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Energydrinks

Voll im Trend oder voll daneben?


Energydrinks sind vor allem bei Jugendlichen als Wachmacher beliebt. Man soll sich besser konzentrieren können und körperlich leistungsfähiger sein. Bei sportlicher Betätigung oder in Kombination mit Alkohol sind sie allerdings alles andere als harmlos.

Die Sortenvielfalt von Energydrinks nimmt ständig zu und neben der klassischen 250 ml Dose sind diese auch vermehrt in größeren Gebinden in den Supermarktregalen zu finden.

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES untersuchte im Jahr 2018 insgesamt 52 Proben von Energydrinks.


Energie durch Koffein und Zucker

Bei Energydrinks wird das Koffein als Zutat zugesetzt und muss entsprechend gekennzeichnet werden. Gemäß den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke des Deutschen Lebensmittelbuches enthalten diese Getränke üblicherweise zwischen 65 und 250 mg Koffein pro Liter. Nach den Begriffsbestimmungen der Verordnung über Fruchtsaft, einige ähnliche Erzeugnisse, Fruchtnektar und koffeinhaltige Erfrischungsgetränke dürfen Energydrinks bis zu 320 mg Koffein pro Liter sowie zusätzlich eine oder mehrere der Zutaten Taurin, Inosit und Glucuronolacton enthalten. Grundsätzlich müssen koffeinhaltige Erfrischungsgetränke mit einer Angabe versehen sein, die klar und eindeutig auf den Koffeingehalt hinweist. Bei einem Koffeingehalt über 150 mg pro Liter muss die Angabe „erhöhter Koffeingehalt“, gefolgt von der Angabe des Koffeingehaltes in Klammern in Milligramm pro 100 ml vorhanden sein. Diese Anforderungen gelten auch bei loser Abgabe des Getränkes. Hier müssen die Angaben auf einem Schild auf oder neben der Ware oder in Gaststätten auf der Speise- und Getränkekarte aufgeführt werden.

Energydrinks werden überwiegend in schlanken 250-ml- Dosen, inzwischen aber auch in größeren Gebinden bis zu 1,5 Liter PET-Flaschen vertrieben.

Energydrinks zeichnen sich einerseits durch den Zusatz von Stimulanzien aus, die eine anregende Wirkung auf den Organismus haben. Andererseits weisen sie einen hohen kalorischen Brennwert auf. Dieser muss auf den Verpackungen im Rahmen der Nährwertkennzeichnung angegeben sein, sodass der Verbraucher sich informieren kann. Bei der losen Abgabe von Getränken in der Gastronomie ist eine solche Nährwertkennzeichnung nicht erforderlich.

Woher kommt die „Energy“?

Energydrinks sind vor allem bei Jugendlichen als Wachmacher beliebt. Sie enthalten hohe Mengen an Koffein, Zucker und weitere Stoffe wie Taurin, Inosit und Glucuronolacton. Koffein ist ein natürlicher Inhaltsstoff in Teeblättern, Kaffee, Mate und Guarana, der auf den menschlichen Organismus anregend und belebend wirkt. Unerwünschte Nebenwirkungen können Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen, Nervosität, Schlaflosigkeit oder Kopfschmerzen sein. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bereits vor gesundheitlichen Risiken gewarnt und Warnhinweise auf den Verpackungen gefordert. Beim Konsum größerer Mengen derartiger Getränke im Zusammenhang mit ausgiebiger sportlicher Betätigung oder mit dem Genuss von alkoholischen Getränken können laut BfR unerwünschte Wirkungen nicht ausgeschlossen werden. Für Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen seien diese Getränke nicht zu empfehlen.

Gesundheitsrisiko!

Grundsätzlich sollten Energydrinks nicht zusammen mit Alkohol oder im Zusammenhang mit intensiven sportlichen Tätigkeiten konsumiert werden. Das Koffein maskiert die ermüdende Wirkung des Alkohols, sodass die körperliche Leistungsfähigkeit beim Konsum von Alkohol und Energydrinks leicht überschätzt werden kann. Energydrinks erhöhen die Herzmuskel-Leistung, aber was bei einem Langzeitkonsum passiert und welche Auswirkungen der Konsum dieser Getränke bei sportlicher Betätigung oder besonders bei Herzkranken hat, ist noch nicht abschließend geklärt.


Untersuchungsergebnisse des LAVES

Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut des LAVES untersuchte im Jahr 2018 insgesamt 52 Proben Energydrinks.

Von den untersuchten 52 Produkten enthielten 15 Proben Guarana oder Matcha (Grüntee) als zusätzliche Koffeinquelle. Elf Produkten wurden Fruchtsäfte als geschmacksgebende Zutat zugesetzt.

Große Unterschiede gibt es im Zuckergehalt. Einige Hersteller bieten eine zuckerfreie, mit Süßungsmitteln gesüßte Variante an. Der Zuckergehalt liegt überwiegend bei etwa 11 g pro 100 ml, bei einigen ist er reduziert auf 8 bis 9 g und ein Erzeugnis wies einen Gehalt von 14 g pro 100 ml auf. Verbraucher/-innen können diese Informationen dem Zutatenverzeichnis und der Nährwertkennzeichnung entnehmen. Die analytisch ermittelten Gehalte stimmten mit der Deklaration überein.

Bei fünf Erzeugnissen war jedoch der nachweisbare Koffeingehalt signifikant geringer als der gekennzeichnete Gehalt. Auf allen Produkten muss der verpflichtende Warnhinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen”, gefolgt von der Angabe des Koffeingehaltes im selben Sichtfeld der Bezeichnung, aufgedruckt sein.

Laut Branchenexperten wird das Angebot und die Auswahl an Energydrinks auch in der nächsten Zeit stetig größer werden.

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