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Schweinepest - Untersuchungen im LAVES

Tierseuchenbekämpfung und die -diagnostik eine ständige Herausforderung


Allgemeines zur Schweinpest

Die Klassische oder Europäische Schweinepest (KSP/ESP) gehört zu den klassischen Tierseuchen, die eine ständige Bedrohung der Haus- und Wildschweinbestände darstellt. Auslösendes Agens ist ein behülltes RNA-Virus aus der Gattung Pestivirus innerhalb der Familie der Flaviviridae. Die Krankheit wird direkt von Tier zu Tier oder durch die Verfütterung von infizierten Speiseabfällen übertragen. So stellen der rege Tierhandel und die illegale Verfütterung von Speiseabfällen, insbesondere Wildbretabfälle, die wichtigsten Eintragswege des Virus in KSP-freie Tierbestände dar.

Auftreten der Schweinepest

In Europa tritt die KSP in unregelmäßigen Abständen auf. Aktuell sind Gebiete in Litauen von einem Ausbruch betroffen. In Deutschland trat die Tierseuche in Haustierbeständen zuletzt in NRW 2006 und im Wildschwein in NRW und Rheinland Pfalz 2009 auf. Jeder Ausbruch verursacht aufgrund der Tötung der infizierten und infektionsverdächtigen Bestände sowie aufgrund der Handelsbeschränkungen erhebliche wirtschaftliche Schäden. Das Seuchengeschehen in den 90er Jahren hat zu erheblichen Verlusten in der deutschen und der niedersächsischen Agrarwirtschaft geführt und ist der Landwirtschaft noch gut im Gedächtnis.

Untersuchungen

Die Bedrohungssituation stellt für die Tierseuchenbekämpfung und die –diagnostik eine ständige Herausforderung dar. In den Veterinärinstituten des LAVES wurden 2010 insgesamt 26.700 Untersuchungen auf Schweinepest durchgeführt. Untersucht werden Tierkörper, Organ- sowie Blutproben. Der Antigennachweis erfolgt zumeist über die Nukleinsäuredetektion mittels PCR-Technik. Antikörper werden in der Routine mittels ELISA nachgewiesen. Die Virusisolierung über die Zellkultur sowie der Serumneutralisationstest stehen für spezielle Fragestellungen zur Verfügung. Die meisten Proben werden im Rahmen von Monitoring-Programmen oder nach Vorgabe von § 8 Schweinehaltungshygieneverordnung (der Schweinehalter bzw. der behandelnde Tierarzt ist verpflichtet bei unklaren fieberhaften Bestandserkrankungen auf KSP untersuchen zu lassen) untersucht. Einige Proben werden wegen eines klinischen Verdachts eingeschickt. Diese Proben müssen und werden dann auch außerhalb der normalen Geschäftzeiten in den Abendstunden oder am Wochenende bearbeitet.

Im Rahmen eines ESP-Ausbruchs kann die tägliche Probenzahl auf einige Tausend ansteigen. Die Veterinärinstitute des LAVES sind durch zum Teil automatisierte Untersuchungsstrecken und durch regelmäßige Schulungen von Mitarbeitern, die in der Routine andere Aufgaben wahrnehmen, auf ein solches Geschehen gut vorbereitet.

Die Tierseuchenbekämpfungsvorsorge gehört zu den Routineaufgaben der Veterinärinstitute, auch wenn um die einzelne Tierseuche aktuell relative Ruhe herrscht.

Weitere Informationen des LAVES zum Thema Schweinepest (z.B. Krankheitsanzeichen, Übertragungswege) finden Sie unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de

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Blutungen in der Haut eines Schweines mit KSP
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