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Nicht nur cremig, sondern soft: Loses Softeis aus Automaten

Softeis ist eine beliebte Nascherei im Sommer und sicher vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern bereits seit der Kindheit bekannt. Auch heute erfreut es sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch was eigentlich ist das Besondere am Softeis?

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES hat lose Softeisproben aus Gastronomiebetrieben, dem Lebensmitteleinzelhandel und von Jahrmärkten untersucht.


Geschichtlicher Rückblick

Speiseeis beziehungsweis seine „Vorläufer“ erfreuten schon in der Antike die Herrscher in Asien und Europa mit ihrer kühlenden Eigenschaft. Anfänglich war es Gletscherschnee, der mit Früchten oder Honig verfeinert wurde. Im Laufe der Jahrhunderte führte die weitere Entwicklung über eisgekühlten Milchrahm bis zu den uns bekannten individuellen Rezepturen der unterschiedlichsten Eiskreationen. Durch die von Carl Linde gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte Kältemaschine und spezielle Eismaschinen war es möglich, Speiseeis einem breiteren Publikum anzubieten.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eröffneten in Deutschland die ersten italienischen Eisdielen und die industrielle Herstellung von Speiseeis begann.

Die Geburtsstunde des Softeises dagegen ist jüngeren Datums und ist auf eine eher zufällige „Entdeckung“ in den USA zurückzuführen. Nach der Panne eines Kühllieferwagens wurde das schmelzende, weiche Speiseeis noch zwei Tage verkauft und fand großen Zuspruch bei den Kunden.

Nach der Entwicklung einer speziellen Rezeptur für „weiches“ Eis dauerte es nicht lange, bis in den USA Softeismaschinen erfunden und 1958 nach Deutschland importiert wurden.

Herstellung von Softeis

Bei Softeis handelt es sich um eine sehr weiche Variante des Speiseeises, die auf ein besonderes Herstellungsverfahren in speziellen Softeismaschinen zurückzuführen ist.

Der flüssige Eismix (gebrauchsfertige Zubereitung oder pulverförmiger Ausgangsstoff, angerührt mit Wasser), wird durch Druckluft in den Gefrierzylinder der Eismaschine gepumpt und dadurch aufgeschäumt. Der auf -6°C abgekühlte Eismix wird ständig gerührt. Dabei entsteht an den Wänden des Gefrierzylinders eine dünne Eisschicht, die fortlaufend von scharfen Schabern abgekratzt wird und wieder in die sich bewegende Eismasse gelangt. Hierdurch wird die bekannte cremige, „fluffige“ Konsistenz erreicht, mit der das Softeis direkt aus der Eismaschine für den Verbraucher entnommen wird.

Softeis


Softeis wird bei deutlich höheren Temperaturen (-6°C) als herkömmliches Speiseeis (-18°C) hergestellt. Die kälteempfindlichen Geschmacksknospen der Zunge können daher den Geschmack von Softeis intensiver wahrnehmen, das kältere Speiseeis wird als weniger geschmacksintensiv empfunden.

Untersuchungen des LAVES

Im Jahr 2017 wurden beim Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES 18 lose Softeisproben unterschiedlicher Geschmacksrichtungen, die größtenteils durch Aromen hervorgerufen werden (sechs mal Vanille, ein mal Schokolade, drei mal andere, acht mal ohne Angabe einer Geschmacksrichtung), untersucht. Sie stammten aus Gastronomiebetrieben, dem Lebensmitteleinzelhandel und von Jahrmärkten.

Chemisch wurden wertgebende Zutaten (Vanillearomastoffe, Milchfett) und bei farbigen Produkten das Vorhandensein nicht kenntlich gemachter und/oder nicht zugelassener Farbstoffe untersucht. Im Rahmen der immunologischen Analytik wurde die Anwesenheit von Allergien und Unverträglichkeiten auslösenden Stoffen geprüft.

Insgesamt fielen acht Proben (= 44 %) mit den nachfolgenden Mängeln auf:

Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass vier Eise irreführend als Softeis Vanille bezeichnet waren, da ihr Geschmack nicht durch natürliche Vanille, sondern ein synthetisch oder biotechnologisch erzeugtes Aroma hervorgerufen wurde. Die korrekte Bezeichnung ist dann zum Beispiel Softeis (mit) Vanillegeschmack. Dies war bei zwei Eisen bereits auf der Fertigpackung des pulverförmigen Ausgangsstoffes angegeben.

Bei zwei Eisen fehlte der nach der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) für Allergiker erforderliche Hinweis auf die Verwendung von Milch.

Vereinzelt wurden Mängel in der Kennzeichnung der Ausgangsstoffe festgestellt (ungenaue Angabe, wo das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung zu finden ist, in der Zutatenliste ungenaue Übersetzung aus nicht deutschsprachigen Vorlagen, hervorgehobene Angaben (zum Beispiel „Vanille“,„Erdbeer“ im Widerspruch zur Bezeichnung „mit Vanille- bzw. Erdbeergeschmack).


Quellen:

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