LAVES klar

Smoothies - neue Trends

Smoothies, sogenannte Ganzfruchtgetränke, werden überwiegend aus Fruchtmark bzw. ‑püree hergestellt. Neben den klassischen Varianten gibt es eine zunehmende Anzahl an Produkten mit einem deutlichen Gemüseanteil, die „grünen Smoothies". Diese beinhalten grüne Zutaten wie Blattgemüse, Spinat, oder Gurken.

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover (LVI BS/H) hat insgesamt 28 grüne Smoothies auf die Richtigkeit der Bezeichnungen und Angaben auf ihren Verpackungen untersucht. Im Jahr 2016 wurden in einem ersten Projekt zehn Proben auf deren Oxalsäure- und Nitratgehalt untersucht.


Was sind Smoothies?

Kennzeichnung und Inhaltsstoffe

Grüne Smoothies

Untersuchungen des LAVES

Smoothie statt Obst und Gemüse?


Was sind Smoothies

Sie sind aus den Kühlregalen im Supermarkt nicht mehr wegzudenken - die Smoothies. Erhältlich sind diese in den verschiedensten Farben und Geschmacksrichtungen. Die eigene Zubereitung von Smoothies ist simpel, je nach Belieben wird Obst und rohes Gemüse in einen Mixer gegeben und so lange zerkleinert bis das ganze trinkbar ist. Smoothies im Supermarkt werden überwiegend aus Fruchtmark bzw. -püree hergestellt und als „Ganzfruchtgetränke" beschrieben.

Während der klassische Smoothie überwiegend Obst enthält, nehmen die Produkte mit einem deutlichen Gemüseanteil immer weiter zu. Für die „grünen Smoothies" sind die üblichen Gemüsezutaten Spinat, Grünkohl, Gurke oder Blattgemüse. Damit das Ganze nicht bitter schmeckt werden häufig süße Obstsorten, wie Äpfel oder Bananen, hinzugefügt.


Kennzeichnung und Inhaltsstoffe

Für Smoothies gibt es keine lebensmittelrechtliche Definition. Verbraucher/innen müssen sich bei Smoothies in Fertigpackungen über die beschreibende Verkehrsbezeichnung und das jeweilige Zutatenverzeichnis selbst informieren. Hier darf es aber nicht durch unzutreffende Fruchtabbildungen oder Hinweise zu Täuschungen kommen. Die beschreibende Verkehrsbezeichnung muss das Erzeugnis hinreichend charakterisieren. In der Gastronomie besteht die Möglichkeit die genaue Zusammensetzung zu erfragen.


Lebensmittel in Fertigpackungen unterliegen kennzeichnungsrechtlichen Vorschriften. Auf jeder Packung muss eine Verkehrsbezeichnung oder eine Beschreibung des Lebensmittels aufgeführt sein, die es Verbrauchern ermöglicht, die Art des Lebensmittels zu erkennen und es von verwechselbaren Erzeugnissen zu unterscheiden. Lebensmittelrechtlich ist die Angabe "Smoothie" nur eine Phantasiebezeichnung und ohne eine Ergänzung nicht ausreichend. Eine zusätzliche Bezeichnung oder eine Beschreibung ist unbedingt erforderlich.

Zusätzlich ist die Angabe eines Zutatenverzeichnisses erforderlich. Alle Zutaten sind in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtanteiles aufzuführen. Verbraucher haben somit die Möglichkeit die Produkte hinsichtlich ihrer Zusammensetzung zu unterscheiden und zu erkennen, ob dem Erzeugnis Zusatzstoffe zugesetzt worden sind. Weiterhin müssen Zutaten, die durch Abbildungen oder Hinweise in der Bezeichnung des Lebensmittels besonders hervorgehoben werden, mit ihrem prozentualen Mengenanteil aufgeführt werden.


Smoothies gelten allgemein als ein sehr „gesundes" Lebensmittel. Deshalb werben Hersteller gerne mit allgemeinen gesundheitsbezogenen Angaben. Dies ist jedoch nach den rechtlichen Vorschriften nur unter Angabe eines zugelassenen „Claims" möglich, sofern die Zusammensetzung die Auslobung zulässt.


Grüner Smoothie
Grüner Smoothie
Bildrechte: © IngridsI - Fotolia.com

Grüne Smoothies

Zur Herstellung der grünen Smoothies werden meist frische pflanzliche Zutaten, d. h. überwiegend ungekochtes Gemüse verwendet. Viele dieser Gemüsesorten weisen von Natur aus einen hohen Oxalsäuregehalt auf, der beim Kochen dieser Lebensmittel in das Kochwasser übergehen und somit reduziert werden würde. Bei einem Smoothie verbleibt die Oxalsäure jedoch in dem Getränk. Spinat und einige Salate können zusätzlich hohe Gehalte an Nitrat aufweisen.

Die flüssige Konsistenz der grünen Smoothies ermöglicht den Verzehr großer Mengen dieser Gemüsesorten, sodass es nicht ausgeschlossen ist, dass Verbraucher/innen durch diese veränderten Verzehrsgewohnheiten große Mengen an Oxalsäure und Nitrat zu sich nehmen. Der Verzehr hoher Gehalte an Oxalsäure steht im Verdacht, die Bildung von Blasen- und Nierensteinen zu begünstigen. Nitrat kann im Körper zu Nitrit reduziert werden und zur Bildung von Nitrosaminen beitragen. Der rechtlich festgelegte Höchstgehalt für Nitrat in Trinkwasser beträgt 50 mg/l, für Spinat 3.500 mg/kg. Rechtliche Höchstgehalte liegen für Smoothies nicht vor.

Untersuchungen im LVI Braunschweig/Hannover

Da es keine lebensmittelrechtliche Definition für Smoothies gibt, ist eine Vielfalt an Variationen möglich. Die im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES untersuchten Proben enthielten u. a. Blattgemüse, Gurkenpüree, Spinat oder Brennnessel-Extrakt. Weitere Erzeugnisse enthielten einen Zusatz von Honig, fettarmer Milch, Haferflocken, Ingwerpüree, Kräuter-Tees und Kokos.

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 28 Proben grüne Smoothies untersucht. Bei 16 Proben wurden Verstöße festgestellt, die sich u. a. auf unzureichende Bezeichnungen (10) und unzulässige gesundheitsbezogene Angaben (7) bezogen.

In einem ersten Projekt wurden im Jahr 2016 zehn Proben grüner Smoothies auf ihren Oxalsäure- und Nitratgehalt untersucht. Der analytisch ermittelte Oxalsäuregehalt lag zwischen 10 und 311 mg/l (Median 78 mg/l) und der Nitratgehalt zwischen 35 und 486 mg/l (Median 208 mg/l). Diese Werte wurden als unbedenklich beurteilt. Für eine Risikoeinschätzung ist jedoch eine größere Datenmenge erforderlich. Aus diesem Grund ist die Durchführung eines bundesweiten Überwachungsprogramms geplant, an dem sich auch Niedersachsen beteiligen wird.

Quetschobst
Selbstgemachter Smoothie
Bildrechte: © StockPhotoPro - Fotolia.com
Smoothie statt Obst und Gemüse?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. empfiehlt, fünfmal am Tag eine Portion Obst oder Gemüse zu verzehren, das entspricht ca. 650 g Obst und Gemüse pro Tag. Darauf nehmen einige Hersteller der Smoothies Bezug und preisen den Inhalt einer Verpackung als Ersatz für eine Portion Obst oder Gemüse an. Smoothies sind jedoch kein frisches Obst oder Gemüse, sondern verarbeitete, industriell hergestellte und in der Regel erhitzte Produkte.

Aus wissenschaftlicher Sicht wird dazu angemerkt, dass ein verarbeitetes Erzeugnis niemals frisches Obst und Rohkost ersetzen kann, insbesondere, da in den meisten Fällen nicht die gesamte Frucht einschließlich der Schale verarbeitet wird und somit wichtige sekundäre Pflanzeninhaltstoffe verloren gehen. Ein weiterer Nachteil ist, dass die "Smoothies" im Gegensatz zum frischen Obst nicht gekaut werden müssen und dadurch der Sättigungseffekt später eintritt, wodurch die Gefahr entsteht, dass man zu viel Nahrung zu sich nimmt. Zudem kann frisches Obst und Gemüse saisonal eingekauft werden. "Smoothies" stellen jedoch auch eine schnelle und unkomplizierte Art des Verzehrs von Obst dar und sind inzwischen als "Convenience-Produkt" im Lebensmittelangebot der heutigen Zeit etabliert.

Noch ein Tipp zum Schluss: Smoothies können auch schnell, einfach und günstig mit jeder Art von Obst selbstgemacht werden. Einfach die Früchte vorher grob zerkleinern und dann ab in den Mixer zum Pürieren, gern auch wer mag mit Milch oder Joghurt mischen.

Verschiedene Frucht-Smoothies in Regenbogenfarben  

Health-Claims

Vorschriften der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel: Eine "gesundheitsbezogene Angabe" ("Claim") ist jede Angabe, mit der erklärt, suggeriert oder auch nur mittelbar zum Ausdruck gebracht wird, dass ein Zusammenhang zwischen einem Lebensmittel oder einem seiner Bestandteile einerseits und der Gesundheit andererseits besteht. Verweise auf allgemeine, nichtspezifische Vorteile des Nährstoffs oder Lebensmittels für die Gesundheit im Allgemeinen oder das gesundheitsbezogene Wohlbefinden sind nur zulässig, wenn eine zugelassene spezielle gesundheitsbezogene Angabe beigefügt ist.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln