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LAVES untersucht Milch in Fertigpackungen

Milch ist bei Jung und Alt beliebt und gilt als rundum gesundes Lebensmittel. Weltweit wurden 2019 durchschnittlich 111,3 kg Milch pro Person getrunken (Quelle: Statista). Im Jahr 2019 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES in einem Projekt 12 Packungen Milch aus dem Supermarkt untersucht.


Konsummilch wird in mehreren Schritten zur Anhebung der Qualität und zum Gesundheitsschutz bearbeitet. Man unterscheidet:

  • Maßnahmen zur Reduktion des Ausgangskeimgehaltes (Wärmebehandlung zum Beispiel Pasteurisierung)
  • Standardisierung des Fettgehaltes (Einstellung auf zum Beispiel 3,5 Prozent)
  • Homogenisierung der Fettkügelchen, um ein unerwünschtes Aufrahmen der Milch zu verhindern

Untersuchungen des LAVES

Es handelte sich bei den untersuchten 12 Proben im Einzelnen um

  • H- (= haltbare, ultrahocherhitzte) Vollmilch (3-mal)
  • H- (= haltbare, ultrahocherhitzte) fettarme Milch (4-mal)
  • frische Vollmilch (4-mal)
  • frische fettarme Milch (1-mal)
Alle Milchproben waren homogenisiert worden, um ein unerwünschtes Aufrahmen zu vermeiden. Die frische Vollmilch beziehungsweise fettarme Milch war wie vorgeschrieben pasteurisiert. Alle acht Frischmilchen waren laut Aufdruck „länger haltbar“. Dies wurde durch ein Hocherhitzungsverfahren (1-mal) oder eine Mikrofiltration (4-mal) erreicht. Es wurde keine "traditionell hergestellte" und damit weniger lange haltbare frische Milch zur Untersuchung eingereicht, was den starken Trend zum Verkauf der länger haltbaren Frischmilch in den Supermärkten veranschaulicht.

Die Haltungsform der milchliefernden Kühe scheint bei der Vermarktung der Produkte eine immer größere Rolle zu spielen: Bei zwei Milchen handelte es sich um Bioerzeugnisse und in zwei Fällen um Weidemilch, bei der die Kühe an mindestens 120 Tagen im Jahr für mindestens sechs Stunden auf der Weide stehen.

Fünf Milchpackungen (42 Prozent) stammten laut Identitätskennzeichen aus Niedersachsen. Die anderen sieben Proben (58 Prozent) kamen aus anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg (2-mal), Rheinland-Pfalz (2-mal), Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen (je 1-mal).

Zudem wurde auf acht Packungen (66 Prozent) mit dem Emblem „ohne Gentechnik“ darauf hingewiesen, dass zur Fütterung der Kühe nur gentechnikfreies Futter eingesetzt wird.

Der Fettgehalt der standardisierten Vollmilchproben lag bei 3,5 und 3,8 Prozent und der der teilentrahmten (fettarmen) Milch bei 1,5 Prozent. Alle Fettgehalte wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg analytisch überprüft und lagen im tolerierbaren Bereich. Auch die Parameter Gefrierpunkt, Dichte und Eiweißgehalt, mit denen eine Verwässerung der Milch nachgewiesen werden könnte, wurden erfreulicherweise von allen Proben eingehalten.

Ergebnis:
Da sich aus der Kennzeichnung der Proben auch keine Auffälligkeiten ergaben, waren die Proben nach Art und Umfang der Untersuchung ohne Mängel.

Milch in Fertigpackungen werden regelmäßig jährlich auf unterschiedliche analytische Parameter im Lebensmittel- und Veterinärinstitut in Oldenburg untersucht, und die entsprechende Kennzeichnung wird überprüft.


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