LAVES Niedersachen klar Logo

Sekt, nicht nur zu Silvester

Wissenswertes über Sekt & Co.


Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES wurden Proben von Schaumweinen und Qualitätsschaumweinen beziehungsweise Sekten untersucht.



Unterschied Sekt und Schaumwein

Das sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Sekt und Schaumwein:

Schaumwein weist einen Kohlensäuremindestüberdruck von 3,0 bar auf, der ausschließlich auf Kohlensäure aus der ersten oder zweiten Gärung zurückzuführen ist.

Sekt ist der in Deutschland gebräuchliche Begriff für Qualitätsschaumwein. Dieser muss einen höheren Kohlensäureüberdruck von mindestens 3,5 bar aufweisen. Die Herstellungsdauer beträgt mindestens sechs Monate, davon muss der Sekt mindestens 90 Tage auf der Hefe liegen; bei Verwendung eines Rührwerks mindestens 30 Tage.

Für eine Flaschengärung sind mindestens neun Monate Herstellungsdauer vorgeschrieben.

Klassische beziehungsweise traditionelle Flaschengärung erfordert eine Lagerung von mindestens neun Monaten auf der Hefe und das „Degorgieren“: Mechanisches Entfernen des abgerüttelten Trubes beziehungsweise der Hefe aus jeder einzelnen Flasche.

Bekannte Beispiele für Sekt mit traditioneller Flaschengärung sind Champagner, Cava und Winzersekt.

Schaumweine müssen eine Geschmacksangabe tragen. Die Benennung der Zuckergehalte unterscheidet sich jedoch deutlich von denen der Weine. Die bei Sekt beliebte Angabe „trocken“ entspricht im Zuckergehalt einem Wein mit der Bezeichnung „lieblich“. Ein trockener Wein hat einen Zuckergehalt der beim Sekt „brut“ entspricht.

Auch bei der Angabe der Herkunft eines Sektes gibt es wichtige Unterschiede: Bei „Sekt hergestellt in Deutschland“ beispielsweise können Weine aus unterschiedlichen Ländern verwendet werden, die einzig in Deutschland zu Sekt verarbeitet werden müssen. „Deutscher Sekt“ hingegen muss aus deutschen Grundweinen in Deutschland hergestellt werden.

Perlwein und Prosecco

Neben den Schaumweinen und Sekten gibt es den Perlwein als weitere Weinkategorie, die durch ihren Kohlensäuregehalt charakterisiert ist.

Für Perlweine gilt der geringere Kohlensäureüberdruck von mindestens einem bar und höchstens 2,5 bar. Perlweine unterliegen im Gegensatz zu Schaumweinen nicht der Schaumweinsteuer.

Prosecco – viele trinken ihn, nur Wenige wissen, was er wirklich ist. Früher war Prosecco der Name einer Rebsorte, die jetzt Glera heißt. Jetzt ist Prosecco eine Herkunft (geschützte Ursprungsbezeichnung) in Italien. Prosecco gibt es als Stillwein (selten), als Perlwein und als Schaumwein. Ein Stillwein ist ein Wein, der keine oder nur noch sehr wenig Kohlensäure enthält.


Untersuchungen des LAVES

In den Jahren 2015-2017 hat das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Brauschweig/Hannover 115 Proben von Schaumweinen (sieben Proben) und überwiegend Qualitätsschaumweinen beziehungsweise Sekten untersucht. Alle Produkte wurden verkostet und ihre Kennzeichnung überprüft. Analytisch wurden der Kohlensäureüberdruck, der Alkoholgehalt, der Zuckergehalt, der Säuregehalt und Konservierungsstoffe bestimmt.

Drei Proben wurden wegen zu geringem Druck und/oder nicht handelsüblicher Sensorik beanstandet. Beides ist auf zu lange Lagerung des fertigen Sektes zurückzuführen. Kohlensäure entweicht mit der Zeit beziehungsweise Sauerstoff oxidiert den Geruch und Geschmack des Produktes. Von diesen drei überlagerten Produkten wurden zwei Proben in Sonderpostenmärkten entnommen.

Einige Proben wiesen Kennzeichnungsmängel auf. Einzelne Sekte enthielten irreführende Angaben, wie zum Beispiel zwei verschiedene Geschmacksangaben auf einer Flasche oder unzutreffende Hinweise auf die Herstellung aus selbst erzeugten Weinen. Häufigster formaler Kennzeichnungsmangel war das fehlende Wort „Hersteller“ vor einem Firmennamen, der das Wort „Sektkellerei“ enthält. Seit Ende 2010 ist dies nicht mehr zulässig.

Die Ergebnisse zeigen, dass die überwiegende Anzahl der Proben sensorisch in Ordnung waren und so einem Sektgenuss nichts im Wege steht.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln