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Gin – neu entdeckt und voll modern

Aktuell erfreut sich die Spirituose Gin großer Beliebtheit, dementsprechend hoch ist ihre Präsenz und Vielfalt am Markt. Gin ist eine Spirituose mit Wacholdergeschmack, die durch Aromatisieren von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit Wacholderbeeren (Juniperus communis L.) gewonnen wird.

Bei der Herstellung von Gin dürfen zusätzlich zur Aromatisierung Aromastoffe oder Aromaextrakte verwendet werden, wobei der Wacholdergeschmack vorherrschend bleiben muss. Der Mindestalkohol von Gin beträgt 37,5 % vol. Wird die Bezeichnung Gin um den Begriff „dry“ ergänzt, darf der Zuckergehalt in der fertigen Spirituose höchsten 0,1 g pro Liter betragen.

Im Jahr 2019 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES 32 Proben der verschiedenen Gin-Kategorien untersucht. Insgesamt mussten zehn Proben (31 Prozent) beanstandet werden. Fünf Proben wurden als sensorisch nicht einem Gin entsprechend beurteilt, das heißt der Wacholdergeschmack war nicht mehr vorherrschend und wurde durch Aromen von beispielsweise Himbeere, Erdbeere und Zitrusfrüchten überdeckt. 2-mal wurde der angegebene Alkoholgehalt unter- bzw. überschritten. Weitere Auffälligkeiten in Bezug auf die stoffliche Beschaffenheit (zum Beispiel flüchtige Inhaltsstoffe) wurden nicht festgestellt. 10-mal konnten Kennzeichnungsmängel nachgewiesen werden, wie zum Beispiel fehlerhafte Kennzeichnungselemente, zu geringe Schriftgröße und fehlende Loskennzeichnung.

Aufgrund der gestiegenen Aufmerksamkeit für Gin ist eine große Vielfalt vorhanden. Besonders kreativ wird an der sensorischen Gestaltung der Produkte gearbeitet. Dies führt jedoch dazu, dass der für Gin charakteristische und vorgeschriebene „Wacholdergeschmack“ nicht bei allen Produkten vorherrschend war.
Gin
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