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Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Spargel?

Spargel Bildrechte: © ExQuisine - Fotolia.com

Insgesamt wurden 62 Proben Spargel (17-mal grüner und 45-mal weißer Spargel) auf Pflanzenschutzmittel im Jahr 2025 untersucht. In zwei Spargelproben waren Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachweisbar. Höchstgehaltsüberschreitungen wurden nicht festgestellt.

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Spargel – ein königliches Gemüse!

Egal ob weiß, violett oder grün - Spargel schmeckt in vielen Varianten. Aber Spargel ist nicht nur lecker, sondern auch gesund.

Spargel ist reich an wertvollen Vitaminen wie zum Beispiel K, C, B1, B2 sowie an Mineralstoffen, Phosphor und Calcium. Zudem regen das in Spargel in hohen Mengen enthaltende Asparagin und Kalium gemeinsam die Nierentätigkeit an und fördern so eine entwässernde Wirkung.

Kaum ein Nahrungsmittel ist so kalorienarm wie Spargel, der zu 95 Prozent aus Wasser besteht. Das "Königsgemüse" enthält so gut wie kein Fett sowie kein Cholesterin und bietet einen hohen Gehalt an Ballaststoffen.

Für eine Mahlzeit werden pro Person 500 Gramm Spargel berechnet. Frischer Spargel "quietscht", wenn die Stangen aneinander gerieben werden. Die Schnittenden duften angenehm aromatisch und an den Schnittstellen tritt Saft aus, wenn sie angeritzt werden.

Nach dem Kauf bleibt die Frische zwei bis drei Tage erhalten, wenn der Spargel in einem feuchten Küchenhandtuch eingewickelt im Kühlschrank aufbewahrt wird.


Untersuchungsergebnisse des LAVES

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden im Jahr 2025 insgesamt 62 Spargelproben, davon 45 Proben Weißspargel und 17 Proben Grünspargel, auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht.

Der Weißspargel kam 35-mal aus Deutschland, fünfmal aus Griechenland, zweimal aus Italien, zweimal aus Peru und einmal aus Spanien.

Die Herkunftsländer der Grünspargelproben waren siebenmal Spanien, sechsmal Deutschland und viermal Mexiko.

Unter diesen Proben war auch eine Probe Weißspargel aus Deutschland aus dem Bioanbau.

Zusammen 34 Proben der deutschen Spargelproben kamen aus niedersächsischem Anbau, darunter 29-mal Weißspargel und fünfmal Grünspargel.

In insgesamt 60 Spargelproben (= 97 Prozent) waren keine Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln nachweisbar, darunter in 43 der 45 Weißspargelproben (= 96 Prozent) und in allen 17 Grünspargelproben (= 100 Prozent). Hierzu zählte auch die Probe Weißspargel aus Bioanbau in Deutschland.

Die Spargelproben ohne bestimmbare Rückstände kamen 41-mal aus Deutschland, achtmal aus Spanien, viermal aus Mexiko, viermal aus Griechenland, zweimal aus Italien und einmal aus Peru.

Pflanzenschutzmittelrückstände wurden in insgesamt zwei Proben (= 3 Prozent) festgestellt. Hierbei handelte es sich um zwei Weißspargelproben (= 4 Prozent).

In Abbildung eins ist die Rückstandsverteilung auf die Herkunftsländer zusammengefasst.

Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Spargelproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Spargelproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

In zwei Spargelproben, davon eine Probe aus Griechenland und eine Probe aus Peru war nur jeweils ein Rückstand nachweisbar. Mehrfachrückstände wurden nicht festgestellt.

In Abbildung zwei ist die Anzahl der Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln in den Spargelproben je Herkunftsland zusammenfassend dargestellt.

Abbildung 2: Pflanzenschutzmittelrückstände in den Spargelproben je Herkunftsland; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 2: Pflanzenschutzmittelrückstände in den Spargelproben je Herkunftsland; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Die Weißspargelprobe aus Griechenland enthielt 0,01 mg/kg des Insektizids Dichlordiphenyltrichlorethan, abgekürzt DDT. Der Rückstand lag unterhalb des Höchstgehalts von 0,05 mg/kg. DDT war aufgrund seiner Wirksamkeit früher ein weit verbreitetes Insektizid. Da eine kanzerogene Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann, ist der Einsatz von DDT in Deutschland seit 1972 verboten. Aufgrund seiner chemischen Stabilität ist der Wirkstoff bis heute in der Umwelt angereichert und kann weiterhin in Spuren auf Ernteerzeugnissen vorkommen.

In einer weiteren Weißspargelprobe aus Peru wurden Spuren des Insektizids Chlorfenapyr nachgewiesen. Der Rückstand lag unterhalb des Höchstgehalts von 0,01 mg/kg.

Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in den Spargelproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff. Bildrechte: © LAVES
Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in den Spargelproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Fazit:

Das Gesamtergebnis ähnelt denjenigen aus den Vorjahren. Spargel enthält nur wenige Rückstände an Pflanzenschutzmitteln.

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

Feldspritze nah Bildrechte: © Kara - stock.adobe.com

Pflanzenschutzmittel

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Spargel – ein königliches Gemüse!

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