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Roher Kuchenteig birgt Risiken

Bereits Kindern wird beim Backen erklärt, dass das Naschen rohen Kuchenteigs Bauchschmerzen nach sich ziehen kann. Dabei ist nicht nur ein Zuviel an rohem Teig die Ursache, sondern es können auch Krankheitserreger eine Rolle spielen. Dies können zum einen Salmonellen sein, die über Eier in den Kuchenteig gelangen, zum anderen aber ist es auch möglich, dass Mehl ein Träger von weiteren krankmachenden Keimen ist. Ausreichendes Erhitzen tötet die Keime zuverlässig ab, das fertige Gebäck kann deshalb ohne Bedenken verzehrt werden.

In Niedersachsen wurden im Herbst diesen Jahres 17 Mehle mikrobiologisch untersucht. In 5 Mehlen konnten Verotoxin bildende Escherichia coli (VTEC) nachgewiesen werden. Aufgrund der geringen Stichprobenzahl sind keine abschließenden Aussagen zur Häufigkeit von VTEC und zum Grad der Kontamination in Getreidemehlen möglich. VTEC kann unter anderem Erbrechen und Durchfall auslösen, hat also ähnliche Symptome wie eine durch Salmonellen verursachte Erkrankung. Da Mehl in den meisten Fällen nicht roh verzehrt, sondern vor dem Verzehr erhitzt wird (z. B. Backen, Braten, Kochen), werden die darin enthaltenen VTEC Bakterien abgetötet. Somit können durch die Einhaltung der üblichen Küchenpraxis und -hygiene Bauchschmerzen oder gar Erkrankungen vermieden werden.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA konnte im Jahr 2016 einen Krankheitsausbruch verursacht durch VTEC Bakterien mit dem Verzehr von rohem Plätzchenteig in Verbindung bringen. Aus diesem Grund warnt sie vor dem Verzehr von rohem Kuchenteig (mit oder ohne Ei). Die bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse von Mehlen auf Verotoxin bildende E. Coli in einzelnen Bundesländern werden in 2018 durch ein bundesweites Monitoringprogramm erweitert. Aus den Ergebnissen sollen weitere Erkenntnisse über die Relevanz einer Belastung von Mehlen mit VTEC sowie möglichen Eintragsquellen gewonnen werden.



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