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Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Kartoffeln?

Foto von geschälten Kartoffel in einer Schale mit Wasser, auf einem Holzbrett liegen ungeschälte Kartoffeln und eine halbgeschälte Kartoffel neben einem Messer Bildrechte: © Gheorghita - stock.adobe.com
Insgesamt wurden 57 Kartoffelproben auf Pestizidrückstände im Jahr 2025 untersucht, darunter 13 Proben aus biologischem Anbau.

In 30 Proben (= 53 Prozent ) waren Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, größtenteils nur im Spurenbereich, nachweisbar.

Es lagen keine Höchstgehaltsüberschreitungen vor.


Kartoffeln – lecker und vielseitig!

Die Kartoffel ist bei richtiger Lagerung (dunkel und kühl) lange haltbar und deshalb als Beilage oder Hauptgericht sehr beliebt. Etwa die Hälfte der deutschen Kartoffelernte stammt aus Niedersachsen.

Die Kartoffel, in Teilen Deutschlands auch als Erdapfel bezeichnet, gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Die Samen der Kartoffelpflanze und die Keime an der Knolle sind für den Menschen leicht giftig, weshalb nur die Knolle selbst für die Weiterverarbeitung geeignet ist.

Weltweit gibt es etwa 5.000 verschiedene Kartoffelsorten. Die unterschiedlichen Sorten werden unter anderem nach ihrem Verwendungszweck unterschieden und deshalb mit Aufschriften wie „festkochende Speisekartoffeln“ oder „mehlig kochende Speisekartoffeln“ gekennzeichnet. Die Kartoffel findet aber nicht nur in der Küche Verwendung, sondern auch als Futtermittel in der Tierzucht oder als Pflanzgut für die Entstehung neuer Kartoffeln.

Gerichte wie Pommes Frites, Kartoffelpuffer, Kartoffelpüree, Bratkartoffeln und Bauernfrühstück sind nur einige Beispiele, warum die Knolle für viele unentbehrlich ist. Geschätzt wird die Kartoffel aber auch wegen Ihrer gesunden Eigenschaften. Sie hat einen vergleichsweise hohen Gehalt an Kohlenhydraten und macht deshalb lange satt. Außerdem liefert die Kartoffel wichtige Vitamine sowie Mineralstoffe und enthält kaum Fett.

Untersuchungsergebnisse des LAVES

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden im Jahr 2025 insgesamt 57 Kartoffelproben, darunter 13 Proben aus biologischem Landbau, auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Unter den Proben waren 27 Proben Frühkartoffeln.

Mit 30 Proben (= 53 Prozent) kam der größte Anteil der Kartoffeln aus Deutschland. Von diesen stammten wiederum 21 Proben aus niedersächsischer Erzeugung. Weitere Herkunftsländer waren Ägypten (elf Proben), Israel (neun Proben), Frankreich (drei Proben), Spanien (drei Proben) und Zypern mit einer Probe.

Unter den Proben kamen 13 Proben aus biologischem Anbau, davon sieben Proben aus Deutschland, vier Proben aus Ägypten und jeweils eine Probe aus Israel und aus Spanien.

In insgesamt 30 Proben (= 53 Prozent), davon 18 Proben aus Deutschland, drei Proben aus Ägypten, vier Proben aus Israel, jeweils zwei Proben aus Frankreich und Spanien sowie einer Probe aus Zypern wurden Pflanzenschutzmittrückstände nachgewiesen.

27 Kartoffelproben (= 47 Prozent), darunter alle 13 Proben aus ökologischem Anbau, waren rückstandsfrei.

Eine Übersicht der Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen ist in Abbildung eins dargestellt.

Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Kartoffelproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Kartoffelproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Mehrfachrückstände von mindestens zwei und maximal fünf Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln waren in 13 Proben (= 23 Prozent) nachweisbar. Das Maximum bildete eine Probe Kartoffeln eines niedersächsischen Erzeugers mit fünf unterschiedlichen Rückständen (siehe Abbildung zwei).

Abbildung 2: Mehrfachrückstände in den Kartoffelproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 2: Mehrfachrückstände in den Kartoffelproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Insgesamt wurden Rückstände von elf unterschiedlichen Wirkstoffen bestimmt. Wie auch im Untersuchungszeitraum 2024 waren das Fungizid Propamocarb (22-mal, davon neunmal in Spuren) und das zur Keimhemmung eingesetzte 1,4-Dimethylnaphthalin (neunmal, davon viermal in Spuren) am häufigsten nachweisbar (siehe Abbildung drei).

Das ehemals zulässige Keimhemmungsmittel Chlorpropham in einer Probe deutscher Kartoffeln und alle weiteren Rückstände in den Proben waren größtenteils nur im Spurenbereich nachweisbar. Die Höchstgehalte wurden in keiner Probe überschritten.

Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in den Kartoffelproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in den Kartoffelproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Fazit:

Abgesehen von Propamocarb und 1,4-Dimethlynaphthalin wurden in den untersuchten Kartoffelproben nur wenige weitere Pflanzenschutzmittelrückstände und diese größtenteils nur im Spurenbereich festgestellt.

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

Feldspritze nah Bildrechte: © Kara - stock.adobe.com

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