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Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Kirschen aus dem In- und Ausland?

Kirschen Bildrechte: ©Tatiana - stock.adobe.com

Insgesamt wurden 50 Proben Kirschen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Jahr 2025 untersucht, darunter eine Bioprobe. In allen konventionell erzeugten Proben wurden Pflanzenschutzmittelrückstände nachgewiesen. Eine Probe Süßkirschen aus Deutschland wies eine ungesicherte Höchstgehaltsüberschreitung auf, jedoch noch innerhalb der analytischen Messunsicherherheit. Aufgrund der ungesicherten Höchstgehaltsüberschreitung war die Probe verkehrsfähig.

Direkt zu den Untersuchungsergebnissen.

Kirschen – erfrischend, saftig und lecker!

Die roten Früchte gibt es in den unterschiedlichsten Geschmacks- und Farbvariationen. Bei den 400 bekannten Kirschsorten wird zwischen Süß- und Sauerkirschen unterschieden. Sie sind reich an Vitaminen (zum Beispiel ß-Carotin, B1, B2, B6, C) und wertvollen Mineralstoffen (zum Beispiel Magnesium, Kalium, Eisen). Zudem enthalten die Früchtchen viele bioaktive Pflanzeninhaltsstoffe.

Kirschen sind sehr druckempfindlich an der Oberfläche, daher vorsichtig transportieren und nach dem Kauf oder Pflücken möglichst schnell verzehren. Im Kühlschrank halten sich die Früchte zwei bis drei Tage. Tiefgekühlt – mit oder ohne Stein – sogar bis zu mehreren Monaten.

Vor dem Verzehr die Kirschen gut waschen und tupfen Sie sie trocken, um Rückstände möglichst weitgehend zu entfernen. Bei Verdacht auf Maden (Früchte wirken stumpf), Kirschen circa 15 Minuten in lauwarmes Wasser legen, dann kommen die Maden heraus.

Vorsicht: Kirschkerne nicht essen oder zerbeißen – sie enthalten giftige Blausäure!

Untersuchungsergebnisse des LAVES

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden im Jahr 2025 insgesamt 50 Proben Kirschen auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Hierbei handelte es sich bei 48 Proben um Süßkirschen und bei zwei Proben um Sauerkirschen.

Aus Deutschland kamen 28 Süßkirschproben, darunter eine Bioprobe, sowie eine Sauerkirschprobe. Aus Spanien stammten elf Proben Süßkirschen und eine Probe Sauerkirschen, aus Griechenland sieben Süßkirschproben und aus der Türkei eine Probe Süßkirschen. Bei einer weiteren Probe Süßkirschen war kein Herkunftsland angegeben

In 49 Kirschproben (= 98 Prozent), alle aus konventionellem Anbau stammend, wurden Rückstände von Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen (siehe Abbildung eins).

In einer Probe Süßkirschen aus Deutschland wurde nur eine ungesicherte Höchstgehaltsüberschreitung festgestellt. Darüber hinaus wurden keine Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt.

In der einzigen Bioprobe dieser Untersuchungsreihe waren keine Pflanzenschutzmittelrückstände nachweisbar.

Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der frischen Kirschen, berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der frischen Kirschen, berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

In allen 49 Proben mit Rückständen wurden Mehrfachrückstände (= 98 Prozent) bestimmt (siehe Abbildung zwei).

Das Maximum der Mehrfachrückstände wies eine Probe aus Deutschland mit neun unterschiedlichen Wirkstoffen auf.

Abbildung 2: Anzahl der Mehrfachrückstände in den frischen Kirschen, berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 2: Anzahl der Mehrfachrückstände in den frischen Kirschen, berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Insgesamt konnten in den Proben Rückstände von 27 unterschiedlichen Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln bestimmt werden (siehe Abbildung drei).

Am häufigsten wurden die Insektizide Acetamiprid (43-mal) und Cyantraniliprol (31-mal) nachgewiesen, gefolgt von den Fungiziden Boscalid und Tebuconazol (je 23-mal).

In einer deutschen Probe Süßkirschen überschritt das Fungizid Difenoconazol ungesichert, da noch innerhalb der analytischen Messunsicherheit liegend, den zulässigen Höchstgehalt. Die Probe war somit als verkehrsfähig zu beurteilen.

Abbildung 3: Häufigkeit der nachgewiesenen Wirkstoffe in den frischen Kirschen, berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 3: Häufigkeit der nachgewiesenen Wirkstoffe in den frischen Kirschen, berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Ein Vergleich der Untersuchungsergebnisse von 2025 mit den aus den Vorjahren in Tabelle eins zeigt, dass sich die Rückstandsituation insgesamt wenig verändert hat.


Jahr 2025

Jahr 2023

Jahr 2020

Jahr 2019

Jahr 2018

Anzahl Proben

50

36

33

52

44

-davon Bioproben

1 (= 2 %)

0 (= 0 %)

0 (= 0 %)

2 (= 4 %)

0 (= 0 %)

Proben mit Rückständen

49

(= 98 %)

36

(= 100 %)

33

(= 100 %)

46

(= 88 %)

40

(= 91 %)

Proben mit

Mehrfachrückständen

49

(= 98 %)

36

(= 100 %)

33

(= 100 %)

46

(= 88 %)

35

(= 80 %)

Mehrfachrückstände

3-9

3-10

2-10

2-10

2-10

Häufigste Anzahl

Wirkstoffe pro Probe

4-5

4

5

3

4

Anzahl verschiedener

Rückstände

27

34

27

36

35

Proben mit Höchstgehaltsüberschreitungen

1 (= 2 %)

4 (= 11 %)

1 (= 3 %)

2 (= 4 %)

3 (= 7 %)

Tabelle 1: Vergleich der Untersuchungsergebnisse der vergangenen Jahre


Fazit:

Konventionell erzeugte Kirschen zählen zu den Früchten, die sehr häufig Mehrfachrückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten.

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

Feldspritze nah Bildrechte: © Kara - stock.adobe.com

Pflanzenschutzmittel

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Kirschen Bildrechte: ©Tatiana - stock.adobe.com

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