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Die Dörrobstmotte, Plodia interpunctella

der "Star" unter den Lebensmittelmotten


Allgemeines

Die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) gehört in der Unterordnung Microlepidoptera (Kleinschmetterlinge) zu der Familie der Zünsler (Pyralidae) und hier zu den Fruchtzünslern (Phycitinae). Charakteristisch für die Fruchtzünsler sind die relativ schmalen Flügel, welche in Ruhehaltung abwärts geneigt um den Falterkörper geschlagen werden. Die Dörrobstmotte ist in den warm-gemäßigten und subtropischen Klimagebieten Vorderasiens und den Mittelmeerländern beheimatet, wo sie sich an vertrockneten Baumfrüchten wie Datteln, Feigen und Aprikosen entwickelt. Inzwischen ist sie kosmopolitisch weltweit verbreitet und bedingt durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit und Nahrungstoleranz die häufigste in Privathaushalten vorkommende Lebensmittelmotte.


Biologie

Befallserkennung und Vorbeugung

Bekämpfung

  Bildrechte: ©LAVES/Oltmann
Dörrobstmotte
  Bildrechte: ©LAVES/Stelling
Verpuppungsreife Raupe der Dörrobstmotte

Biologie

Die Falter der Dörrobstmotte haben eine Flügelspannweite von 13 bis 20 mm und sind selbst von Laien durch ihre auffällige Färbung auf den Vorderflügeln leicht zu erkennen. Das basale Drittel der Vorderflügel ist hellgrau bis ockergelb gefärbt, während der übrige Flügelteil kupferfarben rotbraun gefärbt ist.

Die weiblichen Falter legen ihre Eier einzeln oder in Haufen auf geeignetes Nahrungssubstrat oder auf die Außenseite verpackter Lebensmittel ab.

Die Raupen variieren in der Färbung stark. Abhängig von der Nahrung sind von reinweiß über grau, gelblich, grünlich bis hin zu rosa alle Farbschattierungen vertreten. Die ausgewachsen bis zu 17 mm großen Raupen besitzen eine rotbraune Kopfkapsel und ein gelbbraunes, geteiltes Nackenschild.

Sie haben ein außergewöhnlich unfangreiches Nahrungsspektrum. Dies reicht von Getreide, Getreideprodukten und Sämereien aller Art über Trockenfrüchte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Schokolade, Kakao, Kaffee, Tee und Gewürze bis (in Ausnahmefällen) hin zu frischem Obst wie Äpfeln, Pfirsichen, Datteln etc.

Die Dauer der Embryonal- und Raupenentwicklung ist außer von Temperatur und Feuchtigkeit auch von der Länge der täglichen Lichtphasen und ihrer Nahrung abhängig. Ausgewachsene Raupen können bei sinkender Temperatur und Helligkeitsperiode oder hoher Populationsdichte in eine Entwicklungspause (Diapause) ohne Nahrungsaufnahme eintreten.


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Dörrobstmottenbefall an Pralinen

Befallserkennung und Vorbeugung

Lebensmittelmotten können schnell mit eingekauften Waren in die Wohnung kommen. Produkte, von denen die Raupen angelockt werden (zum Beispiel Nüsse, Nudeln oder Mehl) sollten vor der Einlagerung zu Hause oder im Verkaufs- beziehungsweise Lagerraum stets noch einmal überprüft werden.

Charakteristisch für einen Befall mit Lebensmittelmotten sind zähe Gespinste im oberen Bereich der Lebensmittelverpackungen oder auch direkt im Nahrungssubstrat, welche durch die Spinntätigkeit der Raupen entstehen. Das Substrat ist mit Raupenkot verunreinigt, dieser muss jedoch nicht sichtbar sein.

Sind die Raupen reif zur Verpuppung (also ausgewachsen), verlassen sie das Fraßsubstrat und legen auf der Suche nach einem dunklen und trockenen Verpuppungsplatz extrem weite Wege zurück. Sie spinnen sich dann in Ritzen und Ecken der Lager- und Vorratsschränke oder zwischen Schränken und Zimmerwänden ein. Auch dort, wo Zimmerwände und -decken zusammenstoßen, finden sich die Puppenkokons.

Vorhandene Lebens- und Futtermittel sollten in fest verschlossenen Glas-, Keramik und Metallbehältnissen gelagert werden. Die gängigen Plastikdosen sind normalerweise nicht luftdicht und schützen somit nicht vor Befall. Die jüngsten Larvenstadien sind so klein, dass die kleinste Öffnung oder Beschädigung ausreicht, um ihnen Zugang zum Lebensmittel zu verschaffen. Die letzten Larvenstadien können sich aus Plastikverpackungen herausfressen.

Auch Vogelnester am Haus oder auf dem Dachboden, in denen Sämereien und Früchte eingetragen worden sind, können als Entwicklungsquelle für die Dörrobstmotte dienen und sollten bei der Suche nach der Befallsursache mit einbezogen werden. Fliegengitter vor Fenstern und Türen können den Zuflug von Faltern aus solchen Nestern verhindern. Ferner ist eine Entwicklung der Motten an pflanzlichen Dämmststoffen möglich, sofern diese überlagert und nicht behandelt sind, wie zum Beispiel Ceralit.


Bekämpfung

Häufig reicht es aus, das befallene Produkt zu finden, die Entwicklungsstadien abzutöten und - dies ist sehr wichtig - erst danach zu entsorgen. Anschließend sollte in jedem Fall eine Kontrolle der restlichen Futter- und Lebensmittel sowie der Umgebung erfolgen. Die eingesponnenen Puppen müssen sorgfältig gesucht und mechanisch zerstört werden, um ein späteres Auftreten von Mottenfaltern, die dann wieder Eier ablegen können, zu verhindern.

Auch die Entwicklungsstadien in den befallenen Vorräten müssen vor der Entsorgung im Hausmüll sorgfältig abgetötet werden.

Dies kann durch Erwärmung auf über 60°C für mindestens 90 Minuten oder durch Einfrieren bei unter -7°C für mehr als eine Woche erfolgen.


Pheromonfallen für Lebensmittelmotten ziehen die Tiere an, weil sie einen Sexuallockstoff (Pheromon) enthalten. Einmal angelockt, bleiben die Männchen auf der klebrigen Falle hängen. Diese Fallen sind jedoch nur für die Ermittlung oder Überwachung eines Befalls einzusetzen (Monitoring). Eine gezielte Bekämpfung ist mit diesem Verfahren nicht möglich. Die Bekämpfung mittels geeigneter Schlupfwespen ist in privaten Haushalten möglich und kann, insbesondere bei versteckten Befallsherden, zu einer Tilgung ohne Einsatz von Insektiziden führen.


In der Großlagerhaltung in Getreidelagern und Mühlen ist eine Bekämpfung äußerst schwierig. In vielen Fällen ist eine Wärmebehandlung oder Begasung des Lagers möglich. Eine weitere Bekämpfungsmethode ist das Ausbringen von Silicaten. Kurze Lagerzeiten und tiefe Lagertemperaturen wirken hier unterstützend.
  Bildrechte: ©LAVES/Beinke

Dörrobstmotte

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