LAVES klar

Knuspriger Knabberspaß: Chips & Co.

Überprüfung von Nährwertgehalten, Kennzeichung und Acrylamid



Kaum ein Fernsehabend mit Freunden oder Familie kommt ohne aus: Knabbergebäck. Bei knusprigen Kartoffelchips, Salzstangen oder Crackern greift fast jeder gerne zu. Und das Angebot im Supermarkt ist groß: es gibt würzige und immer ausgefallenere Geschmacksrichtungen wie Chips mit mariniertem Fleischgeschmack, Chili-Limetten-Geschmack, Meersalz- und Essiggeschmack, Oliven- oder Salz- und Butterwürzung, sowie fettreduzierte Chips oder Chips mit den Hinweis "glutenfrei". Immer häufiger finden sich in den Supermarkt­regalen neben den klassischen Kartoffelchips auch Gemüsechips: Chips aus z.B. Roter Bete, Pastinake, Süßkartoffel oder Karotte.


Kartoffelchips

Untersuchung

Im Jahr 2016 hat das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES Kartoffelchips (32x) und diverses Laugenknabbergebäck wie Salzbrezeln (11x), Salzstangen (7x), Sesamstangen (2x) und Laugencracker (1x) genauer untersucht. Im Fokus stand dabei vor allem die Überprüfung der Nährwertgehalte, die Chips wurden zusätzlich auf Acrylamid untersucht. Acrylamid entsteht in Lebensmitteln beim stärkeren Erhitzen. Es ist aus Tierversuchen bekannt, dass Acrylamid das Erbgut verändern und Krebs erzeugen kann. Das tatsächliche Risiko für den Menschen ist aber bisher noch nicht bekannt.

Acrylamid in Kartoffelchips

Für Kartoffelchips (sowohl aus frischen Kartoffeln als auch aus Kartoffelteig) gilt ein EU-Richtwert von 1.000 µg/kg. Es wurden 30 Proben Kartoffelchips auf Acrylamid getestet. Dabei lagen alle Gehalte unterhalb des Richtwerts zwischen 111 und 836 µg/kg.

Nährwertüberprüfung

Die Nährwertüberprüfung dient dazu, die Nährwertgehalte in den Proben zu messen und mit den auf der Verpackung deklarierten Angaben zu vergleichen. Enthält ein Produkt z.B. mehr oder auch weniger Fett als angegeben, liegt eine Irreführung des Verbrauchers vor.
Bei den untersuchten Proben wurden einige Abweichungen festgestellt: Eine Probe Kartoffelchips und eine Probe Sesamstangen wurden wegen eines zu hohen Fettgehalts als irreführend beurteilt. Sowohl der Fett- als auch der Eiweißgehalt stimmten bei einer weiteren Probe Kartoffelchips nicht mit der Angabe des Herstellers überein. Einen deutlich niedrigeren Eiweißgehalt als auf der Verpackung angegeben wies eine Probe Salzstangen auf. Ein höherer Eiweißgehalt wurde bei einer Probe Chips ermittelt. Die Untersuchung auf gesättigte Fettsäuren ergab einmal einen niedrigeren und einmal einen höheren Gehalt als angegeben. Beim Laugenknabbergebäck wurden auch die Salzgehalte überprüft - hier waren alle Werte in Ordnung.
Bei acht Proben Kartoffelchips, die den Hinweis "glutenfrei" trugen, war die Angabe zulässig.
Auch wenn man gerne in die Tüte greift – Kartoffelchips sind kein leichter Knabberspaß. Sie enthalten rund 30 g Fett pro 100 g. Insgesamt lag bei 29 Chipsproben der Fettgehalt im Mittelwert bei 29,9 g/100 g. Bei zwei weiteren Proben handelte es sich um ofengebackenes Kartoffelknabbergebäck, das nicht frittiert wird und demnach einen niedrigeren Fettgehalt aufweisen soll. Der Mittelwert beider Proben lag bei 8,5 g/100 g.
Ebenfalls weniger Fett enthielten die untersuchten Laugenknabbergebäcke: Bei Salzstangen und –brezeln lag der Mittelwert bei 6,1 g/100 g, bei Sesamstangen bei 13 g/100 g und bei der Probe Laugencracker bei 15,2 g/100 g.
Die Eiweißgehalte der untersuchten Chips betrugen im Mittelwert 6,2 g /100 g, für Salzstangen und –brezel lag der Wert bei 11,1 g /100 g, für Sesamstangen bei 13,3 g/100 g und für Laugencracker bei 9,1 g/100 g.

