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West-Nil-Virus: Erster Nachweis bei einem Pferd in Niedersachsen

Ende September wurde der Ausbruch des West-Nil-Fiebers (WNV) bei einem Pferd aus Königslutter am Elm im Landkreis Helmstedt amtlich festgestellt. Das Tier zeigte neurologische Symptome und wurde im Bestand separiert. Alle Kontakttiere hatten ein negatives Untersuchungsergebnis. Die Untersuchungen wurden größtenteils im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover (Standort Hannover) des LAVES durchgeführt. Dort stehen in der Diagnostik der Virus-(PCR) und der Antikörpernachweis (IgM-, IgG-ELISA) zur Verfügung.

In Deutschland wurden bislang Infektionen mit dem WNV nur bei wenigen Vögeln und Pferden diagnostiziert. Betroffen waren bis dato die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg, Berlin, Bayern und Thüringen (vergleiche FLI: Verbreitung des West-Nil-Virus in Deutschland: Erster Fall bei Pferd in Niedersachsen).

Das West-Nil-Fieber ist eine bei Pferden und Vögeln anzeigepflichtige Tierseuche. Außer der Anzeigepflicht sind keine weiteren tierseuchenrechtlichen Maßnahmen vorgeschrieben.

Es handelt sich bei dem West-Nil-Fieber bei Pferden um eine Einzeltiererkrankung. Vögel sind die Hauptwirte. Stechmücken übertragen und vermehren das Virus. Pferde und Menschen können auch erkranken, übertragen das Virus aber in der Regel nicht und sind somit Fehlwirte.

Pferde zeigen bei einer Infektion selten eine klinische Erkrankung. Nur bei einzelnen Tieren können neurologische Symptome wie zum Beispiel Stolpern, Nachhandlähmungen, Schwäche und Muskelzittern auftreten. In äußerst seltenen Fällen kommt es zu Todesfällen.

Pferdehalter sollten die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) beachten und den Schutz der Tiere vor Mückenstichen intensivieren, da das Virus durch Mücken übertragen wird.

Beim Menschen bleiben Infektionen in etwa 80 Prozent der Fälle völlig symptomlos. Krankheitssymptome sind ansonsten meist nur leicht ausgeprägt und grippeähnlich mit Fieber (daher stammt in Verbindung mit dem Ort erster Beobachtung der Name „West-Nil-Fieber“). Es kann jedoch in Einzelfällen zu schweren Verläufen mit hohem Fieber und Enzephalitis oder Meningitis kommen, die unter Umständen auch bleibende neurologische Schäden nach sich ziehen können.

Trakehner Bildrechte: Beate Langels

Trakehner

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum West-Nil-Virus und zur aktuellen Lage finden Sie auf folgenden Internetseiten:

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