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Perfluorierte Alkylsubstanzen - PFAS

Unter dem Begriff der perfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) werden gemeinhin oberflächenaktive, organische Substanzen zusammengefasst, deren Kohlenstoffkette komplett fluoriert ist. Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) bilden die Leitsubstanzen der PFAS-Verbindungsklasse.

Aufgrund ihrer Eigenschaften werden PFAS in zahlreichen industriellen Produkten und Prozessen genutzt. Sie werden u. a. zur Oberflächenbeschichtung von Papier, zur Imprägnierung von Kleidung, Polstermöbeln und Teppichen und in Feuerlöschschäumen eingesetzt. Nach Beschichtung und Imprägnierung verfügen diese Materialien über öl- und wasserabweisende Eigenschaften. In Löschschäumen erleichtern PFAS die Verteilung über brennende Oberflächen.

Um zunehmende Umweltbelastungen zu vermeiden, wurde der Einsatz von PFOS stark eingeschränkt (Stockholm Konvention). Seit Juli 2011 ist der Einsatz von PFOS-haltigen Löschschäumen verboten.

In Tierversuchen zeigten PFOS und PFOA mäßig toxische Eigenschaften. In früheren Studien mit Ratten und Mäusen förderten beide Chemikalien jedoch die Entstehung von Leberkrebs und anderen Tumoren. Darüber hinaus existieren Hinweise auf eine negative Beeinflussung der weiblichen und männlichen Fruchtbarkeit durch einige PFAS-Vertreter. In aktuellen Studien wurden darüber hinaus u.a. ein Anstieg des Gesamtcholesteringehaltes im Blutserum von erwachsenen Menschen, eine verminderte Immunantwort bei Impfungen von Kindern und ein vermindertes Geburtsgewicht als kritische Effekte ausgemacht.

Bewertung von PFOS und PFOA in Lebensmitteln

Für die Bewertung von PFAS-Gehalten in Lebensmitteln gibt es derzeit keine gesetzlich geregelten Höchstgehalte. Durch die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) wurden Ende 2018 die tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemengen (Tolerable Weekly Intake – TWI), die als Richtwerte für die Beurteilung von Lebensmitteln herangezogen werden, abgesenkt. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gilt für PFOS ein TWI-Wert von 13 Nanogramm je Kilogramm Körpergewicht (ng/kg) und PFOA von 6 ng/kg Köpergewicht.

Tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (TWI – Tolerable Weekly Intake)
Die Menge eines Stoffes, die über die gesamte Lebenszeit wöchentlich aufgenommen werden kann, ohne spürbare Auswirkungen auf die Gesundheit von Verbraucher/-innen zu haben. Ausführliche Informationen dazu beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Die duldbare Aufnahmemenge von Schadstoffen

Untersuchungen zu perfluorierten Alkylsubstanzen in Lebensmitteln finden Sie in folgenden Artikeln:

Aktualisierung der Verzehrempfehlung für Fische durch das niedersächsische Landwirtschaftsministerium

Aufgrund hoher PFOS-Gehalte in Fischen aus niedersächsischen Flüssen, hat das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seine Verzehrempfehlung für Fische aktualisiert. Hier finden Sie die entsprechende Pressemitteilung des Ministeriums vom 17.04.2020. mehr
Hand mit Angel vor Flusslandschaft Bildrechte: Serhii - Fotolia.com

Perfluorierte Alkylsubstanzen in Fischen aus der Ochtum

Aufgrund einer hohen Belastung von Flussfischen aus der Ochtum mit PFAS, empfiehlt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) auf den Verzehr dieser Fische zu verzichten. mehr
Bildrechte: countrypixel - Fotolia.com

Weidetiermonitoring in Niedersachsen und Bremen zu perfluorierten Alkylsubstanzen in Milch und Leber

Nach Bekanntwerden der Belastung von bremischen Abschnitten der Ochtum mit perfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) wurden Untersuchungen eine Weidetiermonitoring zur Erfassung der Belastungssituation in Niedersachsen durchgeführt. mehr
chemische Strukturformel der perfluorierten Alkylsubstanzen Bildrechte: LAVES

Allgemeine chemische Struktur der perfluorierten Alkylsubstanzen

Weitere Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung

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