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Obstsalat "to go" – eine bunte Überraschung aus der Kühltheke?

Lebensmittel- und Veterinärinstitut des LAVES untersucht auf Hygiene


Eine erfrischende Zwischenmahlzeit aus der Kühltheke – die vielfältigen bunten Mischungen aus frischem Obst werden im Handel vorbereitet und abgepackt angeboten. Allerdings kann vorgeschnittenes Obst mit Keimen belastet und damit Quelle für lebensmittelbedingte Erkrankungen sein. Deshalb hat das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover (LVI) des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) 120 Proben abgepacktes, vorgeschnittenes Obst aus dem Einzelhandel auf krankmachende Keime und auf Hygieneparameter untersucht.

Das Ergebnis: lediglich eine Probe zerkleinerte Melonen, die bereits matschig war und säuerlich roch, wurde als nicht mehr zum Verzehr geeignet beurteilt. Außerdem wurden in dieser Probe hohe Keimgehalte festgestellt. Krankmachende Keime wie Salmonellen oder Listerien sind dagegen in keiner Probe nachgewiesen worden. Insgesamt wurden in 34 Proben erhöhte Keimgehalte nachgewiesen, die auf Hygienemängel in den Betrieben hindeuten – überwiegend handelte es sich dabei um Schimmelpilze. In 86 Proben sind keine auffälligen Keimgehalte nachgewiesen worden. Fünf Proben wurden in den Betrieben nicht ausreichend gekühlt. Bei vorgeschnittenem Obst handelt sich um ein leicht verderbliches Lebensmittel, das gekühlt werden muss. Die maximal empfohlene Lagertemperatur liegt bei + 7° Celsius, nach der DIN 10508 „Temperaturen für Lebensmittel“.

Vorzerkleinertes Obst wird regelmäßig im Braunschweiger Labor des LAVES untersucht. Die vorliegenden Ergebnisse stammen aus Untersuchungen im Zeitraum von 2016 bis 2019.

Tipp für den Einkauf: Beim Einkauf sollte auf optisch einwandfreie frische Ware und auf ausreichende Kühlung im Handel geachtet werden. Vorzerkleinertes Obst muss bei maximal + 7°C gelagert werden. Auch sollten diese Produkte möglichst bald nach dem Kauf verzehrt werden.

Hygienetipps für zu Hause: Insbesondere das Waschen und Zerkleinern von Obst begünstigt eine Übertragung von Krankheitserregern. Zudem bietet klein geschnittenes Obst Mikroorganismen einen guten Nährboden. Deshalb ist die Einhaltung von Hygieneregeln wichtig. So sollte insbesondere auf saubere Hände, Messer sowie Arbeitsflächen geachtet werden. Insbesondere bei Melonen mit rauer Oberfläche können Keime gut anhaften und beim Anschneiden in das Fruchtfleisch dringen. Allerdings sollte die Melone nicht vorher gewaschen werden, da sich dadurch eine Verschleppung von Krankheitserregern eher noch erhöhen könnte.

Gerade bei der Arbeit in der Küche können Mikroorganismen durch den Kontakt zu Arbeitsflächen, Schneidbrettern, Besteck und anderen Gerätschaften auf das Lebensmittel gelangen. Deshalb ist Reinigung und Sauberkeit auch im eigenen Haushalt von enormer Bedeutung:

  • Die Hände vor der Zubereitung und dem Essen gründlich waschen, besonders nach dem Toilettengang, Tierkontakten, Gartenarbeiten oder Windelwechseln.
  • Früchte, Salat und Gemüse immer unter fließendem Trinkwasser waschen. Wiederholtes Waschen ist besser als einmaliges Waschen mit viel Wasser.
  • Die Temperatur des Waschwassers sollte höher sein als die Temperaturen von Obst und Gemüse.
  • Obst und Gemüse nach dem Waschen nicht nass liegen lassen.
  • Nicht auf Lebensmittel husten oder niesen.
  • Schälen kann Kontaminationen wirksam reduzieren. Angeschimmeltes oder Angefaultes wegwerfen.
  • Lebensmittel und Küchenbereiche vor Insekten, Haustieren und anderen Tieren schützen.
  • Küchentücher regelmäßig wechseln und bei hohen Temperaturen waschen.

Dazu ausführliche Infos unter www.laves.niedersachsen.de

Presseinformationen
Artikel-Informationen

07.08.2019

Ansprechpartner/in:
Hiltrud Schrandt

Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Leiterin Pressestelle
Röverskamp 5
26203 Wardenburg
Tel: 0441 57026 -180

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