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Schadnagerbekämpfung - Eine wichtige Maßnahme der Biosicherheit

Gefahr der Geflügelpestausbreitung verringern




Im landwirtschaftlichen Bereich spielen Ratten und Hausmäuse nicht nur als Vorratsschädlinge, Materialschädlinge oder Gesundheitsschädlinge eine Rolle, sondern auch bei der Stallhygiene und damit bei der Biosicherheit. Dabei geht nicht darum, dass Schadnager echte Wirte der Erreger sind, sondern, dass sie Tierkranheitserreger in die Ställe einschleppen können. Hinzu kommt, dass bei dem Eintritt kühler Witterung eine „Wanderbewegung“ der Ratten und Hausmäuse aus dem Freiland heraus in den Schutz von Ställen erfolgt, wo sie Unterschlupf und ausreichend Nahrung finden. Die in Rudeln auftretenden Ratten legen dabei durchaus mehr als 1.000 Meter zurück und streichen weitläufig durch ihre Reviere. Kleinste Spalten in der Gebäudehülle (dort, wo ein Daumen durchpasst, passt auch eine Ratte durch) ermöglichen den gewandten Kletterern den Zugang zu Tierställen. Deshalb sollte neben baulichen Maßnahmen zur Verhinderung der Zuwanderung ein Monitoringsystem etabliert werden. Bei der Feststellung von Nageraktivitäten hat sofort eine gezielte Bekämpfung zu erfolgen.


Die mit Abstand am häufigsten verwendeten Wirkstoffe zur chemischen Bekämpfung von Schadnagern sind die sogenannten Blutgerinnungshemmer, die in zugelassenen Schadnagerbekämpfungsmitteln (Biozidprodukte) verwendet werden. Die Wirkung der Blutgerinnungshemmer tritt verzögert ein, wodurch eine Köderscheu der Schadnager vermieden und die Bekämpfung erleichtert wird.


Bei dem Einsatz von Blutgerinnungshemmern sind verschiedene Vorgaben, vor allem aber die, die den Gebrauchsanweisungen der einzelnen Produkte zu entnehmen sind, genau zu beachten. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass in bestimmten Gebieten aufgrund einer genetisch fixierten Unempfindlichkeit gegenüber einigen blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen in den Schadnagerpopulationen höher potente Blutgerinnungshemmer zum Einsatz kommen sollten.


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