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Bestimmung kleiner Wirbeltiere anhand ihrer Losung

Problematik der Identifizierung und Verwechslungsmöglichkeiten


Im Fachbereich Schädlingsbekämpfung des LAVES kann die Bestimmung von Schadnagern (z.B. Hausmaus) und anderen kleinen, am Haus vorkommenden Wildtieren (z.B. Spitzmaus, Marder oder Fledermaus) im Rahmen der Zoodiagnostik anhand von Losungsproben vorgenommen werden. Die Unterscheidung größerer Tiere (z.B. Marderhund, Dachs, Waschbär, Fuchs) anhand der Losung ist oft nicht möglich.

Die Artbestimmung mittels Losung setzt die Kenntnis über Lebens- und Ernährungsweise der in Frage kommenden Arten voraus. Im Fachbereich Schädlingsbekämpfung werden im Rahmen der Zoodiagnostik Proben mit dem Ziel untersucht, den Verursacher dieser Aktivitätsspuren einzugrenzen und möglichst eindeutig zu identifizieren.

Findet man z.B. auf seinem Dachboden oder im / am Haus undefinierbare Kotspuren und es ist nicht eindeutig zu ermitteln, welches Tier dafür verantwortlich zu machen ist, kann u. U. anhand einer makroskopischen und mikroskopischen Untersuchung für Aufklärung gesorgt werden.

Voraussetzung für eine Identifizierung der Tierart ist neben den schon erwähnten Kenntnissen zur Biologie und Ökologie des möglichen Verursachers auch eine entsprechende Laborausrüstung, die es ermöglicht, die Probe in verschiedenen Abbildungsstufen zu untersuchen und zu vermessen sowie fotografisch zu erfassen.

Eine große Hilfe bei der Bestimmung stellt zusätzlich ein Referenzarchiv aus Losungsproben dar, welches im FB Schädlingsbekämpfung vorliegt und ständig erweitert wird. Ergänzend steht einschlägige Literatur bereit.

Bei der Einsendung von Proben ist es zudem wichtig, Details wie die Fundumstände und sonstige Beobachtungen anzugeben, da hierdurch eine Eingrenzung der Tierart möglich ist.

Bei Fragen können sie gern unser Formular auf der Seite Schädlingsdiagnostik nutzen.

  Bildrechte: ©LAVES
Verteilung der Losungseinsendungen auf die verschiedenen Tierarten (klicken für Zoom)

Wichtiger Hinweis:

Probenmaterial kann nur mit dem ausgefüllten " Formular zur Einsendung von Untersuchungsmaterial" bearbeitet werden. Bitte teilen Sie uns die Fundumstände und weitere Beobachtungen auf dem Formular mit. Die Losung muss vor der Einsendung getrocknet werden, um Schimmelbefall zu vermeiden.

Bitte fügen Sie ihrer Einsendung Fotos der Losung sowie Aufnahmen der Umgebung des Fundorts hinzu. In diesem Fall fotografieren Sie die Losung bitte am Fundort und vor der Trocknung mit Maßstab. Legen Sie zu diesem Zweck einen Zollstock neben die Probe; eine beigelegte Münze ist ebenfalls ausreichend.

Gegen eine Gebühr von 12,50 €, bzw. für niedersächsische Behörden in Amtshilfe, untersuchen die Mitarbeiter des Fachbereiches Proben von tierischen Exkrementen kleiner, am Wirbeltiere im Hinblick auf den Verursacher.


Auswahl der im FB Schädlingsbekämpfung vorhandenen Referenzproben (Auszug):

  • Ratte, Rattus spec.
  • Hausmaus, Mus musculus
  • Waldmaus, Apodemus sylvaticus
  • Rötelmaus, Chletrionomys glareolus
  • Hausspitzmaus, Crocidura russula
  • Fledermaus, Chiroptera
  • Kaninchen, Oryctolagus cuniculus
  • Meerschweinchen, Cavia porcellus
  • Marderartige, Mustelidae

Für eine Bestimmung sind folgende Kriterien wichtig:

  • Größe und Form der einzelnen Partikel
  • Konsistenz, Geruch und Oberflächenbeschaffenheit
  • Zusammensetzung der Losung (Inhaltsstoffe: pflanzlich und/oder tierisch)
  • Anlage der Kotplätze
  • Alter der Losung

Als Beispiel sei hier der Unterschied zwischen Wanderratten- und Hausmauskot erläutert:

Wanderratte, Rattus norvegicus (ausgewachsen)

Kotpillen zylindrisch mit stumpfen Enden, ca. 15 bis 17 mm lang und ca. 5 bis 6 mm dick, Konsistenz fest, Inhaltsstoffe sowohl pflanzlicher als auch tierischer Herkunft, Kotplätze in Ecken und an Wänden entlang.

Hausmaus, Mus musculus (ausgewachsen)

Kotpillen zylindrisch mit spitzen Enden, durchschnittlich 2 - 8 mm lang, ca. 1 - 1,5 mm dick, fest, beinhaltet keine sichtbaren tierischen Bestandteile.

Mitarbeit anderer Einrichtungen

Mit der Zeit wurden immer öfter Proben von Losung eingesandt, bis dessen Bestimmung in die Tätigkeit mit aufgenommen wurde. Von 2015 bis 2016 wurde die Referenzsammlung von Losungen und Gewöllen mithilfe des Wildpark Schwarze Berge sowie des Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. stark erweitert, wofür wir uns an dieser Stelle recht herzlich bedanken möchten.


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