisse 2014-2015

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