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Pastavielfalt im Visier

LVI Braunschweig/Hannover untersucht unterschiedliche Teigwaren


Sie kommen in verschiedenen Farben sowie Formen vor und werden gerne mit Sauce oder als Auflauf gegessen: Nudeln sind vielfältig einsetzbar und in Deutschland sehr beliebt. In den Leitsätzen für Teigwaren werden Beurteilungsmerkmale für die Herstellung und Kennzeichnung der verschiedenen Teigwaren-Spezialitäten beschrieben. Ob diese Bestimmungen in der Produktion eingehalten werden, nahm das Lebensmittel- und Veterinärinstitut (LVI) Braunschweig/Hannover des LAVES genauer unter die Lupe. Im Jahr 2019 wurden 114 Teigwarenproben überprüft - darunter Spätzle, Vollkornnudeln und als glutenfrei ausgeschriebene Teigwaren. In sieben Untersuchungsprojekten wurden die Nudelsorten auf ihre handelsübliche Beschaffenheit untersucht.


Wie viel Ei muss in Eierspätzle sein, damit diese überhaupt Eierspätzle genannt werden dürfen? Solche wertgebenden Zutaten, Begriffsbestimmungen und Beurteilungsmerkmale für Pasta sind in den Leitsätzen für Teigwaren in der Fassung vom 2. Dezember 1998 des Deutschen Lebensmittelbuches beschrieben. So müssen Teigwaren mit dem Wort „Ei“ in der Bezeichnung mindestens 100 Gramm Vollei oder die entsprechende Menge Eigelb oder die entsprechende Menge Vollei- und/oder Eigelbprodukte auf ein Kilogramm Getreidemahlerzeugnisse enthalten.


Spätzle Bildrechte: photocrew - Fotolia.com
Spätzle

Bei 20 untersuchten Proben Spätzle wurde auf den vorgeschriebenen Eigehalt sowie die Kennzeichnung und die Nährwertkennzeichnung untersucht. Ebenfalls wurde stichprobenartig auf Konservierungsstoffe getestet, die aus konserviertem Flüssigei stammen könnten. Bei keiner Probe wurde eine Abweichung von der Verkehrsauffassung festgestellt.

Dinkelweizennudeln Bildrechte: Ewa Bednarek - Fotolia.com
Vollkornnudeln

Ebenfalls wurden 20 Proben Vollkornnudeln auf die Kennzeichnung und die Nährwertdeklaration getestet. Besonders bei der Nährwertkennzeichnung wurde das Augenmerk auf den Ballaststoffgehalt gelegt. Bei allen Proben lagen die gekennzeichneten Ballaststoffgehalte innerhalb der zulässigen Toleranzen. Obwohl es sich bei 3 von 20 Proben (15 Prozent) um Eiernudeln handelte, wurden diese nicht als solche bezeichnet. Damit entsprachen diese drei Proben nicht der Verkehrsbezeichnung gemäß den Bestimmungen der Lebensmittelleitsätze für Teigwaren.

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Teigwaren aus Hartweizengrieß
Im Jahr 2019 erfolgte im Rahmen eines Bund-Länder-Monitorings eine Untersuchung von Gehalten an bestimmten Elementen in Teigwaren aus Hartweizengrieß, wie schon zuvor im Jahr 2014. Das Monitoring ist ein systematisches Mess- und Beobachtungsprogramm, das seit 1995 gemeinsam von Bund und Ländern durchgeführt wird. Ziel ist eine bundesweit repräsentative Datenerhebung von gesundheitlich nicht erwünschten Stoffen in Lebensmitteln, kosmetischen Mitteln und Bedarfsgegenständen.

Die Teigwaren für diese Untersuchungen durften keine weiteren Beigaben wie beispielsweise Ei enthalten. Nur Hartweizengrieß und Wasser – wenige Zutaten, stattdessen vielfältige Formen: Zur Untersuchung gelangten die Teigwaren in Form von Fusilli, Maccaroni, Penne und Spaghetti, aber auch hier noch nicht so bekannte Varianten wie Eliche, Gemelli und Riccioli.

