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Erdbeeren – Tipps und Infos rund um die empfindliche Frucht

Untersuchungen des LAVES auf Salmonellen und Listerien sowie Pflanzenschutzmittelrückstände


Erdbeeren auf weißem Hintergrund Bildrechte: ©baibaz - stock.adobe.com
Erdbeeren

Ob pur oder als Kuchen, Dessert, Marmelade, Likör - frische Erdbeeren sind immer ein köstlicher Genuss. Die Lebensmittel- und Veterinärinstitute Braunschweig/Hannover und Oldenburg des LAVES untersuchen frische Erdbeeren auf das Vorkommen von potentiell krankmachenden Mikroorganismen und Pflanzenschutzmittelrückständen.

In Deutschland wurde die Gartenerdbeere erstmals Ende des 19. Jahrhunderts gezüchtet. Schon lange Zeit vorher kannte und schätzte man aber ihre aromatische „kleine“ Schwester, die Walderdbeere, die schon in der Steinzeit gesammelt wurde.

Die Erdbeere gehört zu der Familie der Rosengewächse und gilt als die „Königin“ der Beerenfrüchte. Botanisch gesehen ist die Erdbeere aber gar keine „Beere“ sondern eine Nuss (Sammelfrucht). Der rot gefärbte Fruchtkörper ist eine Scheinfrucht und die gelblichen Punkte sind die eigentlichen Früchte (Nüsschen).

Die Zahl der Erdbeersorten ist vielfältig und groß (hell- bis dunkelrot, rundlich, oval oder spitz geformt) und geht mittlerweile in die Tausende. Von Sorte zu Sorte ist auch der Geschmack recht unterschiedlich.

Erzeugung
Einkauf & Lagerung / Zubereitung
Gesunde Früchtchen - was steckt drin?
Untersuchungsergebnisse des LAVES

Erzeugung

  • Ausland

Erdbeeren werden heute nahezu weltweit angebaut. Durch Importe aus dem Ausland sind die aromatischen Früchte mittlerweile bei uns das ganze Jahr über im Handel erhältlich. Wichtigstes Hauptlieferland ist sind Spanien, neben Italien, Frankreich, Belgien, Holland sowie Israel, Mexiko und Kalifornien.

  • Inland

Frische deutsche Erdbeeren sind in der Zeit von Mai bis Juli im Handel erhältlich. Zur gleichen Zeit können die aromatischen Früchte auch selbst direkt vom Feld gepflückt werden. Die süßen Früchte sind sehr beliebt - pro Kopf und Jahr werden in Deutschland rund 3,8 Kilogramm (kg) Erdbeeren verzehrt (Quelle: Statista)

Im Jahr 2023 bauten in Niedersachsen 261 Betriebe auf 2.371 Hektar Erdbeeren an. Von den erdbeerproduzierenden Betrieben bauten 229 Betriebe Erdbeeren im Freiland und 70 Betriebe unter Schutzabdeckungen an. Insgesamt lag die Erntemenge bei rund 32.179 Tonnen Erdbeeren (Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen).

Erdbeeren pflücken Bildrechte: © Smileus - Fotolia.com
Es gibt zwei Anbaumethoden:

Normal wird die Grünpflanze im August gesetzt. Die Ernte beginnt während Spargelzeit. Wenn es in der Blütezeit zu Spätfrösten kommt, führt das zu Qualitätseinbußen. Es entwickeln sich Früchte mit grünen Verknorpelungen.

Zur Verlängerung der Erdbeerkampagne wurde die Frigopflanze entwickelt. Diese wird im Herbst gezogen und überwintert im Kühlhaus bei nahezu +0°C. Im April ausgepflanzt bildet sie ihre Früchte später (nach sechs Wochen) und erleidet keine Fröste. Die Ernte kann somit bis Ende August verlängert werden. Die Früchte sind in der Regel qualitativ besser.

  • Handelsqualitäten – Grundlage EU-Vermarktungsnorm für Erdbeeren

Es sind die Klassen E, I und II eingeführt. Die Klassenangabe ist zwingend vorgeschrieben. Es gibt Mindestgrößen (außer für Walderdbeeren): Kl. E 25mm, I+II 18mm. Der Kelch muss vorhanden sein (außer bei Walderdbeeren). Erdbeeren dürfen in der Produktions-, Vermarktungskette nicht gewaschen werden.

Einkauf & Lagerung

Beim Einkauf auf möglichst vollreife, einheitlich rote Früchte mit knackig-frisch grünen Kelchblättern achten, die noch ihren vollen Glanz haben.

Die Erdbeere ist nicht klimakterisch, heißt, sie reift nach der Ernte nicht nach! Also: nicht ausgefärbte, teilweise weiße Früchte bleiben unreif. Beim Kauf sollten Erdbeeren aber auch nicht überreif sein oder Druckstellen haben.

Frisch geerntete Erdbeeren sind sehr druckempfindlich und verderben schnell. Deshalb sollte man sie möglichst direkt nach dem Kauf verzehren oder für eine längere Aufbewahrung verarbeiten (zum Beispiel einfrieren). Im Kühlschrank, ideal unterste Schublade, lassen sich Erdbeeren ungewaschen und abgedeckt höchstens ein bis zwei Tage lagern. Nach wenigen Stunden verlieren sie allerdings schon etwas an Aroma. Zur Kühllagerung die Früchte am besten aus der Schale nehmen und ungestapelt auf einen Teller verteilen um Druckstellen zu vermeiden. Dabei keine Folienabdeckung verwenden, sonst könnte sich Feuchtigkeit bilden.

