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Ratten als Krankheitsüberträger

Bei der Ratte handelt es sich um ein weltweit verbreitetes Nagetier, das sehr häufig als Vorrats- Material- und Gesundheitsschädling auftritt. Ratten besitzen eine hohe Vermehrungsrate und ein immenses gesundheitsgefährdendes Potential. Sie dienen als Reservoir einerseits dem stabilen Erhalt eines Erregers, sind andererseits aber, in Abhängigkeit vom Erreger und dessen geographischer Verbreitung, gleichzeitig Erregerverschlepper oder – überträger.

Rein rechnerisch, unter der Annahme das die Geschlechtsreife nach 4 Monaten eintritt, die Tragzeit 23-30 Tage beträgt und die mittlere Nachkommenschaft pro Wurf 8 Stück umfasst, wovon 4 Weibchen sind, bringt eine weibliche Wanderratte in einem Jahr 1.952 Kinder und Kindeskinder hervor. Unter natürlichen Bedingungen sind es aufgrund einer geringeren Reproduktion, Geburten und Feinddruck, immerhin noch 500 Nachkommen.


Ausgangstier:

12 Würfe

96 Nachkommen

Nachkommen der Töchter des Ausgangstieres:

1. Wurf

7 Würfe

224 Nachkommen

2. Wurf

6 Würfe

192 Nachkommen

3. Wurf

5 Würfe

160 Nachkmmen

4. Wurf

4 Würfe

128 Nachkommen

5. Wurf

3 Würf

96 Nachkommen

6. Wurf

2 Würfe

64 Nachkommen

7. Wurf

1 Wurf

32 Nachkommen

8. - 12. Wurf

keine Nachkommen im selben Jahr

Nachkommen der Kindeskinder:

1. Wurf

3 Würfe

384 Nachkommen

2. Wurf

2 Würfe

256 Nachkommen

3. Wurf

1 Wurf

128 Nachkommen

4. - 28. Wurf

keine Nachkommen im selben Jahr

Summe:

1.952 Nachkommen

Pestfloh
Ratten- oder Pestfloh, Xenopsylla cheopis

Ratten können etwa 120 Infektionskrankheiten übertragen. Insgesamt sind derzeit weltweit ohne die vielfältigen Hantavirusspezies, 42 wichtige, mit Nagetieren assoziierte humanpathogene Erreger oder Erregersubtypen bekannt. Zusammenfassend ist die große Bedeutung der Schadnager als Reservoir für Salmonellen und als Überträger von z.B. SARS, Hantavirus Typhus (Salmonella typhi), Paratyphus, Leptospirose (Bakterien der Gattung Leptospira), Tularämie (Anthropozoonose durch Francisella (=Pasteurella) tularensis), Toxoplasmose (Einzeller Toxoplasma gondii), Trichinose (Larven von Trichinella spiralis), Ruhr (Entamoeba histolytica), Cholera (Vibrio cholerae / Vibrio el Tor ) und Pest (Yersinia pestis) aber auch Tierseuchen wie MKS, Schweinepest und Geflügelpest hervorzuheben.

Weiterhin sind Ratten auch Reservoire von Krankheitserregern im Freiland. Diese Erreger können durch Zecken und Flöhe auf den Menschen und Tiere übertragen werden (z.B. Borrelia burgdorferi). Diese Zusammenfassung kann nur als eine derzeitige Momentaufnahme verstanden werden, da ständig neue humanpathogene Erreger oder Erregersubtypen in Nagetieren nachgewiesen werden.

Toxoplasma gondii, EM-Aufnahme
Trichinella spiralis (Gewebeschnitt)

Gemäß § 17 Infektionsschutzgesetz genügt bereits der begründete Verdacht für eine vorliegende Krankheitsübertragung, um Mittel und Verfahren nach § 18 IfSG einzusetzen. Dieses geschieht jedoch in der Praxis sehr selten. Außerdem ist der Bekämpfungszeitpunkt aus fachlicher Sicht dann zu spät. Wird eine Krankheit bereits übertragen, sind die Rattenpopulationen meist so stark, dass eine Bekämpfung höchstens kurativen Charakter haben würde. Bereits im Vorfeld muss durch prophylaktische Bekämpfungsmaßnahmen und ein begleitendes Monitoringsystem verhindert werden, dass ein solcher Fall überhaupt eintritt. Weiterhin muss besonderes Gewicht auf eine Bekämpfung bis zur Tilgung gelegt werden, da nur so Resistenzen und Ausbreitung derselben verhindert werden können.

Wanderratte

Wanderratte, Rattus norvegicus

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