Pflanzenschutzmittelrückstände in Kirschen (PDF, nicht barrierefrei)
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Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Kirschen aus dem In- und Ausland?
Insgesamt wurden 50 Proben Kirschen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Jahr 2025 untersucht, darunter eine Bioprobe. In allen konventionell erzeugten Proben wurden Pflanzenschutzmittelrückstände nachgewiesen. Eine Probe Süßkirschen aus Deutschland wies eine ungesicherte Höchstgehaltsüberschreitung auf, jedoch noch innerhalb der analytischen Messunsicherherheit. Aufgrund der ungesicherten Höchstgehaltsüberschreitung war die Probe verkehrsfähig.
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Untersuchungsergebnisse des LAVES
Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden im Jahr 2025 insgesamt 50 Proben Kirschen auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Hierbei handelte es sich bei 48 Proben um Süßkirschen und bei zwei Proben um Sauerkirschen.
Aus Deutschland kamen 28 Süßkirschproben, darunter eine Bioprobe, sowie eine Sauerkirschprobe. Aus Spanien stammten elf Proben Süßkirschen und eine Probe Sauerkirschen, aus Griechenland sieben Süßkirschproben und aus der Türkei eine Probe Süßkirschen. Bei einer weiteren Probe Süßkirschen war kein Herkunftsland angegeben
In 49 Kirschproben (= 98 Prozent), alle aus konventionellem Anbau stammend, wurden Rückstände von Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen (siehe Abbildung eins).
In einer Probe Süßkirschen aus Deutschland wurde nur eine ungesicherte Höchstgehaltsüberschreitung festgestellt. Darüber hinaus wurden keine Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt.
In der einzigen Bioprobe dieser Untersuchungsreihe waren keine Pflanzenschutzmittelrückstände nachweisbar.
In allen 49 Proben mit Rückständen wurden Mehrfachrückstände (= 98 Prozent) bestimmt (siehe Abbildung zwei).
Das Maximum der Mehrfachrückstände wies eine Probe aus Deutschland mit neun unterschiedlichen Wirkstoffen auf.
Insgesamt konnten in den Proben Rückstände von 27 unterschiedlichen Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln bestimmt werden (siehe Abbildung drei).
Am häufigsten wurden die Insektizide Acetamiprid (43-mal) und Cyantraniliprol (31-mal) nachgewiesen, gefolgt von den Fungiziden Boscalid und Tebuconazol (je 23-mal).
In einer deutschen Probe Süßkirschen überschritt das Fungizid Difenoconazol ungesichert, da noch innerhalb der analytischen Messunsicherheit liegend, den zulässigen Höchstgehalt. Die Probe war somit als verkehrsfähig zu beurteilen.
Ein Vergleich der Untersuchungsergebnisse von 2025 mit den aus den Vorjahren in Tabelle eins zeigt, dass sich die Rückstandsituation insgesamt wenig verändert hat.
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Jahr 2025 |
Jahr 2023 |
Jahr 2020 |
Jahr 2019 |
Jahr 2018 |
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Anzahl Proben |
50 |
36 |
33 |
52 |
44 |
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-davon Bioproben |
1 (= 2 %) |
0 (= 0 %) |
0 (= 0 %) |
2 (= 4 %) |
0 (= 0 %) |
|
Proben mit Rückständen |
49 (= 98 %) |
36 (= 100 %) |
33 (= 100 %) |
46 (= 88 %) |
40 (= 91 %) |
|
Proben mit Mehrfachrückständen |
49 (= 98 %) |
36 (= 100 %) |
33 (= 100 %) |
46 (= 88 %) |
35 (= 80 %) |
|
Mehrfachrückstände |
3-9 |
3-10 |
2-10 |
2-10 |
2-10 |
|
Häufigste Anzahl Wirkstoffe pro Probe |
4-5 |
4 |
5 |
3 |
4 |
|
Anzahl verschiedener Rückstände |
27 |
34 |
27 |
36 |
35 |
|
Proben mit Höchstgehaltsüberschreitungen |
1 (= 2 %) |
4 (= 11 %) |
1 (= 3 %) |
2 (= 4 %) |
3 (= 7 %) |
Tabelle 1: Vergleich der Untersuchungsergebnisse der vergangenen Jahre
Fazit:
Konventionell erzeugte Kirschen zählen zu den Früchten, die sehr häufig Mehrfachrückstände von Pflanzenschutzmitteln enthalten.
Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

