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Pflanzenschutzmittelrückstände in Pflaumen und Zwetschgen?

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 34 Pflaumen- und Zwetschgenproben, darunter 3 Bioproben, auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. In 8 Proben wurden keine Rückstände nachgewiesen. Höchstgehaltsüberschreitungen kamen nicht vor.

Insgesamt 34 Pflaumen- und Zwetschgenproben, darunter 3 Proben aus Bioanbau, wurden 2019 im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht.

Angegebene Herkunftsländer der Proben waren 17-mal Spanien, 9-mal Deutschland, 5-mal Italien und 3-mal Ungarn.

Die Proben aus biologischem Anbau stammten aus Spanien (2-mal) und Deutschland (1-mal).

In 8 Pflaumen- und Zwetschgenproben (= 23,5 %), darunter die 3 Bioproben, wurden keine Rückstände nachgewiesen. Hierzu zählten sechs der 17 Proben aus Spanien (= 35 %) und zwei der 9 Proben aus Deutschland (= 22 %).

Pestizidwirkstoffe oder deren Abbauprodukte (Metabolite) waren in sechsundzwanzig der insgesamt 34 Proben (= 76,5 %) enthalten.

Darunter waren elf der 17 spanischen Proben (= 65 %), sieben der 9 deutschen Proben (= 78 %) sowie alle fünf italienischen Proben (= 100 %) und alle drei ungarischen Proben (= 100 %).

Das Ergebnis der Rückstandsuntersuchungen ist in Abbildung 1 zusammengefasst.

Abbildung 1   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Dr. Ralph Kombal) 2019
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Pflaumen- und Zwetschgenproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

Wie in Abbildung 2 dargestellt, enthielten insgesamt neunzehn der 34 Pflaumen- und Zwetschgenproben (= 56 %) zwei oder mehr Pestizidrückstände.

Diese Mehrfachrückstände waren in 8 Proben aus Spanien (= 47 %), 4 Proben aus Deutschland (= 44 %), allen 5 Proben aus Italien (= 100 %) und in 2 Proben aus Ungarn (= 67 %) feststellbar.

Als Maximalwerte wurden fünf verschiedene Rückstände in einer spanischen Probe und vier unterschiedliche Rückstände in je einer Probe aus den übrigen drei Anbauländern nachgewiesen.

In den Proben aus deutscher Erzeugung waren keine allgemein oder speziell für Pflaumen- und Zwetschgenkulturen unzulässigen Pflanzenschutzmittel bestimmbar.

Abbildung 2   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Dr. Ralph Kombal) 2019
Abbildung 2: Mehrfachrückstände in den Pflaumen- und Zwetschgenproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

In der Untersuchung der Pflaumen- und Zwetschgenproben wurden insgesamt 22 verschiedene Pestizide in den Proben bestimmt (siehe Abbildung 3).

Am häufigsten waren die fungiziden Wirkstoffe Fludioxonil (11-mal), Tebuconazol (10-mal) und Boscalid (8-mal) enthalten.

Abbildung 3   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Dr. Ralph Kombal)
Abbildung 3: Ergebniszusammenfassung der Pflaumen- und Zwetschgenproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

Fazit:

In knapp ¼ der untersuchten 34 Proben wurden keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen.

Bei der Untersuchung von 2016 waren in rund 18 % der untersuchten Pflaumen- und Zwetschgenproben keine Rückstände bestimmbar. Die Anzahl der Rückstände unterschiedlicher Pestizidwirkstoffe hat sich fast nicht verändert (2019: 22 Wirkstoffe, 2016: 23 Wirkstoffe).

Im Vergleich zu anderem Obst gehören Pflaumen und Zwetschgen zu den mittelmäßig Pflanzenschutzmittelrückstände enthaltenden Früchten.

Pflaumen

Pflaumen

Weitere Untersuchungen von Pflaumen und Zwetschgen:

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

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