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Pflanzenschutzmittelrückstände in Ananas

Im Januar 2019 wurden insgesamt 20 Proben frische Ananas auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Die Proben stammten alle aus Costa Rica. In einer Probe wurden keine Rückstände nachgewiesen. Dabei handelte es sich um eine Ananas aus ökologischem Anbau. Die anderen Proben enthielten maximal 3 verschiedene Pflanzenschutzmittel. Höchstgehaltsüberschreitungen wurden nicht festgestellt.

Im Januar 2019 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES insgesamt 20 frische Ananasproben, davon eine aus ökologischem Landbau, auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Die Ergebnisse sind in Abbildung 1 dargestellt. Alle Proben stammten aus Costa Rica. Höchstgehaltsüberschreitungen wurden nicht festgestellt.
Abbildung 1  
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung Ananasproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.
In 19 von insgesamt 20 Proben wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Zwar wiesen 17 Proben (85 %) Mehrfachrückstände, das heißt mehr als zwei Wirkstoffe pro Probe auf, aber die maximale Anzahl an Wirkstoffen pro Probe betrug lediglich 3 (siehe Abbildung 2).
Abbildung 2  
Abbildung 2: Anzahl der Rückstände in den Ananasproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Insgesamt konnten 7 verschiedene Pflanzenschutzmittel detektiert werden, von denen das Fungizid Fludioxonil (18-mal) und der Wachstumsregulator Ethephon (17-mal) am häufigsten nachweisbar waren (siehe Abbildung 3). Durch den Einsatz von Ethephon ist es möglich, den Beginn der Blühphase in den Pflanzen gleichzeitig auszulösen, damit alle Früchte zur gleichen Zeit geerntet werden können.

Das Fungizid Fludioxonil war in 90 % der Proben nachweisbar. Es wird gegen Schimmelwachstum eingesetzt. Nach den Untersuchungsergebnissen aus den Vorjahren waren ebenfalls Ethephon und mindestens ein Fungizid in den Proben vorhanden. Bei dem Fungizid handelte es sich damals häufig um Triadimenol/Triadimefon. Die diesjährigen Ergebnisse zeigen, dass sich die Anwendungspraxis der Fungizide verändert hat, da dieser Wirkstoff 2019 in keiner Probe nachgewiesen werden konnte.

Abbildung 3  
Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in Ananas; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Fazit:

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse gehört Ananas zu den vergleichsweise gering mit Pflanzenschutzmitteln behafteten Obstarten. Das Ergebnis der diesjährigen Untersuchung entspricht dem aus den Vorjahren. Interessanterweise wurde 2019 anstelle des Wirkstoffes Triadimenol/Triadimefon nun das Fungizid Fludioxonil eingesetzt.

Zusatzinformationen:

Laut der Produktionsstatistik der FAO aus dem Jahr 2017 ist Costa Rica weltweit das Land mit der höchsten Anbaumenge von Ananas (siehe Tabelle). Die Ananasfrucht steht in der Liste aller Obstarten weltweit auf Platz 9 der Produktionsstatistik.

Größte Ananasproduzenten (2017) in Tonnen:

1. Costa Rica: 3.056.445 t

2. Philippinen: 2.671.711 t

3. Brasilien: 2.253.897 t

4.Thailand: 2.123.177 t

5. Indien: 1.861.000 t

6. Indonesien: 1.795.986 t

7. Nigeria: 1.642.376 t

8. Volksrepublik China: 1.576.405 t

9. Kolumbien: 1.091.042 t

10. Mexiko: 945.210 t

Quelle: Offizielle Produktionsstatistik der FAO für 2017. fao.org, abgerufen am 14. Februar 2019 (englisch); https://de.wikipedia.org/wiki/Ananas#cite_note-fao-61

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Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

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