Kennzeichnung

Die Lebensmittel- und Nährwertkennzeichnung wird durch die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) EU-Verordnung Nr. 1169/2011 europaweit einheitlich geregelt. Folgende Angaben müssen bei allen verpackten Lebensmitteln mindestens gemacht werden: Bezeichnung des Lebensmittels, Zutatenverzeichnis, Allergene Zutaten, Mindesthaltbarkeit- oder Verbrauchsdatum, Mengenangabe, Hersteller. Am 13.12.2016 wird auch die Nährwertdeklaration verpflichtend.
Insgesamt wurden vier Kennzeichungsmängel nach der LMIV festgesgellt – sie betrafen die Lesbarkeit und die Schriftgröße des Mindesthaltbarkeitsdatums sowie das Zutatenverzeichnis. In einem Fall wurde eine zusammengesetzte Zutat nicht aufgeschlüsselt.

Gemüsechips

Gemüsechips – eine neue Snack-Idee

Es handelt sich bei Gemüsechips um Knabberartikel, die immer häufiger neben den klassischen Kartoffelchips in den Supermarktregalen zu finden sind.
Im Allgemeinen versteht man unter Gemüsechips Chips, die aus anderen Gemüsesorten als Kartoffeln hergestellt werden. Meist handelt es sich um in Sonnenblumenöl ausgebackene oder frittierte Chips der jeweiligen Gemüseart, verfeinert durch verschiedene Gewürze und/oder Salz. Eher selten findet man luftgetrocknete Gemüsechips.
Die untersuchten Gemüsechips enthielten Pastinaken, Karotten, Rote Beete und Süßkartoffeln in verschiedenen Gewichtsanteilen. Lediglich eine Probe bestand nur aus Rote Beete. Es sind aber auch Gemüsechips aus Grünkohl, Wirsing oder Zucchini im Handel erhältlich.



Untersuchung

2016 wurden Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES 13 Proben Gemüsechips hinsichtlich der deklarierten Nährwertangaben von Eiweiß, Zucker- und Fettgehalten untersucht. Insbesondere die Fettgehalte von 33 bis 45 % und die Zuckergehalte von 15 bis 28 % weisen die Chips als ausgesprochen kalorienreiche Snacks aus.
Mehrheitlich stimmten die ermittelten Eiweiß-, Fett- und Zuckergehalte unter Berücksichtigung der Toleranzen mit den deklarierten Gehalten überein. Lediglich bei 2 Proben waren die Abweichungenn der Zucker- und Fettgehalte so groß, dass die Proben als irreführend aufgemacht beurteilt wurden.

Gemüsechips eine gesunde Alternative? Leider nein, denn die fertigen Snacks aus Gemüse enthalten viel Fett und Salz und sollten daher wie die übrigen Knabbberartikel auch nur gelegentlich genossen werden. Eine Alternative ist die eigene Herstellung von Gemüsechips, dann kann über Salz- und Fettgehalt selbst bestimmt werden.

Tipp

Gemüsechips lassen sich aus Kartoffel- oder auch Gemüsescheiben (z.B. Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Topinambur) leicht selbst herstellen:

  • Gemüse waschen und schälen.
  • Mit einem Gemüsehobel in dünne Scheiben schneiden.
  • In einer Schüssel mit Olivenöl und nach Belieben mit Gewürzen (Salz, Pfeffer, Muskatnuss etc.) und frischen Kräutern (Rosmarin, Thymian, Basilikum etc.) vermengen und auf einem Backbleck gleichmäßig verteilen.
  • Im Backofen 30 bis 40 Minuten bei 140°C Umluft backen, dabei zwischendurch immer mal wieder die Ofentür öffnen, damit der Wasserdampf entweichen kann.
Knabbergebäck

Tipp:

Gemüsechips lassen sich aus Kartoffel- oder auch Gemüsescheiben (z. B. Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Topinambur) leicht selbst herstellen.

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