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LAVES untersucht Milch in Fertigpackungen

Milch ist bei Jung und Alt beliebt und gilt als rundum gesundes Lebensmittel. Weltweit wurden 2020 durchschnittlich circa 111,4 kg Milch pro Person getrunken (Quelle: Statista). Im Jahr 2020 hat das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES in einem Projekt 18 Packungen Milch aus dem Supermarkt auf den Fettgehalt sowie auf die Vorgaben für Konsummilch aus der VO (EU) Nr. 1308/2013 wie Gefrierpunkt, die Dichte und der Eiweißgehalt hin untersucht. Des weiteren wurde die Kennzeichnung überprüft.


Konsummilch wird in mehreren Schritten zur Anhebung der Qualität und zum Gesundheitsschutz bearbeitet. Man unterscheidet:

  • Maßnahmen zur Reduktion des Ausgangskeimgehaltes (Wärmebehandlung zum Beispiel Pasteurisierung)
  • Standardisierung des Fettgehaltes (Einstellung auf zum Beispiel 3,5 Prozent)
  • Homogenisierung der Fettkügelchen, um ein unerwünschtes Aufrahmen der Milch zu verhindern

Untersuchungen des LAVES

Es handelte sich bei den untersuchten 18 Proben im Einzelnen um

  • H- (= haltbare, ultrahocherhitzte) Vollmilch (fünfmal)
  • H- (= haltbare, ultrahocherhitzte) fettarme Milch (zweimal)
  • frische Vollmilch (fünfmal)
  • frische fettarme Milch (einmal)

Fettgehalt, Gefrierpunkt, Dichte und Eiweißgehalt

Der Fettgehalt der standardisierten Vollmilchproben lag bei 3,5 und 3,8 Prozent und der der teilentrahmten (fettarmen) Milch bei 1,5 Prozent. Alle Fettgehalte wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg analytisch überprüft und lagen im tolerierbaren Bereich. Auch die Parameter Gefrierpunkt, Dichte und Eiweißgehalt, mit denen eine Verwässerung der Milch nachgewiesen werden könnte, wurden erfreulicherweise von allen Proben eingehalten.


Kennzeichnung

Auf 16 der 17 Milchpackungen befand sich die freiwillige Angabe „homogenisiert“,
die darauf hinweist, dass das Milchfett homogenisiert wurde, um ein unerwünschtes Aufrahmen zu vermeiden. Die frische Vollmilch beziehungsweise fettarme Milch war wie vorgeschrieben pasteurisiert. Von den zehn Frischmilchen waren acht laut Aufdruck „länger haltbar“. Dies wurde durch ein Hocherhitzungsverfahren (zweimal) oder eine Mikrofiltration (sechsmal) erreicht. Bei zwei Produkten handelte es sich um „traditionell hergestellte“ und damit weniger lange haltbare frische Milch. Hier ist der schon seit Jahren vorhandene Trend zum Verkauf der länger haltbaren Frischmilch in den Supermärkten erkennbar.

Die Haltungsform der milchliefernden Kühe scheint bei der Vermarktung der Produkte eine immer größere Rolle zu spielen: Bei fünf Milchen handelte es sich um Bioerzeugnisse und in vier Fällen um Weidemilch, bei der die Kühe an mindestens 120 Tagen im Jahr für mindestens sechs Stunden auf der Weide stehen. Zudem wurden auf fünf Verpackungen Angaben zum Tierwohl gemacht.

Drei Milchpackungen (18 Prozent) stammten laut Identitätskennzeichen aus Niedersachsen. Die anderen 15 Proben (82 Prozent) kamen aus anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz (viermal), Brandenburg (dreimal), Nordrhein-Westfalen (zweimal), Mecklenburg-Vorpommern, Hessen sowie Luxemburg (je einmal).

Zudem wurde auf 16 Packungen (94 Prozent) mit dem Emblem „ohne Gentechnik“ darauf hingewiesen, dass zur Fütterung der Kühe nur gentechnikfreies Futter eingesetzt wird.

Die Kennzeichnung der Proben ergab eine Auffälligkeit: Bei einer Milch war die Bezeichnung nicht korrekt angegeben.

Ergebnis:

Ingesamt ein sehr erfreuliches Ergebnis: bis auf eine Milch, mit einer nicht korrekten Bezeichnung, ergaben sich keine Auffälligkeiten. 94 Prozent der Proben waren nach Art und Umfang der Untersuchung ohne Mängel.

Milch in Fertigpackungen werden regelmäßig jährlich auf unterschiedliche analytische Parameter im Lebensmittel- und Veterinärinstitut in Oldenburg untersucht, und die entsprechende Kennzeichnung wird überprüft.


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