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Pflanzenschutzmittelrückstände in Kohlgemüse

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 62 Proben Kohlgemüse auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. In 15 Proben waren keine Rückstände nachweisbar. Keine Probe überschritt die gesetzlich festgelegten Höchstgehalte für Pestizide.


Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg wurden im Jahr 2016 insgesamt 62 Proben Kohlgemüse aus konventionellem Anbau, davon 29 Mal Rosenkohl, 13 Mal Weiß- und Spitzkohl, zehn Mal Wirsingkohl, acht Mal Chinakohl und zwei Mal Rotkohl auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Die weitaus meisten Rosenkohlproben stammten aus den Niederlanden; die übrigen Proben Kohlgemüse wurden hauptsächlich in Deutschland produziert. Weitere Herkunftsländer der beprobten Kohlgemüse waren Italien, Portugal, Belgien, Polen und Frankreich. Bei drei Proben blieb der Ursprung der Erzeugnisse mangels Angabe des Anbaulandes ungeklärt (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1  
Abbildung 1: Herkunft der Kohlgemüseproben.

In Abbildung 2 sind die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen dargestellt:

Erfreulicherweise wiesen 15 Proben (24,2 Prozent), darunter neun Mal Rosenkohl, drei Mal Weiß- und Spitzkohl, zwei Mal Rotkohl und ein Mal Chinakohl, keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf.

Zusätzlich wurden zehn Weißkohlproben auf Dithiocarbamate sowie zehn Wirsingkohlproben auf Dithiocarbamate und Bromid untersucht. Geringe Dithiocarbamatrückstände und Bromidrückstände waren in allen darauf untersuchten Proben nachweisbar. Leider sind Rückstände der im konventionellen Landbau als Fungizide eingesetzten Dithiocarbamate nicht von natürlichen Inhaltsstoffen unterscheidbar. Kohlgemüse enthält sogenannte Glucosinolate, die in der Analytik falsch positive Dithiocarbamatrückstände vortäuschen können.

Bromid könnte von den Kohlpflanzen aus natürlicherweise bromidhaltigen Erdböden aufgenommen worden sein oder ursprünglich aus bromhaltigen Begasungsmitteln zur Bodenentseuchung stammen. Analytisch ist die Unterscheidung nicht möglich.

Positiv: In keiner Kohlprobe wurden Rückstände oberhalb der rechtlich festgesetzten Höchstgehalte festgestellt.

Abbbildung 2  
Abbildung 2: Ergebniszusammenfassung der Kohlgemüseproben, berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Die Anzahl der Rückstände in den verschiedenen Kohlarten ist in Abbildung 3 dargestellt:

Abbildung 3  
Abbildung 3: Anzahl der Rückstände in den Kohlgemüseproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Insgesamt 37 Proben (59,7 Prozent) wiesen Mehrfachrückstände auf, das heißt sie enthielten zwei oder mehr Wirkstoffe beziehungsweise deren Metabolite. Das Maximum stellte eine Probe Rosenkohl aus den Niederlanden mit sieben verschiedenen Rückständen dar.

Abbildung 4  
Abbildung 4: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in Kohlgemüse; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Wirkstoff.

Fazit:

24,2 Prozent der Kohlgemüseproben enthielten keine nachweisbaren Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Immerhin wurden bis zu sieben Rückstände pro Probe nachgewiesen. Höchstgehaltsüberschreitungen traten in keiner Probe auf. Gegenüber der letzten Untersuchung von 2010 wurden mit einem deutlich ausgeweiteten Untersuchungsspektrum 2016 mehr Rückstände und Mehrfachrückstände nachgewiesen. Die Untersuchungsergebnisse von 2016 zeigen, dass Kohlgemüse durchaus Rückstände an Pflanzenschutzmitteln enthalten können.

Kohlgemüse (Schaufeld auf der LGS Landau 2015)  
Kohlgemüse (Schaufeld)
Chinakohl aufder LGS Landau 2015  

Chinakohl

Rosenkohl auf der LGS Landau 2015  

Rosenkohl

Rotkohl auf der LGS Landau 2015  

Rotkohl

Weißkohl aufder LGS Landau 2015  

Weißkohl

Wirsingkohl (Wirsing) auf der LGS Landau 2015  

Wirsingkohl (Wirsing)

Weitere Informationen:

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

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