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Prävention – hier sind alle gefragt

WORAUF REISENDE, JAGDAUSÜBENDE, LANDWIRTE UND VERBRAUCHER/-INNEN ACHTEN SOLLTEN, UM EINE EINSCHLEPPUNG NACH DEUTSCHLAND MÖGLICHST ZU VERHINDERN.


Wie kann das Virus über Speiseabfälle übertragen werden?

Die Krankheitserreger sind extrem widerstandsfähig und halten sich monatelang in unbehandeltem Fleisch und Fleischprodukten, Blut sowie gepökelten oder geräucherten Waren (z. B. in rohem Schinken oder Salami). In tiefgefrorenem Fleisch kann das Virus sogar jahrelang überleben. Werden Lebensmittel, die mit dem Erreger infiziert sind, von bisher nicht infizierten Tieren gefressen (z. B. Speiseabfälle, die an Schweine verfüttert werden oder weggeworfene Lebensmittel, die von Wildschweinen aufgenommen werden), kann auch hierüber eine Übertragung des ASP-Virus erfolgen.

Was können Verbraucher/-innen tun, um eine Ausbreitung zu verhindern?

Eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinbestände und die landwirtschaftliche Produktion. Auch Verbraucher/-innen und insbesondere Reisende können helfen, das Risiko der Seucheneinschleppung nach Deutschland zu minimieren:

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Schweine (Haus- und Wildschweine) verfüttert werden.
  • Bringen Sie keine Erzeugnisse, die Schweinefleisch enthalten, aus Ländern, die von ASP betroffen sind mit.
  • Das Mitbringen von Fleisch oder anderen tierischen Lebensmitteln aus Ländern außerhalb der EU ist verboten.
  • Lassen Sie keine Speisereste in der Natur zurück. Wildschweine gibt es überall in Deutschland.
  • Betreten Sie unaufgefordert keine Tierhaltungen.
  • Melden Sie tot aufgefundene Wildscheine an das zuständige Veterinäramt.


Wie wird sichergestellt, dass kein infiziertes Fleisch in den Handel gelangt?

Der Handel mit frischem Fleisch, Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnissen, die von Haus- oder Wildschweinen aus den Restriktionsgebieten der betroffenen EU-Mitgliedstaaten stammen, ist nach EU-Recht untersagt.

Um ein Einschleppen der ASP und anderer Tierseuchen in die Europäische Union zu vermeiden, ist es verboten, Fleisch, Fleischerzeugnisse und Milch aus Nicht-EU-Ländern (Drittstaaten) mitzubringen.

Worauf müssen Reisende bei der Rückkehr aus ASP-Gebieten achten?

Reisende, die aus Ländern kommen, in denen ASP vorkommt, sollten auf das Mitbringen von Schweinefleischprodukten (z. B. Wurst, Schinken, tiefgefrorenes Fleisch) verzichten. Aus Ländern außerhalb der EU dürfen grundsätzlich keine tierischen Lebensmittel mitgebracht werden.

Worauf müssen Jäger/-innen bei der Rückkehr aus ASP-Gebieten achten?

Regionen, die von der ASP betroffen sind, sollten für Jagdreisen besser gemieden werden. In Osteuropa, insbesondere in Polen, Tschechien, im Baltikum, der Ukraine, Weißrussland sowie Russland gibt es regionale Seuchenherde.

Neben den auch für nicht-jagende Reisende geltenden Maßnahmen, müssen Jäger/-innen vor allem auf Biosicherheit achten: Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge und Jagdausrüstung müssen gründlich gereinigt oder desinfiziert werden. Empfehlung: Bringen Sie keine getragenen Jagdkleidung oder verwendete Jagdausrüstung mit nach Deutschland.

Unverarbeitete Trophäen oder Fleisch dürfen aus von der ASP betroffenen Regionen nicht mitgebracht werden.

Was können Jäger/-innen zur Vorbeugung tun?

