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Gemüsechips: Eine gesunde Alternative?

Grünkohl, Pastinake, Rote Bete oder Süßkartoffel – Gemüsechips sind voll im Trend


Sie werden aus Süßkartoffeln, Roter Bete, Pastinaken, Grünkohl oder Zucchini hergestellt und gern als gesündere Alternative zu Kartoffelchips vermarktet: Gemüsechips sind in Supermarktregalen immer häufiger neben den klassischen Kartoffelchips zu finden. Meist handelt es sich um in Sonnenblumenöl frittierte Chips der jeweiligen Gemüseart, verfeinert durch verschiedene Gewürze und/oder Salz. Luftgetrocknete Gemüsechips findet man eher selten.


Untersuchungsergebnisse des LAVES

Im Jahr 2018 hat das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover 18 Proben Gemüsechips untersucht. Der Acrylamidgehalt lag bei einem Drittel der Proben (sechs Gemüsechipsproben) über dem Richtwert von 750 µg/kg für Knabberprodukte. Drei weitere Proben wiesen zudem einen deutlich erhöhten Mykotoxingehalt auf; eine Probe wurde positiv auf Salmonellen getestet.
Zwei Proben enthielten eine irreführende Kennzeichnung: Bei beiden lag der ermittelte Fettgehalt über dem angegebenen Gehalt.

2017 sind 22 Proben untersucht worden. Der Acrylamidgehalt einer Probe war deutlich erhöht. Bei drei Proben wurde die Kennzeichnung bemängelt: Die Zutatenliste einer Chipsprobe enthielt die Zutat "High Oleic Sonnenblumenöl" – die Angabe "high oleic" weist bei Pflanzenölen auf einen Ölsäure-Anteil von 70 bis 95 Prozent hin. Die Kennzeichnung durch den englischen Begriff ist allerdings nicht ausreichend. Eine weitere Probe hat einen Fettgehalt von 24 g/100 g Chips deklariert. Ermittelt wurden allerdings 33,1 g/100 g. Der dritten Probe fehlte die Angabe "Kilojoule" (kJ), sowie ein deutscher Wortlaut für das Mindesthaltbarkeitsdatum. Zudem summierten sich die angegebenen Gewichtsanteile der Zutaten irreführenderweise auf über 116 Prozent.

2016 hat das Institut 13 Proben Gemüsechips hinsichtlich der deklarierten Nährwertangaben von Eiweiß, Zucker- und Fettgehalten untersucht. Insbesondere die Fettgehalte von 33 bis 45 Prozent und die Zuckergehalte von 15 bis 28 Prozent weisen die Chips als ausgesprochen kalorienreiche Snacks aus.
Mehrheitlich stimmten die ermittelten Eiweiß-, Fett- und Zuckergehalte unter Berücksichtigung der Toleranzen mit den deklarierten Gehalten überein. Lediglich bei zwei Proben waren die Abweichungen der Zucker- und Fettgehalte so groß, dass die Proben als irreführend aufgemacht beurteilt wurden.

Gemüsechips: Eine gesunde Alternative?

Leider nein, denn die fertigen Snacks aus Gemüse enthalten viel Fett und Salz und sollten daher wie die übrigen Knabbberartikel auch nur gelegentlich genossen werden. Eine Alternative ist die eigene Herstellung von Gemüsechips, dann kann über Salz- und Fettgehalt selbst bestimmt werden.

Aus Kartoffel- oder Gemüsescheiben (zum Beispiel Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Topinambur) lassen sich Gemüsechips leicht selbst herstellen:

  • Gemüse waschen und schälen.
  • Mit einem Gemüsehobel in dünne Scheiben schneiden.
  • In einer Schüssel mit Olivenöl und nach Belieben mit Gewürzen (Salz, Pfeffer, Muskatnuss) und frischen Kräutern (Rosmarin, Thymian, Basilikum) vermengen und auf einem Backblech gleichmäßig verteilen.
  • Im Backofen 30 bis 40 Minuten bei 140 Grad Celsius Umluft backen, dabei zwischendurch immer mal wieder die Ofentür öffnen, damit der Wasserdampf entweichen kann.

Gemüsechips
Wie viel Acrylamid nehmen Sie täglich zu sich?

Das Acrylamidrechenprogramm des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ermöglicht es Ihnen, Ihre Acrylamidaufnahme pro Tag und Kilogramm Körpergewicht zu ermitteln.

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