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Kinderkekse und Knabberartikel - ist drin was auf der Verpackung steht?

LAVES untersucht Kekse und Knabberartikel für Säuglinge und Kinder



Ob beim Spielen zu Hause oder auf dem Spielplatz - eine Packung Kekse für die Kinder gehört bei vielen Eltern dazu. Der Trend, Kekse mit einer besonderen Aufmachung speziell für Kinder zu bewerben, ist ungebrochen. Denn Kekse als Tierfiguren oder Comicfiguren aus beliebten Kinderserien in bunten Verpackungen sind bei Kindern sehr beliebt.

Das LAVES hat 2014 die Zusammensetzung und die Kennzeichnung von 52 unterschiedlichen Kinderkeks- und Knabberprodukten überprüft, zum einen 20 Diät-Produkte, die speziell für Säuglinge oder Kleinkinder mit Altersangabe (z.B. „nach dem 8. Monat“ oder „ab 1 Jahr“) angeboten werden, zum anderen 32 Produkte des allgemeinen Verzehrs, die allein durch ihre bunte Aufmachung zu den Kinderlebensmitteln gehören.

Die Produktpalette der Knabbereien für Säuglinge und Kleinkinder ist vielfältig: So finden sich diverse Kekse, Zwieback, Getreideknabberstangen oder Waffeln aus gepufftem Getreide sowie Frucht- und Müsliriegel speziell für die Kleinen in den Supermarktregalen.

Untersuchungsergebnisse des LAVES

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES hat daher 2014 die Zusammensetzung und Kennzeichnung von 20 Produkten untersucht, die speziell für Säuglinge (z. B. ab dem 8. Monat) bzw. für Kleinkinder (z. B. ab 1 Jahr) ausgelobt waren. Es sollten die deklarierten Nährwerte, insbesondere Zucker und der Fettgehalt sowie die Werbebehauptungen überprüft werden.

Ohne Zuckerzusatz = ohne Zucker?
Sieben der 20 Proben waren ausgelobt mit dem Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ oder „ungesüßt“ und der erklärenden zusätzlichen Angabe „Zutaten enthalten von Natur aus Zucker“. Ihnen waren zwar keine Mono- und Disaccharide speziell zugesetzt worden, dennoch enthielten viele eine beachtliche Menge an Zuckern, die aus den verwendeten Zutaten stammten (z. B. getrocknete Apfel-, Birnen- oder Bananenflocken). Der Gesamtzuckergehalt der vermeintlich „ungesüßten“ Proben war sehr unterschiedlich: Er lag zwischen 1 % bei Knabberbrezeln und 60 % bei Crunchies aus Fruchtpüree, Fruchtsaft u. Joghurt (Siehe Tabelle 1). Zwei Erzeugnissen war zur Süßung Reissirup zugesetzt worden, ein Sirup, der u. a. die Zucker Glucose und Maltose enthält. Elf Proben enthielten zugesetzte Saccharose (Haushaltszucker). Der Gesamtzuckergehalt dieser Proben lag zwischen 3 und 24 %. Die in der Nährwertkennzeichnung deklarierten Zuckergehalte stimmten insgesamt gut mit den hier ermittelten Werten überein.

Produkt
Zuckerzusatz Gesamtzuckergehalt
in %
Minis Müsli-Keks
ja 17
Babykekse (4x)
ja 19
Kinderkekse (3x)
ja 23
Butterkeks
ja
21
Vollkornkeks
ja
21
Zwieback
ja 10
Getreide-Knabber-Sticks
Reissirup 3
Dinkelkeks
Reissirup 17
Früchteriegel Apfel-Banane
nein 47
Früchteriegel Apfel-Birne
nein 46
Früchteriegel Banane Apfel
nein 43
Frucht-Getreidewaffeln
nein 6
Mango-Reiswaffeln
nein 10
Crunchies aus Fruchtpuree, Fruchtsaft u. Joghurt
nein 60
Knabberbrezeln
nein 1

Teilweise viel Fett enthalten
Auch die deklarierten Fettwerte wurden analytisch überprüft und stimmten bis auf eine Ausnahme gut mit den Analyseergebnissen überein. Die Fettgehalte variierten je nach Produktgruppe stark: So enthielten Waffeln aus gepufftem Getreide nur geringe Mengen an Fett (ca. 1 bis 2 %), wohingegen Kekse und Knabberstangen Gehalte zwischen 9 und 20 % aufwiesen.

Vitamin- bzw. Mineralstoffauslobungen
Auf 13 Verpackungen waren Werbeangaben zum Vitamin B1-Gehalt zu finden („mit Vitamin B1“). Für dieses Vitamin, das für die Funktion des Nervensystems unentbehrlich ist, gibt es nach deutschem Recht einen Mindestwert, der in Getreideprodukten für Säuglinge und Kleinkinder eingehalten werden muss. Aus diesem Grund wird vielen Lebensmitteln auf Getreidebasis, die für Säuglinge und Kleinkinder bestimmt sind, Vitamin B1 zugesetzt.
Die deklarierten Gehaltsangaben wurden analytisch überprüft und stimmten erfreulicherweise im Rahmen der üblichen Schwankungsbreiten mit den hier bestimmten Werten überein.

Angaben zu einem gesundheitlichen Zusatznutzen
Aussagen auf einer Lebensmittelverpackung, die vermitteln, dass bestimmte Inhaltsstoffe Vorteile für die Gesundheit besitzen, nennt man gesundheitsbezogene Angaben ("Health Claims"). Solche Angaben sind nur nach besonderer Genehmigung und unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen zulässig. Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben waren auf fünf Verpackungen zu finden und bezogen sich auf die Vitamine B1, Niacin, Pantothensäure und auf Eisen.
Eine Probe war ausgelobt mit dem allgemeinen Hinweis „besonders bekömmlich“. Solch ein Verweis auf allgemeine nichtspezifische Vorteile des Lebensmittels für die Gesundheit im Allgemeinen ist ohne beigefügte spezielle gesundheitsbezogene Angabe allerdings nicht zulässig.

Clean Labeling – oder die Werbung mit nicht enthaltenen Zusatzstoffen
Gerne wird für Lebensmittel damit geworben, dass bestimmte Stoffe nicht enthalten sind, wenn der Verbraucher diese vielleicht ablehnt oder als ungesund einschätzt. So auch bei den Säuglings- und Kleinkindernahrungsmitteln: Auf 15 der 20 eingelieferten Proben wurde darauf hingewiesen, dass keine (künstlichen) Aromen, Backtriebmittel, Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel, Farb- u. Konservierungsstoffe enthalten sind.
Damit es sich nicht um unzulässige Werbung mit Selbstverständlichkeiten handelt, die den Eindruck erweckt, der Verzicht auf einen Stoff wäre eine Besonderheit dieses Produktes, obwohl diese Zutat generell verboten ist, müssen die Angaben teilweise den Zusatz „lt. Gesetz“ tragen. So ist für Säuglings- und Kleinkindernahrung der Einsatz von künstlichen Aromen, Geschmacksverstärker, Farb- und Konservierungsstoffen gesetzlich nicht zulässig. Eine der Proben wurde mit dem Hinweis „ohne Konservierungsstoffe“ beworben ohne dass der Zusatz „laut Gesetz“ oder „gesetzlich in Babynahrung verboten“ angegeben war, weshalb es sich um Werbung mit Selbstverständlichkeiten handelte.

Wichtige Warnhinweise

Neun der Proben, egal ob gesüßt oder ungesüßt, enthielten auf der Verpackung den freiwilligen Hinweis, dass ab dem ersten Zähnchen auf eine gründliche Zahnpflege geachtet werden sollte. Auf 16 der Packungen war der Warnhinweis angebracht, dass die Knabberprodukte grundsätzlich nicht im Liegen und unbeaufsichtigt gegeben werden sollten.

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES hat 2014 die Zusammensetzung (Allergene und gentechnische veränderte Zutaten) und die Kennzeichnung von 32 unterschiedlichen Kinderkeks-Produkten überprüft.

Allergene und gentechnisch veränderte Zutaten
Die Kekse wurden auf Allergene, wie z. B. Nussproteine und z. T. auf gentechnisch veränderte Zutaten untersucht. Die Angabe von Allergenen ist für Menschen mit einer Allergie gegen (Weizen-)Mehl, Eier, Sojaeiweiß, Nüsse oder Mandeln – den Grundzutaten vieler Gebäcke, sehr wichtig. Hoch-allergene Zutaten können für Lebensmittel-Allergiker zu einer bösen Überraschung werden, denn es können nach Genuss akute allergische Reaktionen auftreten.
Die Allergenkennzeichnung ist bei verpackten Lebensmitteln zwingend vorgeschrieben. Produkte, die nicht über einen Hinweis auf eine mögliche Kontamination mit Allergenen wie Milch, Sesam etc. verfügten, wurden auf allergene Bestandteile wie Nüsse und Schalenfrüchte überprüft. Die gute Nachricht: Diese konnten in keiner Probe nachgewiesen werden.
Auch Bestandteile von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) konnten in den untersuchten Keksen nicht nachgewiesen werden.

Butteranteil & Co.
Darüber hinaus wurden bei in Niedersachsen ansässigen Herstellern die deklarierten Nährwertangaben und/oder andere wertgebende Bestandteile überprüft. Dazu gehörte z. B. der Butteranteil bei Butterkeksen. Die auf den Verpackungen deklarierten Nährwertangaben stimmten mit der Zusammensetzung der Produkte überein, ebenso wie die Angaben zum Buttergehalt der Gebäcke.


Kekse backen

Vorsicht Zuckerfalle!
Die meisten Kinderkekse enthalten jede Menge Zucker und sind daher eine Süßigkeit. Und die sollte immer nur ein Extra sein - egal ob die Kekse aus dem Bio-Laden kommen oder aus dem normalen Supermarkt. Außerdem sind, nach Aussagen von Ernährungsexperten, für Kinder nach dem ersten Lebensjahr keine speziellen Lebensmittel notwendig. Eine gute Alternative ist auch das selber Backen, da lässt sich ggf. an Zucker sparen und es macht zudem der ganzen Familie Spaß!

Weiterführende Links:
Butterkekse
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