Um die Einschleppung der ASP möglichst frühzeitig zu erkennen, sollten sich Jäger/-innen kontinuierlich am Überwachungsprogramm Niedersachsens beteiligen und möglichst jedes Stück Fallwild und krank erlegtes Schwarzwild zur Untersuchung bringen. Bei Auffälligkeiten (mehrere Stücke Fallwild, abgekommene Tiere, mangelnde Scheu, besondere Merkmale an erlegten Stücken usw.) unbedingt das Veterinäramt informieren.

Außerdem gilt bei der Schwarzwildjagd:

  • Unmittelbaren Kontakt der Jagdhunde insbesondere zu Fallwild und erlegten Wildschweinen nach Möglichkeit vermeiden.
  • Keine Verwendung von Schwarzwild-Aufbruch, Speiseabfällen, Schlachtresten usw. zur Kirrung. Speiseabfälle und Essensreste nicht im Revier entsorgen.
  • Keine Verbringung von Abfallprodukten bei der Verwertung von Schwarzwild in das Revier, sondern als Abfall entsorgen.

Ausführliche Informationen finden sich im Merkblatt „ Schweinepest - Informationen für Jäger“ (pdf-Download).

Wie kann die Jagd auf Wildschweine helfen, eine Ausbreitung der ASP zu verhindern?

Eine reduzierte Schwarzwildpopulation verringert die Kontaktmöglichkeiten zu Ansteckungsquellen und kann daher dazu beitragen, dass sich die Seuche nicht weiter ausbreiten kann. Die intelligente Bejagung der Schwarzwildpopulation ist damit ein wichtiger Baustein der Prävention.

Bereits 2010 wurde in Niedersachsen von Vertretern der Jagd sowie der Land- und Forstwirtschaft eine „Gemeinsame Erklärung zum Schwarzwildmanagement“ beschlossen. Ziel ist die Absenkung der Schwarzwildbestände als maßgebliche Voraussetzung, um eine Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.

Was müssen Hobby-Schweinehalter beachten?

Auch Hobby-Schweinehalter müssen die Biosicherheitsmaßnahmen beachten. Rechtlich vorgeschrieben sind für Schweinehaltungen ab einem Schwein:

  • Ausbruchsichere Ställe,
  • ein Schild, das Unbefugten den Zutritt zum Stall verwehrt und
  • eine Desinfektionsmöglichkeit für die Schuhe.

Außerdem muss ein direkter oder indirekter Kontakt von Hausschweinen zu Wildschweinen verhindert werden, zum Beispiel durch eine doppelte Umzäunung bei Freilandhaltung. Futtermittel und Einstreu sollten für Wildschweine unzugänglich gelagert werden. Speise- oder Küchenabfälle dürfen grundsätzlich nicht an Haus- oder Wildschweine verfüttert werden.

Was können Landwirte tun, um ihre Schweinebestände zu schützen?

Der Kontakt von Wildschweinen zu den Hausschweinen ist auf jeden Fall zu verhindern. Zusätzlich müssen die Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen sowie die Bestimmungen der Schweinehaltungs-Hygieneverordnung eingehalten werden. Einen Überblick über die Biosicherheitsmaßnahmen bietet das Poster des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, das unter folgendem Link heruntergeladen werden kann: https://www.bmel.de/DE/Tier/Tiergesundheit/Tierseuchen/_texte/Stallposter.html.

Weitere Informationen zur ASP finden sich unter http://www.tierseucheninfo.niedersachsen.de.

Was müssen Transportunternehmen beachten, die aus ASP-Gebieten kommen?

Transportfahrzeuge, die aus den betroffenen Gebieten nach Deutschland kommen, müssen konsequent gereinigt und desinfiziert werden. Grundsätzlich obliegt es dem Fahrer eines Viehtransportfahrzeuges, hierfür Sorge zu tragen. Fahrzeuge, die die nach EU-Recht vorgeschriebene Reinigung und Desinfektion nicht vorweisen können, müssen diese spätestens an der Grenze nachholen.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest und zur aktuellen Lage finden Sie auf folgenden Internetseiten:

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