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Wie unbedenklich sind Backformen?

Untersuchungen des Instituts für Bedarfsgegenstände Lüneburg


Damit dem sicheren Genuss nichts im Wege steht, untersucht das LAVES-Institut für Bedarfsgegenstände in Lüneburg Backformen aller Art auf ihre unbedenkliche Benutzung hin.

Nach der EU-Bedarfsgegenstände-Verordnung (VO (EG) 1935/2004) müssen alle Bedarfsgegenstände mit Lebensmittelkontakt nach Guter Herstellungspraxis hergestellt werden. Das heißt: Gegenstände dürfen bei normaler und vorhersehbarer Verwendung keine Bestandteile auf ein Lebensmittel abgeben, die ein bestimmtes Maß übersteigen (beispielsweise Höchstmengen an Elementen).

Die Untersuchungen können sich bei Backutensilien unterschiedlich gestalten, da es bei Backformen zum Beispiel unterschiedliche Oberflächenmaterialien geben kann – wie Königskuchen- oder Gugelhupfformen mit und ohne Beschichtung oder Muffinformen mit keramischer oder Antihaftbeschichtung. Bei Antihaftbeschichtungen kann es sich um PTFE (Polytetrafluorethylen) oder anderes silicatisches Material handeln, welches auf Siliziumdioxid basiert.
Backformen aus Keramik
Untersuchungshergang

Keramische Oberflächen werden – wie Tassen und Teller aus Keramik auch – mit Essigsäure befüllt und 24 Stunden stehengelassen. Anschließend werden die gewonnen Lösungen geprüft: Mit geeigneten Verfahren wird geschaut, ob aus der Oberfläche Elemente in Lösung gegangen sind und ob diese die gesetzlichen Vorgaben einhalten.

Bei Materialien, die Kontakt zu Lebensmitteln haben, bestimmt die Beschaffenheit oder Art des Materials die rechtliche Einstufung sowie auch die Prüfart des Materials. Metallische Oberflächen werden beispielsweise auf eine andere Art geprüft als keramische Oberflächen: Formen aus Metall können mit künstlichem Leitungswasser oder auch 0,5 Prozent Citronensäure und unter Anwendung von Temperatur geprüft werden. Aber auch hier wird schließlich geschaut, ob Bestandteile in Lösung gegangen sind.

Neben Elementen, die in Lösung gehen können, wird mit bloßem Auge geschaut, ob eine vorhandene Beschichtung dem derzeitigen Stand der Technik entspricht. Eine Beschichtung sollte demnach so aufgebracht worden sein, dass sie unter vorgesehenen Nutzungsbedingungen (ohne mechanische Einwirkung) der Prüfung standhält und keine Ablösungserscheinungen zeigt.

Darüber hinaus werden die gesetzlichen Kennzeichnungselemente überprüft. Dazu gehören die Adressdaten des Herstellers, wenn das Produkt in den Handel kommt. Bei Backgeschirr kann unter Umständen ein Hinweis für eine sichere und sachgemäße Verwendung vonnöten sein. Derartige Hinweise können sich zum Beispiel auf eine Temperatur beziehen, die beim Verwenden nicht überschritten werden sollte.

Untersuchungsergebnisse des LAVES

Im Jahr 2018 hat das Institut für Bedarfsgegenstände 16 Backformen mit verschiedenen Oberflächen untersucht. Dabei zeigten die Formen mit keramischer Beschichtung keinerlei Auffälligkeiten, was den Übergang von Elementen in das Prüflebensmittel betrifft.

Bei zwei Formen mit Antihaftbeschichtung trat der oben beschriebene Fall ein, dass die Beschichtung der Prüfung nicht standhielt und sich ablöste. In diesen Fällen können entsprechend Bestandteile des Beschichtungsmaterials auf Lebensmittel übergehen, was es zu vermeiden gilt.

Von dem Material gehen zwar keine gesundheitlichen Bedenken aus, aber dennoch ist es möglich, eine Beschichtung technisch einwandfrei so aufzubringen, dass diese eine einmalige Worst-case Prüfung ohne Schäden übersteht.

Bei allen untersuchten Proben waren die Kennzeichnungselemente wie in den gesetzlichen Anforderungen vorhanden.


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