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LAVES untersucht Ofenkäse auf Fettgehalt und Inhaltsstoffe

Vor allem während der kalten Jahreszeit ist er ein beliebtes Essen - der Ofenkäse. Ohne großen Aufwand wird dieser in einer Holzspanschachtel schnell im Ofen gebacken und kann anschließend mit Brot oder Gemüsesticks verzehrt werden.

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES hat insgesamt zwölf Proben Ofenkäse auf deren Fettgehalt und Zusatzstoffe untersucht.


Seit einigen Jahren werden unter den Bezeichnungen Ofenkäse, Käse für den Ofen oder Kaminkäse ganze, kleine Käselaibe in Holzspanschachteln vertrieben, die im Haushalt des Verbrauchers im Backofen gebacken werden. Nach Aufschneiden der Kruste kann das heiße, geschmolzene Käseinnere durch Eintunken von Brot oder Gemüsesticks verzehrt werden.


Was ist Ofenkäse?

Für Ofenkäse wird meistens ein Weichkäse verwendet. Das sind Käse, die je reifer sie werden im Inneren eine weiche Konsistenz haben und auf der Oberfläche eine meist weiße Schimmelschicht aufweisen, wie zum Beispiel Camembert. Der Käse wird zum Teil mit weiteren Zutaten gewürzt, wie Kräuter, Chili oder Knoblauch.

Ofenkäse wird bereits gebrauchsfertig in einer Holzspanschachtel im Kühlregal angeboten, sodass der Käse nur noch in den Ofen geschoben werden muss. Nach der angegebenen Zubereitungszeit wird die obere Kruste des Ofenkäses angeschnitten und geöffnet, damit das flüssige Innere zum Vorschein kommt.

Ofenkäse

Untersuchungen des LAVES

Im Jahr 2017 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut des LAVES in einem Projekt zwölf Proben Käse für den Ofen untersucht.

Bei allen eingesandten Ofenkäsen handelte es sich um Weichkäse. Drei Produkte waren gewürzt mit Kräutern bzw. Chili, die restlichen neun Käse enthielten keine weiteren Zutaten. Sechs davon wurden auf der Verpackung als sensorisch „fein-würzig“ charakterisiert, die anderen drei als „cremig-mild“ oder „cremig-zart“.

Die Käse stammten laut Identitätskennzeichen bis auf einen Käse, der aus Österreich kam, aus Bayern.

Analytisch überprüft wurde bei dem Ofenkäse der in der Nährwertkennzeichnung angegebene Fettgehalt und der nach Käseverordnung vorgeschriebene Fettgehalt in der Trockenmasse. Alle Käse waren der Doppelrahmstufe (mind. 60 % Fett i. Tr.) zuzuordnen. Die hier ermittelten Fett in Trockenmasse-Gehalte stimmten im Rahmen der üblichen Toleranzen mit den angegeben Werten überein. Zudem wurde der Wassergehalt in der fettfreien Käsemasse bestimmt, der für die Zuordnung zu einer Käsegruppe (z. B. Weichkäse >67 %) maßgeblich ist. Auch diese Werte ergaben keine beurteilungsrelevanten Abweichungen. Sie lagen zwischen 66,9 und 71,9 %.

Auf zwei der zwölf Käseverpackungen war kein Zutaten­verzeichnis vorhanden. Dies ist in Ausnahmefällen möglich,

wenn dem Käse keine weiteren Zutaten zugesetzt werden, als für die Herstellung notwendige Milchinhaltsstoffe, Lebens­mittelenzyme, Mikroorganismenkulturen und Salz. Sofern Zusatzstoffe wie zum Beispiel Konservierungsstoffe oder Farbstoffe zugesetzt werden, ist ein Zutatenverzeichnis notwendig: Neun Proben (75 %) enthielten laut Zutatenverzeichnis Farbstoffe wie Paprikaextrakt oder Carotin. Andere Zusatzstoffe wurden nicht eingesetzt. Bei allen Käsen mit Zutatenverzeichnis wurde angegeben, dass es sich bei dem zur Käseherstellung verwendeten Lab um ein mikrobiell erzeugtes Produkt handelte. Dies ist für Vegetarier interessant, die keinen Käse essen, bei dem Lab aus Kälbermägen verwendet wurde.

Auf vier der Packungen war der für Menschen mit Laktoseintoleranz hilfreiche Hinweis „laktosefrei“ zu finden. Auch wurde darauf hingewiesen, dass der Laktosegehalt „durch natürliche Reifung“ des Käses so gering ist.

Weitere Werbeaussagen fanden sich auf fünf Käsepackungen. Hier wurde ausgelobt, dass der Käse „naturgereift“ sei, was bedeutet, dass er während der Reifung eine natürliche Rinde entwickelt hat.


Ergebnis

Insgesamt ergaben sich bei den Produkten aufgrund der Zusammensetzung und der Kennzeichnung erfreulicherweise keine Abweichungen von den Rechtsvorschriften.
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