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Damit frischer Atem auch gesund ist – Mundwasser nicht überdosieren

Das LAVES untersucht Fluorid- und Alkoholgehalt in Mundwässern und Mundwasserkonzentraten


Ein frischer Atem ist angenehm – um diesen zu erhalten, greifen viele Verbraucherinnen und Verbraucher neben der Zahnbürste auch zu Mundwässern (Mundspüllösungen). Diese sind zur direkten Anwendung oder als Konzentrate, die vor Gebrauch mit Wasser verdünnt werden, erhältlich. Aber ist der Griff zum Mundwasser immer die richtige Wahl?

Im Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) wurden verschiedene Mundwasserkonzentrate sowie Mundwässer/Mundspüllösungen, auch speziell für Kinder ausgelobte Produkte, untersucht.


Viel bringt nicht viel

Zur Kariesprophylaxe sind in den Mundwässern und Mundwasserkonzentraten oftmals Fluorverbindungen enthalten. Diese können bei der Verwendung dieser Produkte vom Körper aufgenommen werden. Hier gilt – wie auch Paracelsus schon sagte – „Die Dosis macht das Gift“.

Besonders Fluorid hilft, die Zähne zu stärken und somit die Bildung von Karies zu vermeiden. Allerdings kann eine zu hohe Aufnahme an Fluorid auch unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Es kann zu Zahnschmelzflecken an den Zähnen kommen, wenn während der Zahnentwicklung zu viel Fluorid aufgenommen wurde. Wenn über mehrere Jahre eine zu hohe Aufnahme vorliegt, kann es auch zu unerwünschten Einlagerungen von Fluorid in den Knochen kommen.

Eine Anwendung frei nach dem Motto „viel bringt viel“ ist bei Mundspüllösungen mit Fluorid also nicht angebracht. Schon weil Fluorid nicht nur durch die Verwendung von Mundspüllösungen, sondern auch aus Zahncremes, Nahrung (zum Beispiel fluoridiertes Salz) und aus Trinkwasser aufgenommen werden kann.

Gesetzlich ist für den Gehalt an Fluorverbindungen gemäß der EU-Kosmetik-Verordnung (VO (EG) 1223/2009) in sogenannten Mundmitteln, wie zum Beispiel Zahncremes, eine Höchstmenge von 0,15 Prozent vorgeschrieben. Außerdem muss bei fluoridhaltigen Erzeugnissen der Hinweis „Enthält ...fluorid“ beziehungsweise „Enthält ...fluorphosphat“ unter Angabe der eingesetzten Fluorverbindung (wie Natriumfluorid) auf dem Etikett angebracht sein.

Für Mundspüllösungen empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) jedoch, den Fluoridgehalt auf 0,05 Prozent zu begrenzen. Für Kinder ab sechs Jahren sollte die Konzentration an Fluorid eher noch geringer sein, beispielsweise 0,02 Prozent. Eine Alternative dazu wäre ein Hinweis, dass Kinder fluoridhaltige Mundspüllösungen nur unter Aufsicht und höchstens zweimal täglich anwenden sollten. Kinder unter sechs Jahren sollten im Regelfall keine fluoridhaltigen Mundwässer verwenden. Durch die Angabe des Fluoridgehalts auf der Verpackung von Mundspüllösungen soll Verbraucher/-innen außerdem die Möglichkeit gegeben werden, einen Überblick über die Aufnahme an Fluoriden zu erhalten.

Hinweis: Der Fluoridgehalt wird auf den Etiketten oft in der Einheit „ppm“ (mg/kg) angegeben; 500 ppm entsprechen 0,05 Prozent (diese Angabe ist jedoch nicht rechtlich vorgeschrieben, sondern eine freiwillige Angabe der Hersteller).


LAVES untersucht Fluoridgehalt

Im Institut für Bedarfsgegenstände Lüneburg (IfB LG) des LAVES wurden in den Jahren 2019 und 2020 acht Mundwasserkonzentrate sowie 28 Mundwässer/Mundspüllösungen untersucht.

Von den 28 Mundwässern/Mundspüllösungen wurden 25 Proben auf den Fluoridgehalt untersucht. Während in den fluorhaltigen Mundspülungen für Erwachsene bis 0,05 Prozent Fluorid festgestellt werden konnte, wiesen Mundspülungen speziell für Kinder nur Gehalte bis maximal 0,02 Prozent auf. Die Fluoridgehalte lagen somit unterhalb der vom BfR empfohlenen Gehalte in Mundspüllösungen.

Bei den untersuchten Mundwasserkonzentraten und Mundspüllösungen waren auf den Etiketten in der Regel Hinweise wie „Nicht schlucken!", „Für Kinder unter 14 Jahren nicht geeignet" oder „Nicht für Kinder unter sechs Jahren geeignet, ab sechs Jahren höchstens zweimal täglich anwenden soweit das Mundspülen beherrscht wird" angebracht. Als freiwillige Angabe war zum Teil noch der Gehalt an Fluorid vermerkt.

Mundwasser Bildrechte: © Andrey Popov - Fotolia.com

Alkohol in Mundwässern und Mundwasserkonzentraten

Alkohol ist nicht gesund – das ist bekannt. Deshalb wird von wissenschaftlicher Seite empfohlen, den Alkoholgehalt (Ethanolgehalt) in Mundspüllösungen zu begrenzen oder aber ganz auf die Verwendung von Alkohol zu verzichten – vor allem, weil diese Produkte in zunehmendem Maße auch von Kindern verwendet werden.

Damit auch Verbraucher/-innen, die keinen Alkohol zu sich nehmen möchten, nicht versehentlich zu alkoholhaltigen Mundspüllösungen greifen, empfiehlt das BfR außerdem, solche Produkte mit einem deutlichen Hinweis auf Alkohol als Inhaltsstoff und einer Angabe des Alkoholgehaltes zu versehen. Alkohol- und/oder fluoridhaltige Mundspüllösungen sollten generell nur mit dem Hinweis „Nicht schlucken“ auf dem Markt bereitgestellt werden.

Für den Gehalt an Ethanol in Mundpflegemitteln besteht in den derzeit gültigen Rechtsvorschriften keine Höchstmenge. Bei Erzeugnissen mit Ethanol muss nach der Kosmetikverordnung „Alcohol“ oder „Alcohol denat.“ in der Liste der Bestandteile angegeben werden.

Alkoholgehalt auf dem Prüfstand

In 17 der 28 Mundwässern/Mundspüllösungen, die 2019 und 2020 im IfB Lüneburg zur Untersuchung eingegangen sind, wurde der Alkoholgehalt bestimmt. Lediglich zwei Produkte waren alkoholhaltig, die Gehalte lagen bei circa 17 Prozent. In den restlichen 15 Erzeugnissen – darunter sechs Produkte speziell für Kinder – war Ethanol nicht nachweisbar.

Von den acht Mundwasserkonzentraten wurden sieben Produkte auf den Alkoholgehalt überprüft. Ethanol war nur in einem Erzeugnis nicht nachweisbar, in den restlichen Produkten konnten Gehalte zwischen 47 bis 72 Prozent ermittelt werden.

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