Absolut frische Erdbeeren gibt es beim Selbstpflücken. Keine Erdbeere schmeckt so gut wie diejenige, die selber gepflückt wurde. Und ein Spaß für die ganze Familie ist der Ausflug zum Erdbeerfeld allemal.

Tipps und Infos rund um die süße Erdbeere - zusammengefasst im Video

Das Video zeigt Tipps und Infos zur Saison von Erdbeeren, Wissenswertes zu Botanik, Reife, Lagerung und Haltbarkeit, gibt Hinweise zu verdorbenen Früchten und zum Waschen vor dem Verzehr.

Erdbeeren waschen Bildrechte: © lisalucia - Fotolia.com

Zubereitung

Ganze Früchte nur leicht und kurz in einem Sieb abspülen oder in einer großen, mit Wasser gefüllten Schüssel, tauchen. Danach auf einem Küchentuch oder Küchenkrepp abtropfen lassen. Erst nach dem Waschen Stiele und Kelchblätter entfernen.
Je nach Verwendung werden die geputzten Früchte halbiert, geviertelt oder auch in Scheiben geschnitten. Verschimmelte Erdbeeren wegwerfen! Durch den hohen Wassergehalt verteilen sich Schimmelsporen leicht in der gesamten Frucht. Es reicht auch nicht aus verschimmelte oder dunkle Stellen abzuschneiden.

Ideal zum Einzuckern von Erdbeeren ist Puderzucker, da dieser sich schneller löst als normaler Haushaltszucker. Am besten erst kurz vor dem Servieren.

Gesunde Früchtchen - was steckt drin?

Erdbeeren eignen sich auch gut zum Einfrieren. Zunächst die sauberen und trockenen Erdbeeren im Ganzen auf ein Backblech legen und circa eine Stunde lang vorfrosten. Danach die Früchte in Gefrierbeutel oder – dosen abfüllen. Ob im Ganzen oder püriert sind die roten Früchte dann tiefgefroren etwa 10 Monate haltbar. Die Erdbeere ist reich an den Vitaminen C, B1, B2 und Karotin, sie enthält sogar mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen. Und ist zudem ein guter Mineralstofflieferant für Kalium, Kalzium, Phosphor und Eisen. Der relativ hohe Ballaststoffgehalt (1.6 g pro 100g) fördert zusätzlich die Verdauung.

Doch Erdbeeren sind nicht nur gesund und lecker, sondern mit nur 35 kcal pro 100 Gramm pur genossen ein kalorienarmer frischer Snack.

Untersuchungsergebnisse des LAVES

  • Salmonellen & Co: Sind frische Erdbeeren eine Gefahr?

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES werden regelmäßig Erdbeeren aus Erzeugerbetrieben, frisch nach der Ernte, fertig vorbereitet für die Abgabe an den Handel sowie aus dem Lebensmitteleinzelhandel mikrobiologisch untersucht. Es handelt sich dabei um lose und verpackte Proben.

Die Erdbeerproben werden auf krankmachende Keime - Listeria monocytogenes und Salmonellen - sowie teilweise auf den Hygieneindikator Escherichia coli (E. coli) untersucht.

In den Jahren 2017 bis 2022 wurden insgesamt 108 Proben Erdbeeren mikrobiologisch untersucht. 89 Proben (82 Prozent) stammten aus niedersächsischen Erzeugerbetrieben, 17 Proben (16 Prozent) aus dem Einzelhandel, 2 Proben (2 Prozent) aus dem Erzeugergroßmarkt. In keiner Probe wurden Listerien oder Salmonellen nachgewiesen. Auch die Untersuchungen auf E. coli ergaben keine Auffälligkeiten.

  • Pflanzenschutzmittelrückstände

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES untersucht frische Erdbeeren auf das Vorkommen von Pflanzenschutzmittelrückständen.

Die Untersuchungen des LAVES von 76 frischen Erdbeerproben im Jahr 2023 hat die Ergebnisse aus den Vorjahren bestätigt. Erdbeeren sind eine Obstart, die sehr häufig Pflanzenschutzmittelrückstände aufweist.

Erdbeeren auf weißem Hintergrund Bildrechte: ©baibaz - stock.adobe.com

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Erdbeeren

Ob pur oder als Kuchen, Dessert, Marmelade, Likör – frische Erdbeeren sind immer ein köstlicher Genuss. Das LAVES untersuchte 76 Proben frische Erdbeeren, darunter zwei Bioproben, auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Jahr 2023. Aus Deutschland stammten 51 Proben. mehr
Salmonella typhimurium

Salmonellen

Waren es 2007 noch 55.400 Fälle, erkrankten 2020 rund 10.000 Menschen in Deutschland an Salmonellose. Trotz des positiven Trends sind Salmonellen noch immer oft der Grund für lebensmittelbedingte Magen-Darm-Erkrankungen in Deutschland. Wie werden sie übertragen und wer ist besonders gefährdet? mehr
Junge Menschen kochen zusammen - Hygieneregeln beim Kochen beachten Bildrechte: © BalanceFormCreative – stock.adobe.com

7. Juni – Tag der Lebensmittelsicherheit: Auch zuhause kommt es auf Lebensmittelhygiene an!

Bei der gemeinsamen Arbeit in der Küche können Mikroorganismen auf Lebensmittel gelangen. Um sich davor zu schützen, sind Reinigung und Sauberkeit im Haushalt sehr wichtig. Die wichtigsten Tipps haben wir in einem Video zusammengefasst: mehr
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