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Echte Vanille im Vanilleeis?


Die Vanillepflanze, ein in den Tropen beheimatetes Orchideengewächs, liefert eines der beliebtesten, wichtigsten und auch teuersten Gewürze der Welt: Echte Vanille wird aus den noch unreif geernteten, fermentierten und getrockneten Vanilleschoten gewonnen. Während des Fermentationsprozesses bildet sich sowohl das charakteristische Vanillearoma als auch die bekannte dunkle Farbe der Schoten.

Die für das Vanillearoma wichtigste Komponente ist das Vanillin. Es kommt in Mengen von etwa ein bis zwei Prozent in den Vanilleschoten vor. Neben Vanillin tragen noch eine Vielzahl von Substanzen zum Vanillearoma bei, die oftmals nur in sehr geringen Mengen vorhanden sind.

Der hohe Preis der Vanille und die steigende Nachfrage machen es zu einem lukrativen Ziel nicht ausschließlich echtes Vanillearoma zu verwenden.

Vanillemark Bildrechte: TrudiDesign – Fotolia.com
Samen und Öl einer Vanilleschote - das begehrte Vanillemark

Untersuchungsergebnisse des LAVES

In den Lebensmittel- und Veterinärinstituten Braunschweig/Hannover und Oldenburg des LAVES wurden im Jahr 2019 insgesamt 69 Proben Vanilleeis auf die Verwendung von echter Vanille geprüft. Dabei handelte es sich um 38 Proben aus loser Abgabe (hauptsächlich aus Eiscafés) sowie um 31 Proben in Fertigpackungen. Insgesamt gab es 14 Beanstandungen.

Die Beurteilung erfolgte nach den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches für Speiseeis. Danach erhält Vanilleeis den Vanillegeschmack ausschließlich durch gemahlene Vanilleschoten, Vanilleextrakt und/oder natürliches Vanillearoma. Der Vanillegeschmack ist deutlich wahrnehmbar. Eis mit Vanillegeschmack erhält seinen Geschmack ausschließlich oder überwiegend durch die Zugabe von Aromen. Bestandteile aus der Vanille müssen nicht enthalten sein.

Bei den Untersuchungen der 38 losen Proben gab es folgende Ergebnisse: Sechsmal stimmte die Bezeichnung Milcheis nicht. Fünfmal war die Bezeichnung Vanilleeis unzutreffend, weil kein oder nicht ausschließlich natürliches Vanillearoma verwendet wurde. Es hätte „Eis mit Vanillegeschmack“ heißen müssen. Bei einer losen Probe wurde die Bezeichnung beanstandet, weil diese widersprüchlich war („Vanilleeis“ und „Eis mit Vanillegeschmack“). Elfmal erfolgten Hinweise, da die Bezeichnung „Vanille“ aufgrund der Aromauntersuchungen fraglich war. Hier wurde jedoch nicht beanstandet, da keine Absicherung durch Isotopenanalyse vorlag. Weitere Beanstandungen bezogen sich auf fehlende Zusatzstoffkennzeichnung (zweimal) und fehlende oder zu unspezifische Allergenkennzeichnung (dreimal).

Von den 31 Proben in Fertigpackungen wurde bei einer Probe ein Hinweis geschrieben, weil der Vanillegehalt sehr gering war (unter der Bestimmungsgrenze) und sensorisch kein Vanillearoma wahrnehmbar war. Eine weitere Probe wurde wegen Kennzeichnungsmängel beanstandet. In dem Fall war die Schriftgröße zu klein, die Nährwertkennzeichnung unvollständig und das Zutatenverzeichnis durch andere Angaben getrennt.

Ergebnis:

Bei 42 Prozent der losen Proben aus Eiscafés wurde kein oder nicht ausschließlich natürliches Vanillearoma verwendet bzw. war die Verwendung von natürlichem Vanillearoma fraglich. Insbesondere bei Vanilleeis aus loser Abgabe gilt es weiter, wachsam zu sein.

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