LAVES klar

Echte Vanille im Vanilleeis?


Die Vanillepflanze, ein in den Tropen beheimatetes Orchideengewächs, liefert eines der beliebtesten, wichtigsten und auch teuersten Gewürze der Welt: Echte Vanille wird aus den noch unreif geernteten, fermentierten und getrockneten Vanilleschoten gewonnen. Während des Fermentationsprozesses bildet sich sowohl das charakteristische Vanillearoma als auch die bekannte dunkle Farbe der Schoten.

Die für das Vanillearoma wichtigste Komponente ist das Vanillin. Es kommt in Mengen von etwa 1 bis 2 % in den Vanilleschoten vor. Neben Vanillin tragen noch eine Vielzahl von Substanzen zum Vanillearoma bei, die oftmals nur in sehr geringen Mengen vorhanden sind.

Der hohe Preis der Vanille und die steigende Nachfrage machen es zu einem lukrativen Ziel nicht ausschließlich echtes Vanillearoma zu verwenden



Untersuchungsergebnisse des LAVES

Vanilleschote

In den Lebensmittel- und Veterinärinstituten Braunschweig/Hannover und Oldenburg des LAVES wurden im Jahr 2016 insgesamt 46 Proben Vanilleeis aus Eiscafés (lose Proben) auf die Verwendung von echter Vanille geprüft.

Die Beurteilung erfolgte in Anlehnung an die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches für Pudding und Desserts. Danach darf ein Pudding, der unter Verwendung von nicht ausschließlich natürlichem Vanillearoma hergestellt wurde, nicht als „Vanillepudding“ sondern muss als „Pudding mit Vanillegeschmack“ bezeichnet werden. Analog dazu wurde Vanilleeis beurteilt. Ein als Vanilleeis bezeichnetes Erzeugnis darf nur natürliche Vanillearomen enthalten.

Inzwischen ist die Beschaffenheit von Vanilleeis in den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches mit dem gleichen Tenor beschrieben. Wird bei der Herstellung des Eises nicht natürliches Vanillearoma verwendet, so muss das Eis als „Eis mit Vanillegeschmack“ bezeichnet werden.

39 der 46 untersuchten Proben wurden als irreführend bezeichnet beurteilt, da kein ausschließlich natürliches Vanillearoma enthalten war. Fünf Proben enthielten den synthetischen Aromastoff Ethylvanillin. Bei den anderen Proben wurde Vanillin entweder mittels Isotopenmassenspektrometrie als nicht natürliche Verbindung identifiziert und/oder das Vanillearoma wurde anhand von für natürliche Vanille untypischen Verhältniszahlen zwischen Vanillin und Begleitaromastoffen als nicht natürlich eingestuft.



Ergebnis

Ausschließlich echtes Vanillearoma wird kaum verwendet und die Verbraucher/innen werden darüber leider im Unklaren gelassen.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln