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Seehundmonitoring

Stand: 24.08.2018


Der Seehund (Phoca vitulina) zählt zu den im Wattenmeer heimischen Meeressäugern. Er verbringt die meiste Zeit im Wasser, aber beansprucht auch andere Lebensräume wie Sandbänke im Tidebereich und Sandstrände.

Der besondere Schutz des Seehundes ist durch internationale Vereinbarungen geregelt. Bereits die "Bonner Konvention" zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (1979) beschreibt den Seehund als "Art mit ungünstiger Erhaltungssituation", dessen Erhalt und Management internationale Übereinkünfte erfordert. Im Rahmen der trilateralen Kooperation zum Schutz des Wattenmeeres der Wattenmeeranrainerstaaten Niederlande, Deutschland und Dänemark wurde durch den Abschluss des Regionalabkommens "Agreement on the Conservation of Seals in the Wadden Sea" (1990) diese Forderung erfüllt. Die Umsetzung des Abkommens erfolgt auf der Grundlage eines von Experten erarbeiteten Managementplans.

 
Sandbank vor der Ostspitze von Spiekeroog

Das Seehundmonitoring in Niedersachsen wird seit 2005 vom LAVES koordiniert. Es umfasst u.a. neben der Untersuchung des Gesundheitszustandes und der Populationsentwicklung auch administrative Maßnahmen zum Schutz des Seehundes auf nationaler und internationaler Ebene.

Pilot und Zähler
Pilot und Zähler

Kenntnisse über die Höhe des Seehundbestandes an der niedersächsischen Nordseeküste liegen seit 1958 vor, allerdings erfolgen systematische Zählungen aus der Luft bei Niedrigwasser erst seit 1972. Dazu ist das Küstengebiet in drei Bereiche aufgeteilt. Kleinflugzeuge starten mit erfahrenen Piloten und Zählern von drei Flugplätzen und überfliegen die Liegeplätze der Seehunde in angemessener Höhe, ohne sie zu stören.

Gezählt wird an fünf, mit den Vertragsstaaten vereinbarten Terminen in den Monaten Juni bis August. In dieser Zeit der Jungtieraufzucht und des Haarwechsels befinden sich viele Seehunde auf den Sandbänken und Stränden. Die Zählungen erfolgen in Zusammenarbeit mit niedersächsischen Jägern, da der Seehund auch als ganzjährig geschützte Art weiterhin dem Jagdrecht unterliegt.

Sandbank vor der Ostspitze Spiekeroogs

Der Seehundbestand im niedersächsischen Wattenmeer hat sich nach den zwei Staupe-Epidemien 1988 und 2002 und dem Influenza-Infektionsgeschehen 2014 auf einem hohen Niveau stabilisiert. 2018 wurden 9918 Seehunde, davon 2158 Jungtiere gezählt.

Details über die Liegeplätze und Verteilung der Seehunde im niedersächsischen Wattenmeer können den Umweltinformationen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer entnommen werden.

Weitere Informationen:

Bilanz der Zählflüge im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer zwischen Ems und Elbe: Seehundbestand im Niedersächsischen Wattenmeer hält sich auf hohem Niveau (LAVES Presseinformation vom 24.08.2018)

LAVES zählt Seehunde – die Flugzeuge starten wieder im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (LAVES Presseinformation vom 05.06.2018)

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