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„Frei von Laktose“? LAVES untersucht Laktosegehalte von Milch und Milcherzeugnissen

Milcherzeugnisse enthalten viele wichtige Nährstoffe wie z.B. Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette und Mineralstoffe. Der Inhaltstoff Laktose bereitet allerdings einigen Menschen Schwierigkeiten. Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg hat laktosefreie Erzeugnisse auf die Anforderungen nach den Vorschriften der Milcherzeugnis-
verordnung untersucht und die Angabe "laktosefrei" durch die Analyse der Zuckergehalte überprüft.


Milcherzeugnisse enthalten viele wichtige Nährstoffe wie z.B. Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette und Mineralstoffe. Der Inhaltstoff Laktose bereitet allerdings einigen Menschen Schwierigkeiten. Normalerweise wird dieses Kohlenhydrat im menschlichen Körper vom Enzym Laktase in seine Bestandteile Glukose (Traubenzucker) und Galaktose gespalten. Menschen mit Laktoseintoleranz haben allerdings zu wenig Laktase oder das Enzym fehlt gänzlich, so dass die aufgenommene Laktose nicht vollständig gespalten wird. Dies kann u. a. zu Blähungen, Übelkeit oder Bauchschmerzen führen.

Damit auch Menschen mit Laktoseintoleranz Milch und Milcherzeugnisse problemlos zu sich nehmen können, werden seit einiger Zeit laktosefreie Produkte angeboten, bei denen während der Herstellung die enthaltene Laktose durch das Enzym Laktase in Glukose und Galaktose gespalten wird. Diese Lebensmittel werden mit dem Hinweis „laktosefrei“ beworben, und sie tragen einen Hinweis auf den enthaltenen Restlaktosegehalt, meist < 0,1 g/100 g. Im Zutatenverzeichnis ist bei diesen Lebensmitteln das zur Spaltung eingesetzte Enzym Laktase aufgelistet.

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg hat im November 2015 laktosefreie Erzeugnisse auf die Anforderungen nach den Vorschriften der Milcherzeugnisverordnung untersucht und die Angabe "laktosefrei" durch die Analyse der Zuckergehalte überprüft.

Untersucht wurden 25 verschiedene Produkte, dabei handelte es sich im Einzelnen um 11 Joghurt/-erzeugnisse/-drinks, fünf Mal um Käse (Weich- und Frischkäse, Quark), zwei Sauermilcherzeugnisse, zwei Mal H-Vollmilch, drei Mal haltbare Sahne und zwei Pflanzenfettzubereitungen mit Buttermilchanteil (hierbei handelte es sich nicht um Milcherzeugnisse). Alle Produkte waren als „laktosefrei“ ausgelobt und mit dem Hinweis versehen, dass der Laktoseanteil < 0,1 g/100 g sei.

Alle untersuchten Proben haben die Anforderungen nach den Vorschriften der Milcherzeugnisverordnung erfüllt.

Auch die enzymatische Untersuchung der Laktosegehalte war unauffällig. So lagen die gemessenen Werte insgesamt zwischen 0,002 und maximal 0,1 g/100 g. Bei vier Produkten lag der Restlaktosegehalt zwischen 0,002 und 0,01 g/100 g, bei 13 Proben zwischen 0,01 und 0,05 g/100 g sowie bei acht Erzeugnissen zwischen 0,05 und 0,1 g/ 100 g.Lediglich bei einer Probe wurde die Art und Weise der Angabe des Laktosegehaltes im Zuge der Nährwertkennzeichnung bemängelt.


Weitere Informationen zu Laktoseintoleranz (Niedersachsen INFORM)


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