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Pflanzenschutzmittelrückstände in Avocado?

Avocados Bildrechte: © LAVES
Avocados

Insgesamt wurden 60 Avocadoproben auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in den Jahren 2024 und 2025 untersucht, darunter neun Bioproben. In 24 Avocadoproben (= 40 Prozent) waren Pestizidrückstände nachweisbar. Es gab eine ungesicherte Höchstgehaltsüberschreitung, jedoch noch innerhalb der analytischen Messunsicherherheit. Aufgrund der ungesicherten Höchstgehaltsüberschreitung war die Probe verkehrsfähig.


Avocado – für süß und pikant!

Botanisch gesehen ist die Avocado eine Beere, die an einem Baum wächst. Die Avocadofrucht ist birnenförmig bis oval, je nach Art ist die Außenschale runzelig bis glatt, mittel- bis dunkelgrün und im Inneren befindet sich ein golfballgroßer Kern. Das Fruchtfleisch der reifen Avocado ist gelb bis grün, weich und von einer fast cremeartigen Konsistenz.

Wenn die Schale auf Druck leicht nachgibt, ist die Frucht zum Verzehr geeignet. Das Fruchtfleisch um den großen Kern ist sehr nahrhaft. Die Avocado hat von allen bekannten Obst- und Gemüsesorten den höchsten Fettgehalt (hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren) und enthält das "Glückshormon" Serotonin. Die Avocado bietet aber auch reichlich Vitamine – zum Beispiel die der B-Gruppe und Vitamin E.

Aufgrund ihres relativ neutralen, nußartigen Geschmacks eignen sich Avocados sowohl für süße wie für pikante Gerichte, ebenso für nahrhafte Getränke und als Brotbelag.

Um eine Avocado zu öffnen, sollte die Frucht erst der Länge nach bis zum Kern eingeschnitten und dann durch entgegengesetzte Drehbewegungen geteilt werden. Den Kern einer Avocado kann man am einfachsten mit einem Löffel entfernen. Danach sollten beide Schnittflächen der Avocado sofort mit Zitronensaft bestrichen werden, da das Fruchtfleisch andernfalls sofort eine bräunliche, unansehnliche Färbung annimmt.

Untersuchungsergebnisse des LAVES

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt 60 Avocadoproben auf Pflanzenschutzmittelrückstände analysiert. Die Proben stammten achtzehnmal aus Israel, vierzehnmal aus Kolumbien, dreizehnmal aus Marokko, siebenmal aus Spanien, je zweimal aus Chile und Tansania und je einmal aus Brasilien, Guatemala und Zypern. Bei einer weiteren Probe war das Anbauland nicht angegeben.

Unter den 60 Proben waren auch neun Avocadoproben aus Bioanbau (= 15 Prozent). Hiervon kamen sechs Proben aus Spanien und jeweils eine Probe aus Israel, Tansania und Zypern.

In insgesamt 24 Avocadoproben (= 40 Prozent) wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Sechs Proben aus Israel, zwölf Proben aus Kolumbien und jeweils eine Probe aus Marokko, Spanien, Chile und Tansania sowie eine Probe ohne Ursprungsangabe wiesen Rückstände unterhalb der Höchstgehalte auf. Eine weitere Avocadoprobe aus Kolumbien enthielt das Fungizid Propamocarb oberhalb des Höchstgehaltes, jedoch noch innerhalb der analytischen Messunsicherherheit. Aufgrund der ungesicherten Höchstgehaltsüberschreitung war die Probe verkehrsfähig.

Eine Avocadoprobe aus Bioanbau in Spanien enthielt das im Ökoanbau unzulässige Fungizid Fludioxonil nur in Spuren und war somit als „Bio“ verkehrsfähig.

In den übrigen 36 Proben, (= 60 Prozent), darunter acht Bioproben, waren keine Pestizidrückstände nachweisbar.

Ein Überblick über die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen ist in Abbildung eins dargestellt.

Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Avocadoproben, berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Avocadoproben, berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Mehrfachrückstände, das heißt zwei oder mehr Wirkstoffe oder deren Abbauprodukte, wurden in acht Avocadoproben (= 13 Prozent) bestimmt (siehe Abbildung zwei).

In fünf Avocadoproben aus Kolumbien und jeweils einer Probe aus Israel und ohne Angabe der Herkunft waren zwei Wirkstoffe nachweisbar. Als Maximum waren drei Pflanzenschutzmittelwirkstoffe in einer Probe aus Kolumbien nachweisbar.

Abbildung 2: Pflanzenschutzmittelrückstände in den Avocadoproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 2: Pflanzenschutzmittelrückstände in den Avocadoproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Insgesamt wurden acht verschiedene Wirkstoffe in den Avocadoproben nachgewiesen (siehe Abbildung drei).

Mit 23-mal weitaus am häufigsten war das fungizid wirkende Thiabendazol in den Proben enthalten.

Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in den Avocadoproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in den Avocadoproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Fazit:

Wie auch zuletzt im Untersuchungsjahr 2022 enthielten die Avocadoproben wenige Pflanzenschutzmittelrückstände.

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

Feldspritze nah Bildrechte: © Kara - stock.adobe.com

Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel werden als Schutz vor zum Beispiel Pilzen, Insekten, Milben, Unkräutern, Schnecken und Wildfraß verwendet. In Deutschland sind rund 250 Wirkstoffe in zugelassenen Pflanzenschutzmitteln registriert, die wiederum in etwa 1050 verschiedenen Handelsprodukten enthalten sind. mehr
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