Pflanzenschutzmittelrückstände in Kaki (PDF, nicht barrierefrei)
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Pflanzenschutzmittelrückstände in Kaki
Kaki – süße GötterfruchtKakis sind die Früchte des Kakibaums, der in Ostasien beheimatet ist und zu den ältesten Kulturpflanzen zählt. Im Handel wird die Kaki in der Zeit zwischen Oktober und April angeboten. Kakis ähneln vom Aussehen her der Tomate: sie haben eine dünne, glatte, glänzende Haut, die gelb bis orange-rot gefärbt ist. Die Kaki ist nicht ganz unkompliziert: der Reifegrad der Frucht ist besonders zu beachten. Unreife Früchte weisen einen hohen Gerbsäuregehalt (Tannine) auf. Diese Gerbstoffe können einen unangenehmen Belag (pelzigen Geschmack) auf der Zunge bilden, den Mund austrocknen und einen bitteren adstringierenden (zusammenziehenden) Geschmack verursachen. Der Gehalt an Gerbstoffen der Kaki ist sortenabhängig. Während des Reifeprozesses verliert die Frucht den stark pelzigen Geschmack. Kakis sollten deshalb unbedingt nur in völlig reifem Zustand gegessen werden, wenn sie eine tieforange bis blassrote Schale haben und auf Druck leicht nachgeben. Da der Transport im reifen Zustand, wenn die Früchte sehr weich werden, nicht möglich ist, werden im Handel nur unreife Früchte angeboten. Diese können bei Zimmertemperatur nachreifen und entfalten ihr süßes Aroma, wenn die Haut glasig wird und sich die Frucht fast überreif anfühlt. Es empfiehlt sich die Schale nicht mitzuessen, sondern die Frucht aufzuschneiden und das Fruchtfleisch herauszulöffeln, vergleichbar mit einer Kiwi. |
Untersuchungsergebnisse des LAVES
Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden in den Jahren 2025 und 2026 insgesamt 28 Kakiproben auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht.
Davon stammten 25 Proben aus Spanien, darunter eine Bioprobe. Bei weiteren drei Proben aus konventioneller Erzeugung war das Anbauland nicht angegeben.
In 13 Proben, darunter die spanische Bioprobe, waren keine Pflanzenschutzmittelrückstände nachweisbar.
In den übrigen 15 Proben (= 54 Prozent) wurden Rückstände von Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen.
Hiervon überschritt in einer Kakiprobe aus Spanien das Insektenbekämpfungsmittel Acetamiprid, aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide, auch unter Berücksichtigung der analytischen Messunsicherheit den zulässigen Höchstgehalt um etwa das Zehnfache.
Diese Kakiprobe wurde deshalb als nicht verkehrsfähig beurteilt.
Eine toxikologische Risikoabschätzung des Acetamiprid-Gehalts mit dem Model EFSA-PRIMo ergab eine Ausschöpfung der Akuten Referenzdosis (ARfD = 0,005 mg/kg Körpergewicht) für Kinder von 104 Prozent und für Erwachsene von 49 Prozent.
Bei einer einmaligen oder kurzzeitigen ARfD-Überschreitung ist gemäß Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine gesundheitliche Beeinträchtigung möglich. Ob eine Schädigung der Gesundheit tatsächlich eintreten kann, muss jedoch für jeden Einzelfall geprüft werden. Im Falle einer Gesundheitsschädigung gilt ein Lebensmittel rechtlich als nicht sicher und darf nicht in den Verkehr gebracht werden.
Die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen sind in Abbildung eins zusammengefasst.
Mehrfachrückstände in Form von mindestens zwei Wirkstoffen waren in elf Kakiproben (= 39 Prozent) enthalten. Das Maximum bildeten drei Kakiproben aus Spanien mit vier unterschiedlichen Pestizidrückständen (siehe Abbildung zwei).
Insgesamt wurden Rückstände von sieben unterschiedlichen Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmitteln in den Kakiproben festgestellt. In 13 Proben - und damit am häufigsten - wurden Rückstände des zu der Gruppe der Pyrethroide gehörenden Insektizids Lambda-Cyhalothrin nachgewiesen (siehe Abbildung drei).
Fazit
Die untersuchten Kakiproben enthielten insgesamt nur wenige unterschiedliche Pflanzenschutzmittelrückstände.
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