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Pflanzenschutzmittelrückstände in Reis

Ergebnisse des Jahres 2017


Im Jahr 2017 wurden insgesamt 31 Proben Reis, davon drei Proben aus Bioanbau, auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. 18 Proben enthielten Rückstände von Pestiziden. Höchstgehaltsüberschreitungen wurden in 3 Reisproben aus Indien gemessen.

Im Jahr 2017 wurden vom Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES insgesamt 31 Proben Reis, darunter 3 Bioproben auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht. Hierbei handelte es sich um 10-mal Langkornreis, 7-mal Basmatireis, 3-mal Bruchreis, 2-mal ungeschliffener Reis (Naturreis), 2-mal Parboiled Reis, 2-mal Rundkornreis und 5-mal Reis ohne nähere Typenbezeichnung.

Angegebene Anbauländer der Reisproben waren Italien (8-mal), Indien (6-mal), Thailand (5-mal) und je einmal Pakistan und die Türkei. Bei 10 Proben fehlte die bei diesem Produkt nicht erforderliche Angabe des Ursprungs.

Von den insgesamt 31 untersuchten Reisproben enthielten 18 Proben (= 58 Prozent) Rückstände von Pflanzenschutzmitteln.

In 13 Proben (5-mal Italien, 4-mal Thailand, einmal Pakistan, 1-mal Türkei und 2-mal ohne Angabe), darunter zwei Bio-Naturreisproben aus Italien, wurden keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen.

In dem Bio-Basamtireis aus Indien war eine geringe Menge Bromid bestimmbar. Dieser Rückstand kann auch aus natürlichen Quellen stammen und ist von Rückständen aus bromhaltigen Begasungsmitteln nicht unterscheidbar.

Gesicherte Höchstgehaltsüberschreitungen, das heißt auch unter Berücksichtigung der analytischen Messunsicherheit, wurden in drei Reisproben aus Indien gemessen. Eine Probe enthielt Carbendazim, eine Probe Thiamethoxam und eine Probe beide Wirkstoffe in unzulässig hohen Konzentrationen, sodass alle drei Proben nicht verkehrsfähig waren.

In Abbildung 1 ist die Rückstandsverteilung, bezogen auf die Anbauländer der Proben, zusammengefasst.

Abbildung 1   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Dr. Ralph Kombal) 2020
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Reisproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

In Abbildung 2 sind die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen detailliert dargestellt.

In zehn Proben (= 32 Prozent) wurden Mehrfachrückstände, das heißt zwei oder mehr als zwei Pestizide bestimmt. Besonders auffällig waren die drei Reisproben aus Indien, in denen gesicherte Überschreitungen von Pestizidhöchstgehalten festgestellt wurden. Zwei dieser indischen Reisproben bildeten mit jeweils elf verschiedenen Pestizidrückständen das Maximum an Mehrfachrückständen; die dritte Probe - ein indischer Basmatireis - enthielt neun verschiedene Wirkstoffe.

Abbildung 2   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Dr. Ralph Kombal) 2020
Abbildung 2: Mehrfachrückstände in den Reisproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

Wie Abbildung 3 veranschaulicht, waren 24 verschiedene Pestizidwirkstoffe in den Reisproben bestimmbar, am häufigsten (10-mal) das fungizid wirkende Tricyclazol.

Abbildung 3   Bildrechte: LVI OL FB 41 (Dr. Ralph Kombal) 2020
Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in den Reisproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

Fazit:

Im Jahr 2017 wurden Pflanzenschutzmittelrückstände in 58 der insgesamt 31 Reisproben nachgewiesen; Mehrfachrückstände lagen in rund einem Drittel der Proben vor. Drei Proben aus Indien überschritten gesichert Pestizidhöchstgehalte und waren somit nicht verkehrsfähig.

In 2014 waren Pestizidrückstände in knapp der Hälfte der 15 untersuchten Proben enthalten und Mehrfachrückstände in gut einem Viertel der Reisproben feststellbar; es gab keine Höchstgehaltsüberschreitungen.
Reis Bildrechte: LVI OL (FB 41) 2020

Reis

Weitere Untersuchungen von Reis:

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

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