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Gemüse mal anders – Bratlinge, Puffer, Rösti

In der veganen und vegetarischen Küche sind Gemüsebratlinge beliebt. Als fleischlose Alternative zu Frikadelle und Co. kommen sie in vielen verschiedenen Varianten auf den Tisch, zum Beispiel als Gemüsepuffer oder -rösti, in Wraps oder Burgern. Häufig gibt es Bratlinge, Puffer oder Rösti bereits vorgefertigt gekühlt oder tiefgefroren zu kaufen.

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover hat im Jahr 2019 trockene Vormischungen für Bratlinge auf Getreide-, Gemüse- und Sojabasis und im Jahr 2018 fertig zubereitete und als Trockenmischung angebotene Gemüsebällchen und Falafel (Kichererbsenbällchen) genauer unter die Lupe genommen.


Trockene Vormischungen für Bratlinge auf Getreide-, Gemüse- und Sojabasis

Im Jahr 2019 wurden bei 16 Proben trockenen Vormischungen für Bratlinge jeder Art auf Getreide-, Gemüse- und auch Sojabasis die Nährwertkennzeichnung, die sensorische Beschaffenheit und die Kennzeichnung überprüft.

Bei sieben Proben auf der Basis von Dinkel und/oder Grünkern (Korn des Dinkels, das halbreif geerntet und unmittelbar darauf künstlich getrocknet wird) wurde auf die nicht ausreichende Allergendeklaration hingewiesen.

Bei Dinkel handelt es sich um einen allergenwirksamen Stoff im Sinne des Anhang II VO (EU) Nr. 1169/2011. In einer Bekanntmachung der EU-Kommission, die sich mit der Deklaration von allergenwirksamen Zutaten befasst, wird darauf hingewiesen, dass bei der Verwendung von beispielsweise Dinkel eine eindeutig Bezugnahme auf die Getreideart (hier: Weizen) bei der Allergenkennzeichnung erfolgen sollte. Als mögliche Arten der Allergenkennzeichnung im Zutatenverzeichnis bei der Verwendung von Dinkel wird aufgeführt: Weizen oder Weizen (Dinkel) oder Dinkelweizen. Ein zusätzlicher Hinweis auf die Getreideart war bei den Proben nicht vorhanden.

Bei einer Probe war die Schriftgröße der Nährwertangabe zu gering.


Fertig zubereitete und als Trockenmischung angebotene Gemüsebällchen und Falafel (Kichererbsenbällchen)

Im Jahr 2018 wurden in einem Projekt 14 Proben verzehrfertig zubereitete Gemüsebällchen aus dem Kühlregal mikrobiologisch untersucht, die Nährwertangaben auf ihre Richtigkeit und die Kennzeichnung überprüft.

Bei drei Proben wurde die Angabe des Fettgehaltes in der Nährwertdeklaration als irreführend beurteilt, da die ermittelten Fettgehalte in den Proben deutlich höher waren als deklariert.

Die mikrobiologische Untersuchung ergab erfreulicherweise keinen Grund zur Beanstandung.

In einem weiteren Projekt wurden im Jahr 2018 sieben Proben speziell Falafeln (Kichererbsenbällchen), fertig zubereitet oder als Trockenmischungen, geprüft. Falafel sind eine Spezialität der orientalischen Küche aus Kichererbsen und inzwischen auch in Europa ein beliebtes Gericht. Sie werden fertig zubereitet im Kühlregal, tiefgefroren oder auch als Trockenmischung angeboten. Die Nährwertangaben wurden auf ihre Richtigkeit und die Kennzeichnung überprüft.

In einem Fall wurde der deklarierte Salzgehalt als irreführend beurteilt, da der ermittelte Salzgehalt höher lag.

Bei einer Probe war die Bezeichnung „Bohnenpaste“ nicht korrekt, da ein Pulver vorlag. Bei zwei Proben waren die in der Probe enthaltenen allergenwirksamen Zutaten im Zutatenverzeichnis nicht beziehungsweise nicht deutlich genug hervorgehoben.

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