Pflanzenschutzmittelrückstände in Möhren/Karotten (PDF, nicht barrierefrei)
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Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Möhren/Karotten?
Insgesamt wurden 45 Karottenproben, darunter 19 Proben aus Bioanbau, auf Pflanzenschutzmittelrückstände im Jahr 2025 untersucht. In 21 Proben, darunter 18 Bioproben, wurden keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Die in 24 Proben festgestellten Pflanzenschutzmittelrückstände überschritten nicht die zulässigen Höchstgehalte.
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Möhren – beliebt, gesund und typisch Niedersachsen Bei der Möhre (Daucus carota) handelt es sich um ein Wurzelgemüse, das zur Familie der Doldengewächse (Apiaceae) gehört. Möhren sind sehr gesund und reich an Ballaststoffen, Kalium und B-Vitaminen. Von allen in Deutschland kultivierten Gemüsearten enthalten sie den höchsten Gehalt an Carotinoiden (Provitamin A). Möhren zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. 2024/25 lag er bei rund elf Kilogramm. Möhren sind typisch für Niedersachen. Hier werden sie nicht nur gern gegessen, sondern auch angebaut. Neben Nordrhein-Westfalen weist Niedersachsen deutschlandweit die meisten Anbauflächen und größten Erntemengen auf. Hauptlieferanten aus dem Ausland sind die Niederlande, Spanien, Italien und Dänemark. Orangefarbene Sorten sind im Handel am häufigsten verbreitet. Ebenfalls angeboten werden Rüben mit weißer, gelber, roter oder violetter Farbe und zweifarbige Sorten mit violetter Rinde und orangefarbenem Herz. Die optischen Unterschiede sind auf unterschiedliche Inhaltstoffe zurückzuführen. Orangefarbene Sorten enthalten vorwiegend β-Carotin, rote Sorten vorwiegend Lycopin, gelbe Sorten Lutein und violette Sorten Anthocyane. In Möhren sind zudem vier bis neun Prozent Zucker enthalten. Der Geschmack der Möhren ist abhängig von der Sorte, den Anbaubedingungen und der Nacherntebehandlung. Übrigens: Egal ob Möhre, Karotte, Rübe oder Wurzel, es ist immer das gleiche Gemüse gemeint. Die verschiedenen Begriffe sind auf regionale Unterschiede zurückzuführen. Während in Süddeutschland meistens von der (Gelben) Rübe gesprochen wird, ist in Norddeutschland eher von der Wurzel oder der Möhre die Rede. |
Untersuchungsergebnisse des LAVES
Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden im Jahr 2025 insgesamt 45 Karottenproben, darunter 19 Proben aus biologischer Erzeugung, auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht.
Die angegebenen Anbauländer waren 35-mal Deutschland, 5-mal Italien, 2-mal Dänemark und 2-mal die Niederlande. Bei einer Probe blieb das Ursprungsland mangels Angaben ungeklärt.
Die Bioproben stammten aus Anbau in Deutschland (12-mal), Italien (4-mal), den Niederlanden (2-mal) und einmal Dänemark.
21 Karottenproben (= 47 Prozent), darunter 18 Bioproben, enthielten keine nachweisbaren Pflanzenschutzmittelrückstände.
In zusammen 24 Proben (= 53 Prozent) waren Pflanzenschutzmittelrückstände nachweisbar. Darunter fielen 23 Karottenproben aus Anbau in Deutschland und eine Probe ohne Angabe des Ursprungs. In keiner Probe wurden die zulässigen Höchstgehalte überschritten.
Die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen sind in Abbildung eins zusammengefasst.
In Abbildung zwei ist die Anzahl der Rückstände je Anbauland dargestellt.
In den Proben mit Rückständen wurden am häufigsten (elfmal) zwei Wirkstoffe festgestellt.
Mehrfachrückstände, das heißt mehr als ein Pflanzenschutzmittelrückstand, waren in 18 Proben bestimmbar.
Das Maximum bildeten jeweils fünf Pflanzenschutzmittelrückstände in zwei Karottenproben aus Deutschland und in einer Probe ohne Angabe des Ursprungs.
In Abbildung drei ist die Häufigkeit der bestimmten Rückstände zusammengefasst.
Insgesamt wurden Rückstände von neun verschiedenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffen in den Proben festgestellt. Mit dreizehnmal am häufigsten waren Rückstände des Fungizids Difenocoanzol in den Proben bestimmbar, gefolgt vom Fungizid Azoxystrobin in 12 Proben. In einer Probe deutscher Bio-Karotten wurden Spuren des im Ökoanbau unzulässigen Insektizids Prosulfocarb nachgewiesen. Aufgrund des geringen Gehalts war die Probe jedoch als „Bio“ verkehrsfähig.
Fazit:
Die untersuchten Karottenproben enthielten nur wenige Pflanzenschutzmittelrückstände.
Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

