LAVES Niedersachen klar Logo

Pflanzenschutzmittelrückstände in Honig

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 40 Proben Honig, darunter sieben Proben aus Bioanbau, auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. In 28 Proben waren Rückstände nachweisbar, am häufigsten das Neonicotinoid Thiacloprid, aber kein Glyphosat. Die zulässigen Höchstgehalte wurden nicht überschritten.

Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES wurden im Jahr 2019 insgesamt 40 Honigproben auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Geprüft wurden 12-mal Sommerblütenhonig/Sommertrachthonig, 11-mal Blütenhonig, 5-mal Rapshonig, 3-mal Wildblütenhonig, je 2-mal Frühlingsblütenhonig, Gebirgsblütenhonig und Waldblütenhonig und je 1-mal Heideblütenhonig, Obstblütenhonig und Vielblütenhonig.

Unter den in Deutschland produzierten 23 Proben waren 22 Imkerhonige, davon neunzehn aus Niedersachsen, zwei aus Brandenburg und einer aus Mecklenburg-Vorpommern.

Die Herkunftsbezeichnungen der sonstigen Honige lauteten EU/Nicht-EU (7-mal), Nicht-EU (7-mal), Deutschland/Dänemark (1-mal), Deutschland/Ausland (1-mal) und Portugal (1-mal).

Von sieben Proben aus biologischer Bewirtschaftung kamen vier Proben aus Deutschland. Zwei Proben waren als Mischungen von Honigen aus Nicht-EU-Ländern und eine Probe als Mischung von Honigen aus EU- und Nicht-EU-Ländern gekennzeichnet.

Insgesamt 28 Honigproben (= 70 %) enthielten Rückstände, darunter 21 Proben deutscher Honige (=91 %) und 7 Proben sonstiger Herkünfte (= 41 %). Die zulässigen Höchstgehalte wurden jedoch nicht überschritten.

In zwei Proben Honig aus Deutschland und in zehn Honigproben sonstiger Herkünfte wurden keine Pestizide festgestellt.

In Abbildung 1 ist die Rückstandsverteilung auf die Herkunftsländer zusammengefasst.

Abbildung 1  
Abbildung 1: Ergebniszusammenfassung der Honigproben; berücksichtigt sind Proben mit Gehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

In Abbildung 2 ist die Anzahl der Pestizide in den Honigproben je Herkunft dargestellt.

In 20 Proben wurde jeweils nur ein Pflanzenschutzmittelwirkstoff festgestellt; in fünf Proben waren zwei Rückstände und in drei Proben drei Rückstände nachweisbar. Somit wiesen 8 Proben (= 20 %) Mehrfachrückstände auf. Die maximal drei Rückstände wurden in jeweils zwei Proben deutschem Honig und einer Probe sonstiger Herkunft bestimmt.

Abbildung 2  
Abbildung 2: Anzahl der Rückstände in den Honigproben je Herkunftsland; berücksichtigt sind Proben mit Gehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.
Abbildung 3 zeigt das Spektrum der in den Proben festgestellten Pflanzenschutzmittel.
Abbildung 3  
Abbildung 3: Häufigkeit nachgewiesener Pflanzenschutzmittelrückstände in den Honigproben; berücksichtigt sind Proben mit Rückstandsgehalten über 0,005 mg/kg für den jeweiligen Rückstand.

Insgesamt wurden neun verschiedene Pestizidrückstände in den Proben nachgewiesen. Weitaus am häufigsten war das insektizide Neonicotinoid Thiacloprid (17-mal) in den Proben enthalten. Auffällig ist hierbei, dass Thiacloprid in 15 Honigen deutscher Herkunft feststellbar war; darunter fielen auch drei Biohonige. In allen 40 Honigproben wurde kein Glyphosat nachgewiesen.

Bezogen auf die Honigsorten war Thiacloprid in sechs Proben Sommerblütenhonig/Sommertrachthonig, vier Proben Rapshonig, vier Proben Blütenhonig, zwei Proben Frühlingsblütenhonig und einer Probe Waldblütenhonig nachweisbar.

In allen vier Biohonigen aus Deutschland und in einem Biohonig sonstiger Herkunft wurden Pestizide bestimmt, die für ökologische Produkte unzulässig sind. Bei den nachgewiesenen Rückständen handelte es sich um 3-mal Thiacloprid, je 2-mal Acetamiprid und Azoxystrobin sowie einmal Carbendazim.

Die quantifizierten Gehalte an Thiacloprid und Carbendazim lagen in einem Bio-Frühlingsblütenhonig niedersächsischer Herkunft so deutlich über der Bestimmungsgrenze, dass die zuständige Ökokontrollstelle über den Befund informiert wurde. Die Gehalte in den übrigen rückstandshaltigen Biohonigen betrugen Spuren oder lagen knapp über der Bestimmungsgrenze.

In einem Bio-Vielblütenhonig (EU/Nicht-EU) und einem Bio-Blütenhonig (Nicht-EU) wurden hingegen keine Pestizidrückstände festgestellt.

Fazit:

In insgesamt 70 % der untersuchten Honigproben waren bis zu maximal drei Pflanzenschutzmittelrückstände bestimmbar. Die aus europa- oder weltweiten Herkünften gemischten Honige enthalten weniger Rückstände als die einheimischen Honige. Für diesen Unterschied ist vor allem Thiacloprid verantwortlich. Dass das Insektizid in fast allen deutschen Imkereihonigen festgestellt wurde, sogar in drei Biohonigen, könnte auf seinen verbreiteten Einsatz im Rapsanbau zurückzuführen sein.

Deutscher Akazienhonig stammt von der Robinie.  

Deutscher Akazienhonig stammt von der Robinie.

Blühende Robinien  

Blühende Robinien (Robinia pseudoacacia L.)

Weitere Untersuchungsergebnisse und Informationen zu Pflanzenschutzmitteln finden Sie in folgendem Artikel:

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln