LAVES Logo mit Schriftzug Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Niedersachen klar Logo

Beliebte Grünkohl-Beilage: Zu viel Wasser im Kasseler?

Kasseler Bildrechte: © photocrew - Fotolia.com
Kasseler ist gepökeltes und leicht geräuchertes Schweinefleisch, das gern zu deftigen Gerichten wie Grünkohl und Sauerkraut gegessen wird. Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut (LVI) Oldenburg des LAVES untersucht Kasseler auf den Anteil an Wasser im Fleisch und die Verwendung von Zusatzstoffen und überprüft die Kennzeichnung.

Was ist Kasseler?

Bei Kasseler handelt es sich in der Regel um Kochpökelerzeugnisse vom Schwein, die zum Erhitzen vorgesehen sind. Abhängig vom Erhitzungsgrad bei der Herstellung kann es noch roh oder schon vollständig durcherhitzt in den Handel gelangen. Es gibt verschiedene Kasseler-Sorten, die aus unterschiedlichen Teilen des Schweines hergestellt werden - wie zum Beispiel aus dem Rippenstück, dem Nacken, der Schulter oder dem Bauch. Die größte Marktbedeutung haben Kasseler-Kotelett (Rippenstück), Kasseler-Kamm (Schweinenacken) und Kasseler-Lachsfleisch (Kotelett, bei dem der Knochen entfernt wurde). Fertig gegartes Lachsfleisch ist als Aufschnitt ein Standardprodukt in der Wursttheke.

Wie wird Kasseler hergestellt?

Bei der üblichen Herstellungsweise von Kasseler-Produkten wird Pökellake in das Fleisch eingespritzt. Enthält ein Kasseler dadurch mehr Wasser als nach Erwartung der Verbraucherinnen und Verbraucher üblich, wird analytisch der Mindestanteil an Eiweiß im fettfreien Anteil nicht erreicht. Dieser wird in den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse festgelegt.

Übersteigt die Menge an zugesetztem Wasser im Kasseler die Marke von fünf Prozent, muss nach den Bestimmungen der Lebensmittel-Informationsverordnung die Bezeichnung dann zum Beispiel „Kasseler mit Würzlake“ lauten.

Pinkel, Kasseler Bildrechte: ©ExQuisine - Fotolia.com

Untersuchungen des LAVES

Das LVI Oldenburg hat im Jahr 2021 insgesamt 30 Proben Kasseler untersucht. Bei allen Proben wurde der geforderte Mindestanteil an Eiweiß im fettfreien Anteil erreicht. Das heißt, es wurde keine Überschreitung der verkehrsüblichen Menge an zugesetztem Wasser festgestellt. Bei vier Proben wurde die Bezeichnung als unvollständig beurteilt, weil die Menge an zugesetztem Wasser die Marke von fünf Prozent überstieg.

Bei vier Proben war die Kennzeichnung der Zusatzstoffe nicht korrekt. Andere Kennzeichnungsmängel wurden bei vier weiteren Proben festgestellt.

Frühere Untersuchungen

Im Jahr 2016 hat das LVI Oldenburg hat insgesamt 49 Proben Kasseler untersucht. Bei zwei Proben wurde der festgelegte Mindestanteil an Eiweiß im fettfreien Anteil nicht erreicht, da die Proben zu viel Wasser enthielten. Bei 13 Proben wurde die Bezeichnung als unvollständig beurteilt, weil die Menge an zugesetztem Wasser die Marke von fünf Prozent überstieg. In sieben Proben war der für rohes Kasseler nicht zugelassene Zusatzstoff Isoascorbinsäure (E 315/316) enthalten. Bei sechs Proben war die Kennzeichnung der Zusatzstoffe nicht korrekt. Andere Kennzeichnungsmängel wurden bei fünf weiteren Proben festgestellt.

Weitere interessante Artikel:

Bildrechte: © azurita - stock.adobe.com

Winterklassiker - LAVES untersucht frischen Grünkohl

Besonders in Norddeutschland steht Grünkohl - auch Braunkohl oder Oldenburger Palme genannt - in der kalten Jahreszeit regelmäßig auf dem Speiseplan. 2019 und 2020 wurden im LAVES insgesamt 28 frische Grünkohlproben, davon eine aus ökologischem Landbau, auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. mehr
Bildrechte: © Dar1930 - stock.adobe.com

Grünkohlsaison: Zeit für Pinkel, Kasseler und Co.

Zu einem traditionellen Grünkohlessen gehören Pinkel oder Kasseler. Das LAVES hat Proben der Fleischprodukte auf Sensorik und pathogene Erreger untersucht. mehr
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln