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Zitrusfrüchte – von fruchtig-süß bis herb und sauer

Die meisten Zitrusfrüchte stammen aus warmen Anbaugebieten. Gemeinsam haben alle Zitrusfrüchte, dass sie fruchtig und sauer bis süß-sauer schmecken, relativ viel Vitamin C liefern und wenige Kalorien enthalten. Auch ihre aromatisch duftenden Öle, die schon beim Öffnen der Schale zu riechen sind, haben alle Zitrusfrüchte gemeinsam. Frisch gekauft werden sie am besten dunkel und kühl im Keller oder Vorratsraum gelagert. Im Kühlschrank ist es zu kalt und sie können aufgrund der Feuchtigkeit leichter schimmeln. Vor der Verarbeitung sollten alle Zitrusfrüchte gründlich gewaschen werden, um eventuell vorhandene Pflanzenschutzmittel zu entfernen. Einmal angeschnitten am besten innerhalb weniger Tage verbrauchen und dann im wärmsten Bereich des Kühlschrankes lagern.

Welche wertvollen Inhaltsstoffe enthalten sie?

Für ihren Gehalt an Vitamin C sind Zitrusfrüchte bekannt. Auch deshalb werden sie gerne in der Erkältungszeit verzehrt. Zudem enthalten sie sekundäre Pflanzenstoffe, die sich vor allem in dem – meist sorgfältig abgepulten – weißen Gewebe befinden. Die süßen Südfrüchte enthalten Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie B-Vitamine und Vitamin C.

Was-ist-was? Zitrusfrüchte erkennen und unterscheiden

Eine aufgeschnittene Zitrone liegt auf mehreren ganzen Zitronen. Bildrechte: © Nitr - stock.adobe.com
Zitronen

Zitrone

Zitronen sind zitronengelb? Nicht immer. Die eiförmige Frucht gibt es auch in grün und das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie unreif ist. Denn nur, wenn die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht ausreichend groß sind, bekommen die grünen Früchte ihre gelbe Farbe. Doch reif sind sie auch vorher schon. Da Zitronen sehr sauer sind, wird ihr Saft vorrangig in geringen Mengen zum Abschmecken von Gerichten wie Fisch, Saucen und Desserts verwendet. Auch als klassische Zitronenscheibe im Getränk oder Zitronenschale im Gebäck findet sie Anwendung.

Eine Zitronatzitrone liegt auf mehreren anderen Zitronatzitronen. Bildrechte: © LAVES

Zitronatzitrone

Wie eine schrumpelige Zitrone sieht die Zitronatzitrone mit ihrer unregelmäßigen, welligen Schale aus. Allerdings können Zitronatzitronen deutlich größer werden als Zitronen und haben deutlich weniger Fruchtfleisch. Dies ist aber auch kaum gefragt, denn es geht hauptsächlich um die dicke Schale. Sie wird zu Zitronat und Konfitüre verarbeitet. Dafür wird die Schale zunächst in Salzwasser gekocht und anschließend in Zuckerwasser geköchelt und getrocknet.


Kumquat Hälften liegen auf mehreren ganzen Kumquats. Bildrechte: © sherstobitov - stock.adobe.com
Kumquats

Kumquat

Bei ihr gibt es kein langes Auspellen – die Kumquat kann einfach mit Schale gegessen werden. Ihr süß-säuerlicher und aufgrund der mitverzehrten Schale sehr intensiver Geschmack zeichnet die kleinste Zitrusfrucht aus. Mit ihrer Größe zwischen Weintraube und Pflaume ist sie als Snack gut geeignet. Durch die mitverzehrte Schale ist sie allerdings recht fest und zu Beginn eventuell etwas ungewohnt im Mundgefühl.

Limetten
Limetten

Limette

Ein gutes Erkennungsmerkmal der Limette ist die grüne Farbe, die sich von der Schale bis ins Fruchtfleisch zieht. Limetten sind mit ungefähr fünf Zentimetern im Durchmesser kleiner als Zitronen und im Geschmack aromatischer. Da die Schale sich nicht leicht vom Fruchtfleisch löst, werden Limetten meist direkt mit der Schale verwendet. Zur Aromatisierung von Speisen und Getränken wir die Limette gerne verwendet.

Mandarinen
Mandarinen

Mandarine, Satsuma, Tangerine oder Clementine?

Mandarinen kommen vor allem zur Haupterntezeit in der Vorweihnachtszeit in die deutschen Läden. Sind ungefähr so groß wie eine Handfläche und lassen sich leicht schälen. Ihr süßer Geschmack und das zarte Fruchtfleisch machen sie zum beliebten Obst. Liegen sie schon etwas länger, werden sie schnell trocken und das Fruchtfleisch löst sich von der Schale ab.

Die Clementine ist eine Kreuzung aus der Mandarine und der Pomeranze, sie ist ebenfalls flach und sehr süß, jedoch etwas kleiner als die Mandarine. Sie ist am häufigsten bei uns im Laden zu finden und sehr beliebt, da sie keine Kerne hat. Zudem ist sie deutlich länger lagerfähig als die Mandarine.

Wenn die Saison im Herbst beginnt, sind die ersten Früchte in den Regalen meist Satsumas. Diese Kreuzung aus Mandarine und Orange ist eher flach, gelblich und etwas weniger aromatisch als ihre Verwandten.

Auch die Tangerine ist eine nahe Verwandte, denn sie ist ebenfalls eine Kreuzung aus Mandarine und Pomeranze. Sie ist eher klein und hat eine dünne Schale. Die kernlose Frucht ist auch als Mandarin-Orange in der Dose zu finden.

Orangen
Orangen

Die Familie der Orange: Apfelsine, Blutorange und Bergamotte

Ob die Frucht nun Orange oder Apfelsine genannt wird ist egal, beides bezeichnet die bei uns am häufigsten verzehrte Zitrusfrucht. Alleine der Verzehr an Orangensaft liegt in Deutschland im Durchschnitt bei über sieben Litern pro Person. Orangen sind größer als Mandarinen und Zitronen und sehr saftig. Das Fruchtfleisch ist ebenso wie die Schale orange gefärbt.

Die verwandte Blutorange hat ein dunkelrotes Fruchtfleisch und zum Teil auch eine leicht rötliche Schale. Sie ist etwas kleiner als die herkömmliche Orange und ihr intensives Aroma ist herber als der Geschmack der größeren Verwandten. Nur wenn die Tage warm und die Nächte kalt sind, wird das Fruchtfleisch tiefrot. Denn dann bildet die Frucht sekundäre Pflanzenstoffe, die in den Zellen eingelagert werden.

Zum Rohverzehr ist die Bergamotte zu sauer und zu herb. Doch zur Aromatisierung von Tees und Getränken oder als Gewürz für Speisen findet das aus ihr gewonnene Öl Verwendung. Sie ist eine Kreuzung aus verschiedenen Zitrusfrüchten und hat eine geringe Größe von ungefähr fünf Zentimetern. Bei der Ernte ist die kugelige Frucht mit der knotigen Schale gelb.

Eine Pomelohälfte liegt neben einem Teller mit Pomelostücken, im Hintergrund liegen ganze Pomelos Bildrechte: © Atlas - stock.adobe.com
Pomelos

Pampelmuse, Pomelo oder Grapefruit?

An der Größe lassen sie sich einfach unterscheiden: die Pampelmuse kann einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern erreichen und ist damit deutlich größer als die Grapefruit. Ihre sehr dicke Schale variiert farblich von grüngelb bis gelborange. Im Supermarkt ist die Pampelmuse allerdings selten zu bekommen. Häufiger gibt es dort ihre nahe Verwandte, die Pomelo. Äußerlich sieht sie sehr ähnlich aus, sie ist nur etwas kleiner, da die Pomelo eine Kreuzung aus der Pampelmuse und der Grapefruit ist. Ist die feste, äußere Schale erstmal ab, finden sich darunter wie bei allen Zitrusfrüchten üblich, die einzelnen Segmente des gelben bis rosafarbenen Fruchtfleisches. Bei der Pomelo sind diese jedoch in eine recht feste Haut gekleidet, die meist ebenfalls entfernt wird. Geschmacklich ist sie fruchtig, aber weniger süß als beispielsweise Orangen und milder als die Pampelmuse.

Grapefruit Bildrechte: © ketrin08 - Fotolia.com
Grapefruit
Die Grapefruit ist eine Kreuzung aus der Pampelmuse und der Orange. Neben ihrer Größe, die eher der einer Orange ähnelt, ist ihr Geschmack herber und weniger süß, als bei der Orange. Ihr Fruchtfleisch kann gelb, aber auch rot sein, wobei die rotfleischigen Früchte meist etwas süßer sind. Einige Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel haben Wechselwirkungen mit Zitrusfrüchten und vor allem mit der Grapefruit, daher ist beim Verzehr auf Hinweise in der Packungsanleitung zu achten.
Mehrere Pomeranzen hängen an einem Zweig. Bildrechte: © Johanna Mühlbauer - stock.adobe.com
Pomeranzen

Was ist eine Pomeranze?

Die Pomeranze, auch Bitterorange genannt, ist eine Kreuzung aus Mandarine und Pampelmuse. Sie ist etwas kleiner als die Orange und eher sauer, zum Rohverzehr ist sie deshalb weniger geeignet. Eine dicke, etwas unebene, orange Schale umgibt das ebenfalls orange Fruchtfleisch. Aus Pomeranzen wird das beispielsweise im Stollen verwendete Orangeat hergestellt. Auch zur Herstellung von Marmelade oder Likören mit Orangengeschmack wird die Pomeranze gerne verwendet.

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