LAVES klar

Energydrinks

Voll im Trend oder voll daneben?



Energydrinks, schon seit etwa 15 Jahren am Markt etabliert, sind vor allem bei Jugendlichen als Wachmacher beliebt. Man soll sich besser konzentrieren können und körperlich leistungsfähiger sein. Bei sportlicher Betätigung oder in Kombination mit Alkohol sind sie allerdings alles andere als harmlos.

Das Veterinär- und Lebensmittelinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES untersuchte im Jahr 2012 insgesamt 69 Proben von Energydrinks.


Energie durch Koffein und Zucker

Bei Energydrinks wird das Koffein als Zutat zugesetzt und muss entsprechend gekennzeichnet werden. Gemäß den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke des Deutschen Lebensmittelbuches enthalten diese Getränke üblicherweise zwischen 65 und 250 mg Koffein pro Liter. Nach den Begriffsbestimmungen der Verordnung über Fruchtsaft, einige ähnliche Erzeugnisse, Fruchtnektar und koffeinhaltige Erfrischungsgetränke dürfen Energydrinks bis zu 320 mg Koffein pro Liter sowie zusätzlich eine oder mehrere der Zutaten Taurin, Inosit und Glucuronolacton enthalten. Grundsätzlich müssen koffeinhaltige Erfrischungsgetränke mit einer Angabe versehen sein, die klar und eindeutig auf den Koffeingehalt hinweist. Bei einem Koffeingehalt über 150 mg pro Liter muss die Angabe „erhöhter Koffeingehalt“, gefolgt von der Angabe des Koffeingehaltes in Klammern in Milligramm pro 100 ml vorhanden sein. Diese Anforderungen gelten auch bei loser Abgabe des Getränkes. Hier müssen die Angaben auf einem Schild auf oder neben der Ware oder in Gaststätten auf der Speise- und Getränkekarte aufgeführt werden.

Energydrinks werden überwiegend in schlanken 250-ml- Dosen, inzwischen aber auch in größeren Gebinden bis zu 1,5 Liter PET-Flaschen vertrieben.

Energydrinks zeichnen sich einerseits durch den Zusatz von Stimulanzien aus, die eine anregende Wirkung auf den Organismus haben. Andererseits weisen sie einen hohen kalorischen Brennwert auf. Dieser muss auf den Verpackungen im Rahmen der Nährwertkennzeichnung angegeben sein, sodass der Verbraucher sich informieren kann. Bei der losen Abgabe von Getränken in der Gastronomie ist eine solche Nährwertkennzeichnung nicht erforderlich.



  • Woher kommt die „energy“?
  • Energydrinks sind vor allem bei Jugendlichen als Wachmacher beliebt. Sie enthalten hohe Mengen an Koffein, Zucker und weitere Stoffe wie Taurin, Inosit und Glucuronolacton. Koffein ist ein natürlicher Inhaltsstoff in Teeblättern, Kaffee, Mate und Guarana, der auf den menschlichen Organismus anregend und belebend wirkt. Unerwünschte Nebenwirkungen können Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen, Nervosität, Schlaflosigkeit oder Kopfschmerzen sein.
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bereits vor gesundheitlichen Risiken gewarnt und Warnhinweise auf den Verpackungen gefordert. Beim Konsum größerer Mengen derartiger Getränke im Zusammenhang mit ausgiebiger sportlicher Betätigung oder mit dem Genuss von alkoholischen Getränken können laut BfR unerwünschte Wirkungen nicht ausgeschlossen werden. Für Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen seien diese Getränke nicht zu empfehlen.


Gesundheitsrisiko!

Grundsätzlich sollten Energydrinks nicht zusammen mit Alkohol oder im Zusammenhang mit intensiven sportlichen Tätigkeiten konsumiert werden. Das Koffein maskiert die ermüdende Wirkung des Alkohols, sodass die körperliche Leistungsfähigkeit beim Konsum von Alkohol und Energydrinks leicht überschätzt werden kann. Energydrinks erhöhen die Herzmuskel-Leistung, aber was bei einem Langzeitkonsum passiert und welche Auswirkungen der Konsum dieser Getränke bei sportlicher Betätigung oder besonders bei Herzkranken hat, ist noch nicht abschließend geklärt.


Untersuchungsergebnisse des LAVES

Das Veterinär- und Lebensmittelinstitut untersuchte im Jahr 2012 insgesamt 69 Proben von Energydrinks. Bei acht Proben stimmte der analytisch ermittelte Koffeingehalt nicht mit der Kennzeichnung überein. In einem Fall wurde eine deutliche Überschreitung festgestellt, bei den anderen waren die Gehalte geringer als deklariert und damit die Angaben irreführend. Bei einem Großteil der sich im Handel befindlichen Energydrinks sind die vorgeschriebenen Warnhinweise vorhanden. Auch wird auf einigen Produkten darauf hingewiesen, dass das Getränk nicht mit Alkohol gemischt werden sollte.


Laut Branchenexperten wird das Angebot und die Auswahl an Energydrinks auch in der nächsten Zeit stetig größer werden.


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