In 17 Proben Teigwaren aus Hartweizengrieß wurden die Gehalte an den Elementen Aluminium, Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Mangan, Nickel, Selen, Thallium und Zink bestimmt. Die hier festgestellten Werte waren unauffällig.

Glutenfrei Bildrechte: © Daniela Stärk - Fotolia.com
Glutenfreie Teigwaren

20 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) Gluten dürfen glutenfreie Nudeln haben. Ob diese gesetzlich vorgeschriebene Höchstmenge auch eingehalten wird, wurde an 19 als „glutenfrei“ bezeichneten Teigwarenproben geprüft. Gute Nachrichten für Menschen, die an Glutenunverträglichkeit leiden: Bei keiner Probe wurde der festgelegte Höchstgehalt überschritten (Durchführungsverordnung (EU) 828/2014). Außerdem erfolgte eine Überprüfung der Nährwertangaben. Eine Probe wurde wegen irreführender Angabe des Ballaststoffgehaltes beanstandet. Bei einer weiteren Probe war die vorgeschriebene Nährwertangabe überklebt und somit nicht lesbar. Die Beanstandungsrate der untersuchten Proben lag bei elf Prozent.

Spaghetti Bildrechte: © Silvy78 - stock.adobe.com
Spaghetti
Frische Eierteigwaren

Besonders frische Eierteigwaren sind anfällig für Keime. Daher wurde bei zehn Proben frischer Eierteigwaren in Fertigpackungen der mikrobielle Status geprüft. Die Untersuchung umfasste die Bestimmung der Gesamtkeimzahl sowie eine Prüfung auf Salmonellen, Staphylokokken, Enterobakteriaceen, E. coli, Listerien und Bacillus cereus. Dabei wurde bei keiner der Proben ein bedenklicher Keimgehalt festgestellt. Außerdem wurden der Eigehalt und die deklarierten Nährwertangaben kontrolliert: Eine Unterschreitung des erforderlichen Eigehalts gab es bei zwei von zehn Proben (20 Prozent).

Eierteigwaren (trocken)
Auch die Teigwaren mit Ei weisen eine hohe Bandbreite an Formen auf, zum Beispiel Bandnudeln, Fadennudeln, Gabelspaghetti, Hörnchen, Maccronelli, Muschelnudeln Spaghetti, Spätzle oder Suppennudeln. In allen 17 Proben wurden die deklarierten Eiweiß- und Fettgehalte überprüft und der Eigehalt kontrolliert. Es wurden keine diesbezüglichen Abweichungen festgestellt. Bei zwei Proben desselben Herstellers waren nicht alle Nährwerte wie vorgeschrieben in Tabellenform aufgeführt und die Schriftgröße der Füllmenge zu gering.

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Glasnudeln/Fadennudeln
Im Juli 2019 wurden im Rahmen des Europäischen Schnellwarnsystems Befunde von nicht zugelassenem gentechnisch verändertem Reis in Reisnudeln veröffentlicht. Daraufhin wurden im LVI Braunschweig/Hannover vergleichbare Erzeugnisse auf die Verwendung gentechnisch veränderter Organismen untersucht.

Für die Herstellung von Glasnudeln beziehungsweise Fadennudeln (Vermicelli) werden neben Reis auch Erbsenstärke, Kartoffelstärke, Maisstärke oder Mungobohnenstärke - einzeln oder in verschiedenen Kombinationen - als Zutaten verwendet. Der Untersuchungsumfang richtete sich nach den deklarierten Zutaten. In keiner der elf Proben wurde Erbmaterial, das charakteristisch für gentechnisch veränderte Pflanzenlinien ist, nachgewiesen.

In vier Proben (36 Prozent) der Glasnudeln wurden Kennzeichnungsmängel festgestellt. In einem Zutatenverzeichnis erfolgte eine an dieser Stelle nicht zulässige zusätzliche Angabe zur Herkunft einer Zutat. Angaben zur Mindesthaltbarkeit bzw. Nährwertdeklaration erfolgten teils nicht in deutscher Sprache. Auf einer Verpackung fehlte die verpflichtende Angabe der Nährwertdeklaration. In der Nährwertdeklaration einer Probe fehlte vor den Angaben „gesättigte Fettsäuren“ und „Zucker“ die vorgeschriebene Angabe „davon“. In einem Fall wurde der Salzgehalt nicht wie vorgeschrieben in Gramm, sondern in Milligramm angegeben. Bei einer Probe fehlte der erforderliche Zubereitungshinweis. Die Schriftgröße der Füllmengenangabe war auf einer Verpackung zu gering.

Fazit

Die Beanstandungsrate im Jahr 2019 lag bei elf Prozent (13 von 114 Proben) und war damit deutlich niedriger als noch 2018. Da lag die Beanstandungsrate bei 34 Prozent.

Für 2020 sind unter anderem Untersuchungen der neuen Produktgruppe „Teigwaren aus Hülsenfrüchten“ sowie von Suppeneinlagen, Vollkornnudeln, glutenfreien Teigwaren, frischen Nudeln, Eierteigwaren und Reisnudeln vorgesehen.

Untersuchungergebnisse aus 2018

Bereits 2018 untersuchte das LVI Braunschweig/Hannover Eiernudeln, glutenfreie Pasta, Dinkel-, Buchweizen-und Hartweizengrieß-Teigwaren, Reis- und Maisnudeln, Linsen- und Kichererbsenspirelli sowie Vollkornnudeln aus dem vielfältigen Teigwaren-Sortiment auf folgende Parameter:

  • Einhaltung von rechtlichen Vorgaben der Lebensmittel-Kennzeichnung, zum Beispiel korrekte Bezeichnungen in Zutatenlisten und Allergenangaben
  • Nährwertangaben
  • wertgebende Zutaten, zum Beispiel Eigehalt bei Eiernudeln
  • gesundheits- oder nährwertbezogene Angaben
  • Allergene
  • Kontaminanten, zum Beispiel Mykotoxine
  • Gentechnisch veränderte Organismen (GVO)
  • Farbstoffe

Bei den untersuchten 97 Proben lag die Beanstandungsrate bei 34 Prozent. Der Großteil der Beanstandungen bezog sich auf die Allergen- und Nährwertkennzeichnung: Bei zwei Proben wurde der Höchstgehalt an Gluten für als „glutenfrei“ bezeichnete Produkte von maximal 20 mg/kg überschritten. Bei weiteren Kennzeichnungen fehlte beispielsweise die vorgeschriebene optische Hervorhebung der vorhandenen Allergene. Bei sechs Proben wurde eine irreführende Nährwertangabe festgestellt. Aus dem Bereich der Health-Claims-Verordnung wurden zwei Verstöße wegen unzulässiger nährwertbezogener Angaben sowie einer unzulässigen gesundheitsbezogenen Angabe festgestellt.

Über die Ergebnisse im Einzelnen informiert folgende Tabelle:

Beurteilung von Nudelerzeugnissen im Untersuchungsjahr 2018 (Mehrfachnennungen möglich)

Anzahl der untersuchten Proben
97
davon Proben mit:
mangelhafter Kennzeichnung, davon mit:
33
- fehlerhaften Nährwertkennzeichnung
8
- mangelhafter Allergenkennzeichnung
19
- nicht zutreffender Angabe "glutenfrei"
2
irreführender Nährwertdeklaration (Fett, Eiweiß, Ballaststoffe, Salz)
6
unzulässigen nährwertbezogenen Angaben
2
unzulässigen gesundheitsbezogenen Angaben
1
Bemängelungen (Vor-Ort-Überprüfungen durch kommunale Behörden angeregt)
4
Höchstmengenüberschreitungen von Kontaminanten (Mykotoxine)
0
gentechnisch veränderten Organismen (GVO), zum Beispiel Soja, Mais
0
nicht deklarierten Zusatzstoffen (Farbstoffen)
0

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